Restebloggen (84)

13. März 2012
  1. Aus der facebook-Werbung:
    “Play Thirst of Night
    Buid a vampire civilisation, exterminate the human vermin”
    Moment mal. Da hat doch jemand nicht zu Ende gedacht.
  2. Ich hab noch nie was gewonnen! Und dann auf einmal: Sechs Tafeln Schokolade von Lindt&Sprüngli. Unglaublich! Und weil die mich gebeten haben, meine Erfahrungen mit anderen zu teilen, mache ich das jetzt: Es waren die Sorten Weiße Schokolade Mandel, Haselnuss-Nougat und Orangen-Trüffel. Mandel schmeckt total großartig, Orangen-Trüffel so lala, und Haselnuss-Nougat eben wie weiße Schokolade mit Nougat. [Offenlegung: Ich habe diese Tafeln bei einem öffentlichen Facebook-Gewinnspiel-Dings gewonnen. Lindt&Sprüngli weiß nicht mal, dass ich ein Blog habe und hat mir außer diesen sechs Tafeln auch nichts weiter zukommen lassen. Weder ich noch einer meiner Angehörigen oder jemand, der sonst mit mir in einer Beziehung steht, arbeitet für Lindt&Sprüngli oder eine ihrer Tochtergesellschaften, soweit ich weiß. Mir wurden keinerlei Vorteile oder Vergünstigungen für diesen Beitrag in Aussicht gestellt und ich habe ihn eigenständig geschrieben. Lindt&Sprüngli hat mir keine Vorgaben gemacht und mich auch nicht um eine positive Bewertung gebeten. Ich habe keinerlei offene Verbindlichkeiten gegenüber Lindt&Sprüngli und habe auch sonst nichts mit ihnen zu tun, abgesehen davon, dass ich ihre Schokolade gern esse. Die Maître Chocolatier haben zu keiner Zeit Angehörige von mir entführt und ihr Leben, ihre Gesundheit oder sonstige Bedeutsame Rechtsgüter von Angehörigen von mir oder mir selbst bedroht, um mich zu einer positiven Beurteilung ihrer Produkte zu bewegen. Sie haben auch sonst keine Druckmittel gegen mich in der Hand. Insbesondere verfügen die Maître Chocolatier über keine vertraulichen Unterlagen von mir, haben keinen Einblick in meine Buchführung und sind auch nicht im Besitz von Nacktfotos meiner Person oder von Menschen, die mir in irgendeiner Weise nahe stehen. Ich befinde mich in diesem Moment nicht in der Gewalt der Maître Chocolatier und könnte diesen Käfig jederzeit verlassen, wenn ich wollte, und mich irgendwie von dieser riesigen Eisenkugel befreien könnte, die an meinem Knöchel angekettet ist. Hilfe.]
  3. Wer weiß, wie sehr ich Frau Käßmann schätze und verehre, wird nicht überrascht sein, dass mir dieser wenn auch kurze Beitrag von Recotard ein breites cremiges Grinsen bescherte: Ist im Angesicht der Käßmann Zuversicht und damit Leben möglich? Wie “ein junger Mann, der nach mehreren schweren Gehirnoperationen körperlich und geistig sehr beeinträchtigt ist”, für diesen Affirmationsdreck missbraucht wird, ist am 6. April um 13.05 Uhr zu sehen. Hey, wie wär’s eigentlich, wenn wir da ein Liveblog einplanen würden? Wir müssen ja nicht unbedingt über die Sendung reden.
  4. Und dass ich Game-One-Fan bin, ist gewiss auch kein Geheimnis, aber hier führt Wolf mal ein Spiel vor, das echt originell aussieht. In “I am alive” müssen wir als einer der wenigen Überlebenden des Weltuntergangs böse Jungs mit einer nicht geladenen Waffe in Schach halten, bewaffneten Großmüttern ausweichen und mit begrenzter Ausdauer auf Trümmern herumklettern.
  5. Zu meinen vielen, vielen, vielen Guilty Pleasures gehören die Reviews von That Guy with the Glasses und Linkara. Letzterer hat den zusätzlichen Vorteil, Comics zu rezensieren, von denen ich bisher keine Ahnung habe, weil ich sie einfach nicht gern lese. So kann ich mir zumindest einreden, dass meine Zeit nicht ganz verschwendet ist, weil er mir hilft, meine Nerd Cred aufzustufen. Da blick ich sogar darüber hinweg, dass er sich gelegentlich zu seinem christlichen Glauben bekennt und darauf hinweist, dass er bestimmte Inhalte beleidigend findet. Hier spricht er zum Beispiel von dem ausgesprochen beunruhigenden Lady-Gaga-Comic, in dem eine nicht mehr ganz junge Bürodrohne ihr nicht mehr ganz gesunde liebe zu Lady Gaga, ihrer Musik und ein paar anderen Dingen entdeckt. Sehr nett ist auch diese Besprechung des PSA-Comics, in dem ein Haufen Lehrer mit Ausrüstung aus einem Büroladen die Fantastischen Vier und Spiderman retten.
  6. Ich liebe ja ganz aufrichtig so Internetreviews wie die gerade von Linkara. Aber sogar für mich hört es auf, wenn die audiokommentierte Versionen ihrer Reviews hochladen. Und ich habe wirklich keine besonders hohen Standards, was meine Unterhaltung angeht. Aber sag mal… ein Audiokommentar zu einer Rezension? Was zum…?
  7. Wichtige Lektion:
    Never Underestimate The Power Of Stupid People In Large Groups

Restebloggen (83)

1. März 2012
  1. Noch mal Jesus and Mo mit einer ganz wundervollen Variante von “What’s the harm?”
    sober
  2. Jemand, der ohne Gegenleistung für den Rest seines Lebens 200.000 Euro pro Jahr akzeptiert, von Leuten, die dieses Geld nicht freiwillig hergegeben haben, der hat vielleicht Sold, aber garantiert keine Ehre. (Ja, ich würde das Geld auch annehmen. QED.)
  3. Am 24. Februar 2012 war es schließlich soweit: “überschaubare Relevanz” hat “Winter” zum ersten Mal seit Erscheinen dieses schicksalhaften Beitrags als Top-Suchbegriff für mein Blog abgelöst.
  4. Falls ihr schon immer mal wissen wolltet, wie viel und welchen Schaden ihr mit einer Kernwaffe gegebener Größe an einem bestimmten Ort anrichten könntet, probiert doch mal Nukemap. You know you want to.
  5. Ich mochte Matthias Schumachers Gedichte ja immer irgendwie, und dieses hat sogar einen aktuellen hochbrisanten Bezug zur internationalen Politik: Zu leises Lied von einer Trauerzypresse bei Homs
  6. Es ist Acupuncture Awareness Week, und da will ich nicht zurückstehen und zu dem Bewusstsein beitragen, was für ein dummer Quatsch TCM ist. Weil sci-ence das aber viel besser kann als ich, mache ich keine großen Worte und verweise stattdessen auf den epischen Ghosts-of-Woo-Comic.
  7. Ich kenne Mystery Science Theater bisher nur aus wenigen kurzen Clips, aber weil die alle meinen Humor ziemlich präzise treffen, gedenke ich ganz ernsthaft, mich mal näher damit zu befassen. Wisst ihr Genaueres?

Restebloggen (82)

15. Februar 2012
  1. Wordmonster schreibt: “Every time an asshole with a microphone calls a politician a “flip-flopper,” he is making the world a more dangerous place.” Und er hat natürlich Recht.
  2. via ProfMTH
  3. xkcd hat den ultimativen Valentins-Comic geliefert. Wer sonst? The worst resolution to the Valentine Prisoner's Dilemma when YOU decide not to give your partner a present but your PARTNER decides to testify against you in the armed robbery case.
  4. Auf einer Liste der Orte, an denen ich erwarte, Haiku vorzufinden, hätte die Herrentoilette einer Berufsschule wahrscheinlich weit unten gestanden. Aber doch:
  5. Ich bin nicht sicher, ob das eine positive oder negative Entwicklung ist, aber meine Toleranz gegenüber Bullshit scheint abzunehmen. Das heißt, eigentlich bin ich mir nicht einmal insoweit sicher. Vielleicht wird der Bullshit auch bloß schlimmer. Meine Mutter hat mir dieses Jahr zum Geburtstag neben einigen anderen wirklich tollen Dingen “Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort – die Weltgeschichte der Lüge” von Dieter Hildebrandt und Roger Willemsen zum Hören geschenkt. Nun weiß ich, dass Hildebrandt ungefähr so lustig ist wie ein durchschnittliches Stück Nadelfilz, und Roger Willemsen sieht zwar lustig und sympathisch aus, aber dieser erste Eindruck verflüchtigt sich erfahrungsgemäß schlagartig, sobald er den Mund öffnet. Dennoch habe ich die erste CD heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit eingeschoben, denn ich liebe meine Mutter ja und wollte ihrem durchaus gut gemeinten und und gar nicht schlecht durchdachten Geschenk eine Chance geben. Ich habe nicht mal fünf Minuten durchgehalten. Es war wirklich körperlich schmerzhaft. Es ist gar nicht so sehr, dass man den beiden schon am Anfang jeden Satzes das Heischen um das unweigerlich darauf folgende gutmütige Gelächter des Publikums (Es scheint eine Live-Aufnahme zu sein.) anhört. Es ist mehr dieser unerträgliche “Schaut mal, wir sind clever”-Stil, der so viele populärphilosophische Werke von “Wer bin ich, und wenn ja, wie viele” bis hin zu “The Matrix” durchzieht. Nennt mich elitär, aber ich kann mich aufregen, wenn jemand so offensichtlich um Leute buhlt, die nicht gerne viel nachdenken, aber gerne glauben wollen, dass sie gerne und viel nachdenken. Da wird dann mit scheinbar überraschenden Wahrheiten gespielt, die aber weder überraschend sind (weil jeder, der gerne clever wirken will, dauernd damit spielt), noch wahr (weil man dafür ja wirklich zu Ende denken müsste, und das will man dem Publikum nicht zumuten). So beginnt zum Beispiel dieses Programm damit, dass Willemsen das “sehr geehrte Publikum” begrüßt, und Hildebrandt ihn darauf hinweist, das sei gelogen. Willemsen fährt weiter fort in der üblichen Begrüßung, immer wieder unterbrochen von Hildebrandts Vorwurf der Unehrlichkeit und natürlich dem gutmüigen Gelächter und Applaus des Publikums. Schließlich beendet Willemsen seine Routine und Hildebrandt beginnt eine ehrliche Begrüßung, die beginnt mit einem gebellten: “Publikum! [Gelächter]“, und dann so weitergeht, worauf Willemsen ihm vorwirft er sei zwar ehrlich, aber uncharmant, und… Ach, es tut mir ja leid, aber ich halte diesen gequirlten Mist auch im Rückblick keine Minute länger aus. Bäh.
  6. Kennt ihr eigentlich schon Jesus and Mo?
    marry
    Oder den:
    movie
    Ich finds gut. [Unter Creative Commons License]
  7. Ich neige eigentlich nicht so dazu, viel Geld für nutzlose Dinge auszugeben, die einfach nur hübsch rumstehen, aber hier hab ich mal eine Ausnahme gemacht. War auch eine besondere Gelegenheit.

Restebloggen (81)

31. Januar 2012
  1. Nonstampcollector ist ja immer umwerfend, aber das hier… Das hier… seht ihr am besten selbst.
  2. Ist doch immer irgendwie enttäuschend, wenn jemand, den man nicht ausstehen kann, sich nicht ganz so arschlochhaft verhält, wie man es erwartet hätte.
  3. “I say, this seems to be an exceptionally black kettle, don’t you think?”
    “Indeed, Mr. Pot, it most certainly is.”
    Das Christliche Informationsforum rezensiert ein Buch über die Vergewaltigung der menschlichen Identität durch das Kritisieren von Geschlechterklischees:
    die Mittel der Wissenschaft erweisen die Unhaltbarkeit der Gender-Ideologie. Es wird erkennbar, „dass weite Teile modischer Diskurse und machtvoller Eingriffe in die Natur des Menschen letztlich einem Popanz folgen und der Kaiser nackt ist. Die Haltlosigkeit steht freilich in einem umgekehrt proportionalen Verhältnis zur Gefährlichkeit der Gender-Ideologie.
  4. ichbindaswortistich hatte eines dieser spannenden Erlebnisse, bei denen man irgendwo einen einigermaßen harmlosen Kommentar schreibt und dann plötzlich als pädophiler Kommunistennazi dasteht, oder so:
    Du scheinst mit Männern zu sympathisieren, die sich in der Gegenwart hübscher Frauen »einfach nicht zu helfen wissen«.

    Das ist Scheißdreck und Teil des Problems. Wenn Du dies nicht mit einschließen wolltest, möchtest Du in Deiner nächsten Diskussion über sexuelle Gewalt vielleicht die Beschreibung Deiner eignen Libido und wie schwer es für Dich sei, sie in Deiner Hose zu behalten, auslassen.

  5. Wenn ich das richtig sehe, habe ich meine Wette gegen Das Doppelte D auch für mich völlig überraschend gewonnen, denn die FDP hat noch keine Gelegenheit gefunden, in Bezug auf die Finanztransaktionssteuer umzufallen. Wir dürfen uns also demnächst auf eine Gehirnschluckaufrezension zur volkstümlichen Heimatmelodie freuen, und ich bin beinahe ein bisschen enttäuscht.
  6. Schlecker: For you, foreclosed.
  7. The weed of the many outweighs the weed of the few. Jan Filter schreibt über den Entwurf der Linken zur Legalisierung Sozialisierung von Cannabis.

Restebloggen (80)

16. Januar 2012
  1. Ich bin ja gerade ganz außerordentlich angetan von Camelot. Das liegt, anders als die Zyniker unter euch vermuten mögen, weniger an Eva Greens von Szene zu Szene nur leicht variierender Entkleidung, als daran, dass ich meine Liebe zu Joseph Fiennes entdeckt habe und außerdem von der durchaus originellen Herangehensweise an den historischen Stoff sehr angenehm überrascht wurde. Ich hatte mir das alles wesentlich billiger vorgestellt, in jeder Hinsicht. Und ja, ich war halt schon immer ein Fan dieser ganzen Sagenwelt um Merlin und Excalibur und Morgan Le Fay, auch wenn ich mit den Details noch in keiner Version so ganz glücklich war. Alles muss man selbst machen.
  2. Und die gegenteilige Erfahrung, als ich mir spontan mal ein Album der Wise Guys kaufte. Bah. Was hab ich mir denn da gedacht?
  3. Thomas Michalski erklärt Buchfreunden Unterschied zwischen dem Vorsatz, der Doublure, und dem Schmutztitel. Und weil das aus grammatischen Gründen hier nicht deutlich wird, für die, die dem Link nicht folgen: Es heißt das Vorsatz.
  4. Klar. Wenn man festgestellt hat, dass Subventionen Unternehmen begünstigen, die nicht wettbewerbsfähig sind, und damit uns allen schaden, dann ist die logische Konsequenz die Forderung nach… Subventionen für andere Unternehmen? Hm…
    Ein bisschen ausführlicher erklärt dieses Video hier das Problem mit dem Film “The Story of Broke” und seinem weit verbreiteten Denkansatz:

    [via ars libertatis]
  5. Alle, die sci-ence noch nicht kennen, sollten das dringend ändern. Sofort. Jetzt. Ich warte solange hier.
  6. BASF verlagert die Forschung an der grünen Gentechnik in die USA. Glückwunsch, Europa. Weiter so. Aber das muss ich dir ja nicht sagen. Du machst das schon.
  7. Kazim kann sich nicht erklären, warum manche Leute behaupten, Printmedien lägen im Sterben:
    “The New York Times public editor asks something which is, IMHO, a fairly startling question:Should The Times Be a Truth Vigilante?

    And by “vigilante,” apparently, they mean: Should the NYT bother to note whether the things people say are true or not?”


Restebloggen am Wochenende (79)

7. Januar 2012
  1. Privatdetektiv schleicht sich nachts auf das Grundstück der Schurken und findet einen verschlossenen Container. Er will diesen nun heimlich öffnen, um unbemerkt herauszufinden, ob sich darin die entführten Personen befinden.
    Zunächst versucht er, das große, klobige Vorhängeschloss zu öffnen, indem er mit beiden Händen daran zieht.
    Die zweite Eskalationsstufe besteht darin, dass er mit seinen Turnschuhen kräftig dagegen tritt.
    Als beides zu seiner Überraschung nicht funktioniert, zieht er einen Revolver und schießt auf das Schloss. Anschließend sieht er sich gründlich in dem Container um, ohne sich auch nur einmal umzudrehen, denn wie könnte man auch auf die Idee kommen, dass jemand ihn bei seiner Elite-Undercover-Aktion stören würde?
    Wie denken eigentlich Drehbuchautoren? Und was muss ich nehmen, um auch so denken zu können?
  2. Manche Leute denken bei “Rechten” eher an die Möglichkeit, ungestört etwas zu tun. Manche Leute meinen damit die Möglichkeit, andere zu etwas zu zwingen, was diese nicht wollen.
    Wer zur zweiten Gruppe gehört, sollte sich eher nicht als liberal bezeichnen.
  3. Dazu passend: Daniel Drungels kommentiert die Bemühungen von Herrn Niebel, einen marktwirtschaftlichen Mindestlohn zu erzwingen. Dieweil ein totgeschoss’ner Hase auf der Sandbank Schlittschuh lief.
  4. Felix Neumann hat in gewohnt sauberer Argumentation einen gar nicht mal dummen Weg gefunden, den Bundespräsidenten zu rechtfertigen:
    Ohne ein starkes Gegenüber der Regierung besteht die Gefahr, daß die Regierung auch die symbolische Macht zugesprochen bekommt. Wenn sie aber nicht mehr allein nach Kriterien der legalen Herrschaft, sondern nach denen charismatischer Herrschaft beurteilt wird, droht eine Überschreitung ihres rechtlichen Rahmens. 
    Nicht, dass ich ihm da zustimmen würde, aber ich finde es zumindest bedenkenswert.
  5. Eine Kamera, die pro Sekunde 600 Milliarden Bilder aufnimmt. Ich glaube, ich bin verliebt.
  6. Stefan Niggemeier hat über die neue Serie Tatortreiniger berichet, und ich kann nun bestätigen, dass sie sehr gelungen ist, nicht nur für deutsche Maßstäbe, sondern überhaupt. Na gut. Schon eher für deutsche Maßstäbe. Aber doch. Weil es sowieso schon zu spät ist, sich das anzusehen, ist für euch eigentlich nur noch der Werdegang interessant:
    Die erste Folge der neuen Serie läuft am heutigen Mittwoch um 22.25 Uhr. Wenn Sie das wissen und schon ein bisschen Erfahrung haben im Fernsehgucken — wann, würden Sie tippen, läuft die zweite Folge?Falsch. Sie läuft am morgigen Donnerstag um 22.30 Uhr.2 Und Folgen 3 und 4?Wieder falsch. Die laufen erstmal gar nicht. Weshalb der NDR die vierteilige Serie ohne erkennbare Ironie als „zweiteilige Serie“ ankündigt.[...]Nun könnte man denken, dass die Teile 3 und 4 vielleicht noch nicht fertig produziert sind. Oder dass sie nicht gut genug geworden sind, um sie auszustrahlen. Das stimmt aber nicht, denn der NDR hat sie bereits ausgestrahlt

    Dafür zahlen Sie Gebühren.

  7. “Liars sit in chairs, you know? Truth tellers just sort of hunker down.”
    Randall Flagg

Restebloggen am Wochenende (78)

13. November 2011
  1. Doofe Pralinen sind in meherer Hinsicht eigentlich eine tolle Sache. Man spart Geld, weil sie billig sind, und man spart Kalorien, weil man immer nur eine davon isst und dann erst mal für den Tag wieder genug von Schokolade hat.
  2. Das Verfassungsblog berichtet über unser BVerfG, das keinerlei Rechtsstaatsprobleme darin erkennt, dass von einem Unternehmen erwartet wird, bei seiner Vertragsgestaltung vorauszusehen, dass Gerichte geltendes Recht entgegengesetzt zu seinem klaren Wortlaut auslegen. Ich bin eigentlich ein großer Freund der EU und alles, aber so langsam wird es wirklich schwer, das aufrecht zu erhalten.
  3. Die Frau des Schlachters Heinz Gosen,
    Ihr Mann macht echt gutes Steak;
    Im Supermarkt bei den Dosen
    stand sie mir direkt im Weg.

    Sie hatte Masse, gar keine Frage,
    Konnt’ ihre Zehen nicht seh’n.
    Ich war buchstäblich nicht in der Lage,
    ihr aus dem Wege zu geh’n.

    Bitte fragt nicht. Weiß auch nicht, wo das herkam.

  4. William Lane Craig hat herausgefunden, dass Tiere zwar Schmerz empfinden, dass man sicher aber trotzdem keine Sorgen drum machen muss, denn sie merken das gar nicht.
    God in His mercy has apparently spared animals the awareness of pain. This is a tremendous comfort to us pet owners. For even though your dog or cat may be in pain, it really isn’t aware of it and so doesn’t suffer as you would if you were in pain.
    Da sag noch mal einer, Religion und Wissenschaft passten nicht zusammen.
  5. Ich kannte Kickstarter bisher gar nicht, aber dann veröffentliche mein Idol Jeff Dee auf seinem Blog ein Projekt, und ich sah es mir an.
    Er will eine Bilderserie neu zeichnen, die sein Verlag weggeworfen hat, und wir können entscheiden, welche Summe wir ihm dafür anbieten, und wenn genug zusammen kommt, dann macht er’s, und je nachdem, wie viel man geboten hat, bekommt man noch eine kleine Belohnung, wie zum Beispiel signierte Kopien der seiner Zeichnungen.
    Fand ich toll. Die Bilder an sich interessieren mich nicht besonders, aber erstens war es mir durchaus 20$ wert, ein von ihm signiertes Werk bei mir zu Hause aufhängen zu dürfen, und zweitens finde ich das Konzept “Kickstarter” selbst sehr spannend. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich vielleicht auch den neuen Fortsetzungsroman von ausreichender Finanzierung abhängig gemacht.
    Obwohl. Eigentlich ginge das immer noch…
  6. Bei arslibertatis findet ihr ungefähr den Artikel zur jüngsten Stellungnahme unseres Ethikrates, den ich auch fast geschrieben hätte:
    Muss sich der Ethikrat wirklich einer Sprache bedienen, die impliziert, dass es einen qualitativen Unterschied zwischen Mensch und Tier gibt? [...] Wieso legt der Ethikrat überhaupt so viel Wert auf diese Zuordnung? Schliesslich ist es offensichtlich, dass diese kategorische Differenzierung in Teilbereichen nicht haltbar ist. So sind manche Tiere3 intelligenter und haben ausgeprägtere Emotionen als manche Menschen.4
  7. QualiaSoup mal wieder. Immer gut:

Restebloggen am Sonntag (77)

6. November 2011
  1. Gerade bei Facebook irgendsoeine sonderbare Alternative gelesen: “RIP Arbeitslosigkeit. Vollbeschäftigung gelingt, wenn alle mitmachen”
    Solche Sprüche machen mich immer schmunzeln. So ziemlich alles gelingt, wenn alle mitmachen. Es machen nie alle mit. Vorhaben, die nur dann gelingen, wenn alle mitmachen, sind von Arsch.
  2. Sagt mal, ihr Vollpfosten vom “Allgemeinen Krankenversicherungsvergleich” oder wie immer ihr euch das nächste Mal nennt, wenn ihr mich anruft, um mir einzureden, dass ich mit euch total viel Geld sparen kann: Welchen Sinn hat es, dass eure Mitarbeiter jedes Mal, aber auch wirklich jedes Mal, wenn ich mich deutlich und unmissverständlich mit meinem vollen Namen an meinem Mobiltelefon melde, das Gespräch mit dem Satz eröffnen: “Kann ich bitte mit Herrn Muriel Silberstreif sprechen?” Ihr sprecht schon mit mir, ihr Dumpfnasen, das habe ich euch gerade eben gesagt! Wie saudämlich kann man sich eigentlich anstellen, wenn man jemandem was verkaufen will, ohne dass man durch die schiere Gewalt der eigenen Dummheit zerrissen wird?
  3. Zuerst wollte ich hier einen Diskussionsbeitrag von mir drüben bei Unwise Sheep veröffentlichen, aber dann hat meine gute alte Freundin Christina damit zusammenhängend, aber unter einem anderen Beitrag, einen Kommentar abgegeben, der so dermaßen den Vogel abschießt, dass nichts, was ich jemals schreiben werde, da auch nur annähernd heranreichen könnte. Sie hat mir leider nicht gestattet, ihn hierher zu übernehmen, deswegen müssen die, die es interessiert, sich rüber begeben und ihn dort lesen.
    (Den ursprünglichen Hauptpost sowie den Rest der Diskussion darunter zu lesen lohnt sich übrigens auch für alle Sammler christlicher Argumente und unglaubhafter “Seht mal, was für dumme Armleuchter Atheisten sind”-Anekdoten.)
  4. Boah. Wie konnte Valve jemals groß werden mit so einem Schund wie “Half-Life” am Start? Ich kann immer noch nicht fassen, dass das dieselben Leute sind, die Portal gemacht haben. Das Spiel beginnt nicht nur mit einer gefühlten halben Stunde Langeweile, es macht auch danach einfach keinen Spaß. Wenn ich einen Raum betrete und dann ohne jede Vorwarnung oder Chance, auszuweichen, von einem umfallenden Schrank (!) erschlagen werde, dann mag das realistisch sein, aber deshalb noch lange kein gelungenes Designelement in einem Spiel.
  5. Liebes Internet:

    Wenn du unsere Preise schon kopierst, kopier’ die 14.496 Mitarbeiter gleich mit.

    Die lustige Antwort auf Media Markts erbärmliches Plakat gibt es schon bei Alexander Kluge, deswegen bleibt mir nur noch die unlustige:
    Lieber MediaMarkt,
    das Internet kopiert deine Preise nicht, sondern unterbietet sie konsequent, und deine 14.996 Mitarbeiter sind ohne mir bekannte Ausnahme bei Bedarf nicht auffindbar, und wenn doch, dann sind sie entweder unwillig, mir zu helfen, oder unfähig, und meistens beides, deswegen nagel dir doch bitte eine Frikadelle an’s Knie und geh sterben, statt uns noch die Ohren vollzujammern. Bitte. Jetzt.

  6. Da Feminismus auch hier gerade en vogue ist, interessiert euch vielleicht eine kleine Vergewaltigungsdebatte, die ich drüben gerade mit Nicklas Vegas führe. Überhaupt ist sein Blog lesenswert.
  7. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass der einzige Mann, für den ich das mit meiner Heterosexualität eventuell überdenken würde, einen Podcast hat? Gleefully Macabre. Vielleicht wollt ihr ja auch mal reinhören. Ich sag ja nur.

Restebloggen (76)

24. Oktober 2011
  1. Letzte Woche dreimal nacheinander mit drei verschiedenen Krankenkassen: Wir erhalten einen Brief von unserem Dachverband, in dem sie eine Vertragsabsicht/Ausschreibung ankündigen und uns bitten, uns zur Anforderung der Unterlagen an Mitarbeiterin@Krankenkasse.de zu wenden. Ich schreibe also die erbetene Mail und bekomme eine ziemlich barsche Antwort zurück, in der steht, dass ich mir die Unterlagen doch bitte unter www.sonstwas.com/Ausschreibungen runterladen und mich nur für dann noch offene Fragen an die Mitarbeiterin wenden soll. Ich habe das Gefühl, dass man diesen Prozess irgendwie effizienter gestalten könnte. Ich komme nur noch nicht drauf, wie…
  2. Wer nervlich nicht so belastbar ist, möchte sich “He Dies at the End” vielleicht lieber nicht ansehen. Ich persönlich fand den Kurzfilm sehr unterhaltsam und muss zumindest für mich selbst zugeben, dass er trotz der lächerlich einfachen Mittel erschreckend gut funktioniert hat. Mit Dank an Jeff Strand für den Tipp:
  3. Matt Dillahunty hat genau die richtigen Worte für den Papst gefunden. Es geht hier zwar konkret um den Kommentar des Papstes zu den Anschlägen vom 11. September 2001, passt aber zu jeder Gelegenheit.
  4. Für diejenigen unter euch, die sich schon immer gewünscht haben, dass jemand mal die Tafelanschriften in Pornos auf Richtigkeit und Informationswert prüft, gibt es Blackboards in Porn.
  5. Völlig unabhängig von ihrer politischen (und religiösen und religionspolitischen) Orientierung finde ich die polittische Geschäftsführerin der Piratenpartei Marina Weisband gerade ganz toll. Weil sie bedeutende Fragen stellt wie “Ab welchem prozentualen Verhältnis zwischen Medikamenten und Frühstück wird es eigentlich bedenklich?“, und weil wir von ihr lernen können, wie man aus einem Herrenhemd ein Abendkleid macht.
  6. Weil faz.net ein Qualitätsmedium ist, übernimmt man vermeldetete Forschungsergebnisse dort nicht einfach nur kritiklos, sondern recherchiert ganz skeptisch, ob hinter den vermeintlich wissenschaftlichen Studien auch wirklich eine solide Methodik steckt und wie die Ergebnisse zu interpretieren sind. Das macht man natürlich nur dann, wenn diese Ergebnisse einem nicht so gut in den Kram passen. Sonst muss das nicht sein. Aber immerhin.
  7. Liegt das eigentlich an mir, dass ich Helmut Schmidt inzwischen erheblich lustiger finde als Harald, letztem aber als Bundeskanzler und politischem Publizisten erheblich mehr zutrauen würde?

Restebloggen zum Wochenende (75)

9. Oktober 2011
  1. Ich bin ja immer ganz hin und her gerissen, wenn ich lese, dass jemand in seinem Blog Kommentare einer bestimmten Art und Richtung generell nicht mehr akzeptiert. Ich kann das einerseits durchaus verstehen, aber… Ja, was aber eigentlich? Wer ein Blog schreibt, um Spaß dran zu haben, der hat keinerlei Verpflichtung, das auf eine bestimmte Art zu tun, schon gar nicht mir gegenüber. Aber ich finde es andererseits… merkwürdig, wenn jemand einfach eine bestimmte Meinung aussperrt. Klar, Beleidigungen und völligen Unfug, der die Diskussion nur stört, muss man nicht stehen lassen. Aber sachlichen Widerspruch blocken? Ich kann nicht anders, als vor so jemandem ein bisschen Respekt zu verlieren.
  2. Daniel Drungels schreibt kurz aber eindrucksvoll seine eigene Aufforderung an die FDP, endlich einzugehen: “Wie es auch kommen mag. Die FDP wäre in beiden Fällen erledigt, wenn Brüderles Aussage zutrifft. Endlich.
  3. Alle, die sich dafür interessieren, kennen es schon, aber das hat mich ja noch nie aufgehalten:
  4. Jan Filter zur dänischen Steuer auf gesättigte Fettsäuren: “Auch in Deutschland kennen wir bereits jede Menge anderer Steuern, deren Sinn schlicht und ergreifend die Erziehung (und damit einhergehend zwangsläufig die Entmündigung) der Bürger ist: Steuern gibts nämlich auf alles böse, also auf Zigaretten, Alkohol, Glücksspiel, Autos+Benzin+KFZ-Versicherungen usw.usf. Alles kein Zufall, sondern das Ergebnis der Bereitschaft weiter Teile der Bevölkerung, eigenständiges Denken in Raten immer weiter zu verstaatlichen.
  5. Ich weiß, es spricht nicht unbedingt für mich, dass mein Anspruch an Humor schon gedeckt ist, wenn man Leuten große Glubschaugen ins Gesicht photoshoppt, aber ich kann doch auch nichts dafür, ich falle jedes Mal fast vom Stuhl, wenn ich mir Ainulindale21s Videos ansehe:
  6. faz.net ist auch wirklich nichts zu doof, um den Kindle zu dissen: “Möglicherweise hat die hohe Verkaufsrate aber auch etwas mit der Anfälligkeit des Geräts zu tun. Einmal vom Nachttisch gefallen: Bildschirm hinüber. Einmal in der Handtasche eingeklemmt: nichts geht mehr. Es in fünf Monaten auf drei Kindles zu bringen, ist nicht schwer. An diesem ärgerlichen Umstand ändert auch der exzellente Kundenservice nichts, der umgehend kostenlosen Ersatz schickt.
    Also zunächst mal: Ich habe einen Kindle, ich gehe wirklich nicht besonders vorsichtig damit um, er hat mich auch schon mehrfach in den Urlaub und an Strände begleitet, und es war nie irgendwas damit. Und zweitens: Wenn ich ein technisches Gerät innerhalb eines halben Jahres zweimal durch eigene Dummheit zerstört hätte, und es zweimal kostenlos ersetzt bekommen hätte, hätte ich ganz bestimmt nicht die Frechheit, dem Hersteller daraus einen Vorwurf machen zu wollen.
  7. So. Das war’s. Es reicht. Ich hab die Nase voll. Jetzt habe ich einmal zu oft einen Rückgriff auf Ayn Rands Quatschphilosophie im Zusammenhang mit ernsthaften liberalen Inhalten gelesen. Jetzt habe ich genug davon, immer nur sagen zu können, dass ich ihren Bockmist zwar nicht gelesen habe, aber trotzdem beurteilen kann, dass ihr Objektivismus Unfug ist. Jetzt lese ich Atlas Shrugged von Ayn Rand. Und Fuck Me, ist das Ding lang. Boah. Das wird mir noch so Leid tun. Und je nachdem, wie es läuft, werde ich euch über meinen Fortschritt auf dem Laufenden halten. Möglicherweise unter einem Titel wie diesen: “Ayn-Rand-Wochen bei überschaubare Relevanz”; “Am Rand des Wahnsinns”; “Ayn bisschen dumm”; “Rand-Rant”; “Halt den Rand”; “Atlas Sucked”. Mal sehen. Für weitere Vorschläge in den Kommentaren bin ich jedenfalls außerordentlich dankbar.

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