Guter Gewinn für gute Unternehmen
8. Mai 2013Im Jahr 2012 konnten über 28000 Unternehmen nicht genug verdienen, um zu überleben. Es wird davon ausgegangen, dass zahlreiche weitere das Jahr mit einem Verlust abgeschlossen haben und von ihrer Substanz zehren.
Nach Einschätzung Schwesigs hätte die Einführung des gesetzlichen Mindestgewinns zahlreiche Vorteile. Nicht nur würden Unternehmensinsolvenzen und die damit einhergehenden Arbeitsplatzverluste sowie Forderungsabschreibungen bei Gläubigern dadurch ein für alle Mal der Vergangenheit angehören, es wären zudem auch stetig sprudelnde Steuereinnahmen für den deutschen Fiskus sichergestellt. Besonders attraktiv an dem Modell sei, dass auch Steuererhöhungen in beliebiger Höhe nun keinen kritischen Schaden mehr anrichten könnten, da der gesetzliche Mindestgewinn selbstverständlich nach Steuern gelten würde und somit in jedem Fall gewährleistet wäre. Deutschland wäre damit eine Spitzenposition im internationalen Vergleich gewiss, und auch mit Bankenkrisen wäre es für immer vorbei.
Als einziges Risiko sieht die SPD eventuelle Ausweichstrategien der Kunden, die den Mindestgewinn etwa durch Verschiebung ihrer Einkäufe ins Ausland zu umgehen versuchen könnten. Sollte Peer Steinbrück Kanzler werden, so plant die SPD daher, möglichst schnell in Verhandlungen mit anderen Staaten zu treten, um einen international einheitlichen Mindestgewinn zu vereinbaren.
Widerspruch hingegen äußerte Bundesfamilienminister Kristina Schröder. Sie halte nichts von einem starren Mindestgewinn, sagte sie gegenüber überchaubare Relevanz, und würde einen so genannten Flexigewinn vorziehen, den die Unternehmen zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres selbst festlegen könnten.
Ich bin ein Hundezüchter.
12. April 2013Und boy howdy, ich kann euch sagen, das ist echt ein hartes Brot. Die blöden Biester machen einfach nicht, was sie sollen.
Am Anfang hatte ich ja nur zwei Welpen, einen Rüden und ein Weibchen, und das ist schon mal ziemlich schief gegangen. Ich hatte da diesen einen Napf mit Hackfleisch, und obwohl ich immer drauf gezeigt und ihnen gesagt habe, dass sie da nicht rangehen dürfen, sonst bring ich sie um, da komm ich doch eines Tages in den Zwinger und seh die beiden Mistviecher davon fressen. Hab ich sie natürlich sofort rausgeworfen, mit son paar Krankheiten infiziert und aufgehört sie zu füttern.
Hat aber auch nichts gebracht. Ich hab natürlich nicht aufgegeben, aber auch mit den nächsten Würfen hats irgendwie nicht geklappt. Die waren noch schlimmer. Haben sich miteinander gepaart, wie es ihnen passte, einander blutig gebissen, sich manchmal sogar gegenseitig umgebracht, es war mir ein Gräuel, das kann ich euch sagen. Hab ich alle ersäuft, bis auf ein Pärchen und deren Welpen. Klar, wollte mir ja keinen neuen Job suchen.
Aber die wollten sich auch nicht benehmen. Haben sich auch einfach wieder kreuz und quer gepaart und gefressen und gesoffen, wie es ihnen passte, haben sich auch wieder gegenseitig umgebracht, und stubenrein wurden die irgendwie auch nicht. Hab ichs mal mit Feuer versucht und wollt jetzt doch schon alle verbrennen, weil ich dachte, scheiß drauf, aber meine Frau ist da irgendwie sentimental, und die meinte, hey, kannste nicht machen, guck doch mal, die beiden da sind doch echt lieb, und die süßen kleinen Babys und so. Na gut, hab ich also wieder ein paar leben gelassen, aber als das Weibchen sich dann noch umgeguckt hat, als sie die andern brennenden Hunde winseln und jaulen hörte, da hatt ich echt die Schnauze voll. Die hab ich ausgestopft. Steht jetzt aufm Kamin.
Als es dann später immer noch nicht besser wurde, und immer noch Chaos im Zwinger war, hab ich gedacht, na gut, versuchst dus noch mal ganz anders. Hab ich meinen Sohn reingeworfen. Ne Zeitlang ging das ganz gut, bis er sich irgendwann mit dem Alpharüden anlegte, da gabs dann natürlich Zoff, und am Ende hamse ihn totgebissen. Hat sehr leiden müssen, der arme Junge.
War ich natürlich schon traurig, aber ich muss auch sagen, hat sich irgendwie gelohnt. Also, nicht dass die Viecher sich jetzt besser benehmen. Verdrecken mir immer noch meinen ganzen Garten, beißen immer noch alles, was ihnen vor die Schnauze kommt und gehorsam sind se auch nicht, egal was ich sage. Die lernens einfach nicht, wie verhext ist das. Seit dem Anfang, mit dem Hackfleisch mein ich, seit der Sache sind die irgendwie verdorben, so kommts mir vor. Da liegt glaub ich die Ursache. Weiß der Geier. Also, das ist eigentlich nicht besser geworden. Viele sind auch krank und verrecken dann ganz eklig, und manche verhungern, weil ich sie natürlich auch nicht mehr füttere, hatte ich ja am Anfang gesagt. Das ist schon Scheiße. Kann man aber nichts machen, ne?
Aber ich hab ihnen vergeben, seit dem Ding mit meinem Sohn.
Und darauf kommts ja schließlich an. Oder?
Wenn das Leben eine Folge Criminal Minds wäre
30. März 2013Die Kamera schwebt von oben auf ein lange nicht mehr geputztes Fenster eines schlichten Bürogebäudes in einem industriell geprägten Gewerbegebiet zu.
Muriel [in nachdenklichem Tonfall, aus dem Off]: “Jean-Jacques Rousseau hat einmal gesagt: ‘Der Charakter offenbart sich nicht an großen Taten; an Kleinigkeiten zeigt sich die Natur des Menschen.’”
Durch das Fenster hindurch sehen wir drei Menschen in einem etwas zu großen Konferenzraum um einen für diesen etwas zu kleinen Tisch sitzen. Einer von ihnen ist ein recht korpulenter Mann mit einem weißen Bürstenhaarschnitt (Herr Müller) einer ist Muriel, und einer ist eine blonde Frau Mitte vierzig (Frau Gantner).
Muriel: “Wie Sie wissen, Frau Gantner, gibt es vier Arten von Rollstühlen: Pflegerollstühle, die typischerweise wegen ihrer Zusatzfunktionen recht groß und sperrig sind, Leichtgewichtrollstühle, die unsere Standardversorgung darstellen, Standardrollstühle, die wir trotz des Namens eigentlich nur selten ausliefern, und Aktivrollstühle als hochwertige Versorgung für mobilere Menschen mit Behinderung, die wir zwar gerne öfter verkaufen würden, für die uns aber das Klientel fehlt.”
Gantner: “Richtig, Herr Silberstreif. Wir handeln mit Rollstühlen.”
Müller: “Genau. Und mit Badewannenliftern. Und wenn wir mehr Aktivrollstühle ausliefern könnten, wäre das wirklich sehr vorteilhaft, denn da ist die Marge höher als bei den normalen.”
[Dramatische Musik beginnt langsam, sich aufzubauen.]
Muriel: “Wir sollten dringend über Maßnahmen reden, um…”
Die Tür öffnet sich, und eine vierte Person tritt ein, eine dunkelhaarige junge Frau (Frau Stein).
Stein: “Herr Silberstreif, das Pflegeheim Harpstorf hat angerufen.”
[Die Musik wird lauter und steuert entschlossen auf einen Höhepunkt zu.]
Gantner: “Mit diesem Pflegeheim arbeiten wir seit Jahren sehr erfolgreich zusammen.”
Muriel [Extrem-Close-up, mit entschlossen zusammengezogenen Augenbrauen]: “Worum geht es?”
Stein: “Sie haben überraschend eine Entlassung reinbekommen und brauchen ein AD-System.” [musikalische Untermalung erreicht Höhepunkt] “Noch heute.”
Muriel [springt auf]: “Ein AD-System!”
Gantner: “Antidekubitusmatratzen und Matratzenauflagen dienen zur Druckentlastung des Gewebes. Viele Hersteller bieten unterschiedliche Systeme an. Der Auflagedruck soll dabei auf möglichst viele Quadratzentimeter verteilt werden. Grundsätzlich kann eine Antidekubitusmatratze eine regelmäßige Lagerung des Patienten nicht ersetzen!”
Muriel: “Danke Frau Gantner.” [Stützt beide Hände auf den Tisch, blickt durchdringend zwischen seinen drei Gesprächspartnern hin und her.] “Sie wissen, was Sie zu tun haben.” [Hebt ostentativ die linke Hand und stellt seine Armbanduhr.] “Wir haben zwei Stunden.” [Drückt den Startknopf für den Countdown, die Kamera zoomt unter dramatischen Dam-dam-daaa auf die Anzeige.]
Die beiden Frauen eilen aus dem Raum, Muriel und Herr Müller bleiben zurück.
Müller: “Glauben Sie, wir schaffen das?”
Muriel: “Ich weiß nicht. Aber dies hier ist verdammt noch mal das beste Team auf der ganzen Welt. Wenn wir es nicht schaffen, wer dann?”
[Fade-Out, Schwarzer Bildschirm, Titel und Erkennungsmelodie]
Muriel [aus dem Off, wieder in demselben getragenen Tonfall]: “Albert Einstein sagte: ‘Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.’”
Die Kamera schwebt auf einen mit quietschenden Reifen durch die Straßen einer generischen deutschen Kleinstadt rasenden weißen Renault Trafic, in dem eng zusammengedrängt Muriel, Frau Gantner und Herr Müller sitzen. Frau Gantner fährt.
Muriel [auf die Uhr schauend]: “Wir haben noch fünfzehn Minuten.”
Gantner [Ohne ihren Blick von der Straße zu nehmen]: “Vertrauen Sie mir.”
Müller: “Viele Entlassungen werden durch die Kliniken sehr kurzfristig entschieden und müssen dann innerhalb von wenigen Stunden durch die Überleitung organisiert werden.”
Muriel [mit zusammengezogenen Augenbrauen und unheilschwangerer Stimme]: “Eine besorgniserregende Tendenz, die durch weitere Sparmaßnahmen der Kostenträger immer mehr verstärkt wird.”
Der Lieferwagen kommt mit abermals quietschenden Reifen vor dem Eingang eines Pflegeheimes zum Stehen, alle drei Insassen springen heraus. Muriel und Frau Gantner öffnen je eine eine Tür des Laderaums und ziehen unter hektischer musikalischer Untermalung eine zusammengerollte in Folie verpackte Antidekubitusmatratze daraus hervor. Muriel klemmt die Matratze unter den Arm und joggt damit in Richtung des Eingangs. Eine weiß gekleidete Pflegekraft tritt aus der automatischen Tür und begrüßt ihn ernsten Blickes.
Pflegekraft: “Sind Sie …”
Muriel [zieht ein Ausweisetui aus seiner Jacketttasche und klappt es für die Pflegekraft auf]: “Sanitätshaus. Wo ist der neue Bewohner?”
[Die Musik macht schon wieder Anstalten, dramatisch zu werden.]
Pflegekraft [stemmt die Arme in die Hüften]: “Wir haben ein Problem.”
Gantner: “Möge Gott uns allen gnädig sein!”
Müller: “Was ist los?”
[Die Musik schwillt schon wieder spannungsgeladen an.]
Pflegekraft: “Wir brauchen außerdem noch eine Toilettensitzerhöhung!”
Muriel [sich zu Frau Gantner umdrehend, die Finger bereits an seiner Armbanduhr]: “Sie wissen, was zu tun ist!”
[Fade-out, schwarzer Bildschirm, Werbung]
Starke Bilder
21. Dezember 2012Berlin. Bundesfamilienmisterin Kristina Schröder hat in einem Interview mit der Wochenzeitung “Die Zeit” die Möglichkeit angedeutet, die Entität, die das Universum geschaffen habe, verfüge möglicherweise nicht über einen Penis. Viele ihrer Parteigenossen sowie der Direktor des bayerischen Wallfahrtsorts Maria Vesperbild, Prälat Wilhelm Imkamp, zeigten sich darüber entrüstet und betonten die Bedeutung, die das Glied des Schöpfers in ihren Augen trage.
Die bayerische Sozialministerin Christina Haderthauer etwa zeigte sich nach eigenen Worten “sprachlos” gegenüber solch “verkopfte[m] Quatsch” und fügte dennoch bemerkenswert wortreich hinzu:
Die brandenburgische CDU-Politikerin Katerina Reiche sagte:
Der liebe Gott mit einem Penis bleibt der liebe Gott mit einem Penis!
Von Norbert Geis (ebenfalls CSU) verlautete:
Gott ist uns von Christus mit Schwanz offenbart. Dabei soll es bleiben.
Prälat Imkamp wurde noch deutlicher:
Der CSU-Politiker Günther Beckstein sagte:
Schröder selbst ist noch nicht bereit, einzulenken, hat aber eingestanden, dass sie ihre Worte womöglich unglücklich gewählt haben könnte:
Wir sind beleidigt
15. Juli 2012Ich schreib’s jetzt doch auch noch mal hier, nicht zuletzt, weil mich eure Meinung interessiert:
Wenn die Titanic andeutet, ich wäre möglicherweise unvorsichtig mit meiner Fanta inkontinent, warum ist das ein Grund, rechtliche Schritte einzuleiten?
Ist Inkontinenz ein Vorwurf, der mich öffentlich als schlechten Menschen dastehen lässt? Ist das ein Charaktermangel? Sollte ich mich für Inkontinenz schämen? Ist das ein Grund für andere Menschen, mich zu verachten?
Ich bin jetzt nicht so jemand, der überall Geringschätzung von Behinderten und Kranken wittert und dann lautstark Erklärung und Entschuldigung fordert, aber schon aus schierer Neugier würde mich interessieren, wie genau der Vatikan aus diesem Titanic-Cover eine Verächtlichmachung oder eine Beleidigung oder sonst irgendeine Verletzung von Rechen des Papstes herleitet.
Wäre das hier nicht für alle Beteiligten eine prima Gelegenheit gewesen, Souveränität und Reife zu beweisen und einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass eine körperliche Schwäche, die ohne guten Grund als lächerlich und peinlich und beschämend gilt, ein bisschen mehr Akzeptanz erfährt, und den Betroffenen zu zeigen, dass sie sich für ihre Probleme eben nicht schämen müssen?
Wäre das nicht genau die Reaktion, die man, wenn schon nicht von einem zunehmend bedeutungslosen und mäßig interessanten Satiremagazin, so doch zumindest von einer Organisation erwarten kann, die ihre Daseinsberechtigung aus ihrer absoluten Moral und ihrem Einsatz für das Gute und Richtige zieht?
Vermischtes
18. Februar 2012Rom. Unter großer Beachtung der Öffentlichkeit traf sich am heutigen Samstag in einem Zwergstaat innerhalb der italienischen Hauptstadt die Führung eines international tätigen Vereins, dessen Mission im Wesentlichen in der Verbreitung seiner Überzeugungen besteht, das Universum sei von einer aus drei vereinten Personen bestehenden Entität erschaffen und heute noch maßgeblich beeinflusst, die für den menschlichen Verstand nicht fassbar ist, deren Haltung in Bezug auf konkrete Sexualpraktiken und biotechnologische Verfahren dem Verein aber im Detail bekannt sind. Der Verein sieht sich in der Nachfolge der Anhänger der zweiten Person dieser unverständlichen, aber jeden einzelnen Menschen liebenden Entität, die als Mensch in die Welt getreten ist, um sich von den von ihr geliebten Menschen zu Tode foltern zu lassen, weil die Entität der Menschheit nur auf diese Weise dafür vergeben konnte, dass ihre Vorfahren sich von einer sprechenden Schlange dazu haben verleiten lassen, eine Frucht zu essen, deren Verzehr ihr von der Entität nachdrücklich untersagt worden war.
Das heutige Treffen – das sogenannte Konsistorium - fand vorrangig statt, damit das absolutistische Oberhaupt sowohl des Zwergstaates als auch des Vereins, das angeblich als Stellvertreter der allmächtigen und unbegreiflichen Entität auf Erden fungieren und befähigt sein soll, in besonderen Einzelfällen unfehlbar die Wahrheit zu verkünden, den 22 neu ernannten Führungskräften des Vereins eine besondere rote Kopfbedeckung mit mehreren Hörnern und einer Quaste aufsetzen und so der Berufung Rechtswirksamkeit verleihen konnte. Die neu ernannten Amtsträger sind nun unter anderem berechtigt, an der Wahl ihres Diktators teilzunehmen, haben Anspruch auf die Anrede “Eminenz” und dürfen an jedem Ort der Welt Menschen im Namen der allmächtigen unbegreiflichen Entität, der der Verein dient, für jede Verfehlung Vergebung gewähren (“Bußsakrament”). Eine Beteiligung der Opfer ist hierfür nicht erforderlich.
Der Verein schöpft seine Positionen zur Ethik aus einer jahrtausendealten Sammlung von Schriften verschiedener, unbekannter Autoren, die sich untereinander widersprechen und unter anderem die Steinigung ungehorsamer Kinder und Homosexueller sowie die Haltung von Sklaven vorsehen, fand sich in den letzten Jahren oft in den Schlagzeilen, weil seine Mitglieder unter Deckung seiner höchsten Führungskräfte Kinder vergewaltigten und gilt allgemein als eine der weltweit bedeutsamsten moralischen Autoritäten.
Offensichtlicher Blödsinn
24. November 2011Bei dem Unternehmen Bayer Healthcare AG werden auch in Zukunft Außendienstmitarbeiter, die auf blonde Frauen mit Sommersprossen stehen, grundsätzlich nicht mit ihren Partnerinnen gemeinsam ihren Dienstwagen nutzen dürfen.
Alle vier Gesprächskreise des Pharmakonzerns kündigten am Dienstag in Leverkusen an, diesen Grundsatz nicht anzutasten und lediglich in Einzelfällen blonden, sommersprossigen Paaren das gemeinsame Fahren im Firmenfahrzeug zu eröffnen.
Am kritischsten zur gegenwärtigen Regelung äußerte sich der liberale Gesprächskreis «Offene Bayer AG». Dessen Voristzende Sabine Kreisker sprach sich für die Gleichbehandlung solcher Paare und die grundsätzliche Öffnung der Dienstwagen für diese Personengruppe aus. «Schweren Herzens» sei man aber bereit, im Interesse der betroffenen Außendienstmitarbeiter an der bisherigen Einzelfallregelung festzuhalten, sofern sie rechtssicher als Betriebsvereinbarung oder in einem Tarifvertrag festgeschrieben werde.
Hans Winter vom konservativen Gesprächskreis «Lebendige Bayer AG» wies darauf hin, dass er mal ein altes Buch gelesen habe, das die Zuneigung zu blonden Frauen mit Sommersprossen durchgängig negativ bewerte. Derartige Paare im Dienstwagen könnten keine betrieblich legitimierte Praxis sein. Winter warb dafür, dass die Bayer AG auch arbeitsmedizinische Initiativen für Menschen unterstützt, die ihre Neigung zu blonden, sommersprossigen Frauen nicht ausleben wollten.
Abteilungsleiter Heinz Gosen von der als gemäßigt geltenden Gruppierung «CSR und Bayer» sagte: «Es geht, wenn es im Betrieb geht.» Man stehe voll und ganz hinter dem Leitbild Familie im Dienstwagen, das werde auch auf Dauer so bleiben. Deshalb könne nur wie bisher im Einzelfall ausgelotet werden, welcher Handlungsspielraum für Mitarbeiter mit vorliebe für blonde Haare und Sommersprossen bestehe.
Karl Franz von der sich als Reformbewegung verstehenden «Bayer AG für morgen» sprach sich ebenfalls für die Einzelfallregelung aus. Diese sei «kein betriebswirtschaftlicher, sondern ein politischer Kompromiss». Da gelebte Liebe zu blonden Frauen mit Sommersprossen von den Kunden der Bayer AG unterschiedlich beurteilt werde, setze man sich für eine Regelung ein, die bei möglichst vielen Menschen Akzeptanz finde.
(Quelle: epd)
How it should have ended
22. September 2011Im Berliner Stadtteil Tiergarten wurde am heutigen Vormittag ein offenbar verwirrter älterer Mann aufgegriffen. Der weißhaarige Herr war zwei Polizisten aufgrund seiner ungewöhnlichen Kleidung aufgefallen. Auf Ansprache reagierte er zunächst unauffällig und schien zurechnungsfähig, doch auf eingehendere Nachfragen stellte sich heraus, dass der Mann offenbar unter Wahnvorstellungen leidet. Der noch Unbekannte bezeichnete sich nach Angaben des Pressesprechers der Berliner Polizei als Stellvertreter eines vor Jahrtausenden verstorbenen jüdischen Wanderpredigers und versicherte, in regelmäßigem Kontakt mit einer allmächtigen, körperlosen Entität zu stehen, die nicht nur die Erde und alles Leben auf ihr erschaffen habe, sondern auch das gesamte Universum in allen Details zu jeder Zeit vollständig kontrolliere. Auch weitere Äußerungen des Mannes belegen eine gestörte Wahrnehmung der Realität: So erklärte er beispielsweise, gelegentlich unfehlbare Wahrheit zu verkünden, dazu aber nur sehr selten unter besondere Umständen in der Lage zu sein, und zeigte sich zutiefst betrübt über die Reaktion der Beamten. Ihre Skepsis gegenüber seinen Behauptungen sei gerade im Blick auf die dunklen Seiten der deutschen Geschichte höchst besorgniserregend, da die Rückbindung an einen unsichtbaren Zauberer Voraussetzung für echte Freiheit und Grundlage für ein gelingendes Miteinander in der Gesellschaft sei.
Aufgrund seines anscheinend labilen Geisteszustandes nahmen die Polizisten ihn vorläufig in Gewahrsam. Allerdings zeige er keinerlei Anzeichen von Gewaltbereitschaft und betone im Gegenteil sogar immer wieder die hohe Bedeutung von “Nächstenliebe”. Zwar könne nicht ausgeschlossen werden, dass er aufgrund seiner Persönlichkeitsstörung eine Bedrohung für andere oder sich selbst darstellen könnte. Als wahrscheinlich erachten die Beamten dies allerdings nicht und beabsichtigen, ihn deshalb in Kürze wieder auf freien Fuß zu setzen. Wie eine Quelle innerhalb der Behörde dieser Zeitung mitteilte, könnte der über Achtzigjährige wegen seines Alters höchstens für Kinder gefährlich werden.
Es ist doch eigentlich ganz einfach
15. September 2011Diskutiert ihr auch manchmal mit Christen über Moral? Ich meinte natürlich: mit dieser besonderen Art Christen, die nicht begreifen kann, dass man für Moral keinen Gott braucht? Die sind ja glücklicherweise nicht alle so. Fragt ihr euch auch manchmal, warum das so schwierig ist?
Ganz einfach: Ihr macht es falsch. Und ich zeige euch jetzt mal, wie’s geht. Hier ist der offizielle überschaubare-Relevanz-Guide für Moraldiskussionen mit dieser Art Christen. Und er kostet euch keinen Cent. So geht’s. Einfach vorlesen:
Verfasst von Muriel 

