Auf mehr oder weniger vielfachen Wunsch (2)

20. Mai 2013

So, nach langer Pause mein erster Blogeintrag, und dann noch so ein mittelmäßiger. Tut mir leid. Aber ihr kennt das, man hat angefangen, man will es zu Ende bringen, und auf einem toten Pferd sitzt es sich ja manchmal auch ganz erstaunlich bequem. Leidenschaftliche, durch nichts abzuschreckende Fans hören sich jetzt also den dritten und letzten Teil meiner Auseinandersetzung mit dem zumindest an Anfang und Ende sagenhaft dummen Interview des Zeit-Magazins mit dem Sexualtherapeuten Christoph Joseph Ahlers an, und die anderen warten auf den nächsten Beitrag, der womöglich dann nichts mehr mit Sex zu tun hat, dafür aber vielleicht ein bisschen weniger unbeholfen daher kommt.

Hoffen wir das Beste.


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Ach so, für die, die aus mir unverständlichen Gründen keine Stammleser bei ars libertatis sind: Ich dachte zum Beispiel an diesen Beitrag von ihm, oder diesen.


Auf mehr oder weniger vielfachen Wunsch

2. Mai 2013

Es gibt in diesem Blog, insbesondere im Hinblick auf Podcasts, eine merkwürdige, aber klare Unterscheidung zwischen den Interessen einiger weniger mächtiger einflussreicher Kommentatoren und der stimmlosen entrechteten Mehrheit. In Anbetracht meiner politischen Orientierung muss ich nicht näher erläutern, wem ich warum den Vorzug gebe, oder?


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Wird eventuell fortgesetzt. Ihr wisst ja, wo ihr hintippen müsst, wenn ihr dazu eine Meinung habt.


und wenn wir in dieser Welt eins zu viel haben, dann ja wohl Empathie!

29. April 2013

Okay, so kanns gehen, gestern habe ich es noch entrüstet von mir gewiesen, und heute ist es schon so weit, heute bashen wir doch mal ein bisschen die taz. Na gut, sie wird es verschmerzen können, nehme ich an. Von der Zeit sind mir seit meinem gestrigen Post auch noch keine Suiziddrohungen oder Ergebniswarnungen bekannt geworden.

Worum gehts?

Dank des wunderbaren Altpapiers habe ich bei taz. de eine kurze KRITIK zur Verleihung des diesjährigen Nannen-Preises gefunden:

 ”Zeit”-Autorin Heike Faller mag den Nannen-Preis für ihre Pädophilenporträts verdient haben. Für den Gegenstand ihres Stücks “Empathie für Pädos” ist er ein Skandal

Ich traue mich ja schon gar nicht mehr das zu sagen, aber: Wat? Hä? Wie? Sie mag den Preis verdient haben. Aber er ist ein Skandal. Der Preis ist verdient, aber ein Skandal. Für den Gegenstand. Wie “für”? Mutmaßlich doch im Sinne von “Wegen”. Aber trotzdem. Sie hat den Preis für diese Arbeit verdient. Aber wegen des Themas der Arbeit ist es ein Skandal, dass sie ihn bekommt. Sie hätte ihn also für diese Arbeit ruhig bekommen sollen, aber die Arbeit hätte ein anderes Thema … ? Ich begreifs nicht. Und so langsam glaube ich wirklich, dass das an mir liegen muss. Es kann doch einfach nicht sein, dass jeder Artikel, den ich in deutschen Zeitungen lese, gleich mit völligem Blödsinn beginnt. Es muss doch auch hin und wieder mal ein Journalist was Konsistentes schreiben.

Egal.

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They say in heaven love comes first

28. April 2013

Eigentlich ist die taz zurzeit aus guten Gründen der Punching-Bag du jour, aber weil ich trotz unüberbrückbarer politischer Distanz immer große Sympathie für das linke Blatt empfand, andererseits aber ohne genau sagen zu können, warum, schon immer einen besonderen Flecken in meinem Herzen für Hass auf die Zeit reserviert hatte, stammt unser heutiges Beispiel für schlechten Journalismus nicht aus der Zeitung mit dem kleinen t, sondern aus dem großen alten deutschen Intellektuellendings, und falls euch das als Anreißer nicht reicht:

SEX! SEX! ES GEHT UM SEX!

(Nein, ich werde damit nicht aufhören, weil ich auch nicht glaube, dass es sich sonst irgendwann abnutzt. Das wird immer funktionieren.)

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Projekt 52 (14)

25. April 2013

Na logo. Lebt Frank Zander eigentlich noch? Ich habe ihn ja mal persönlich kennengelernt. War profund gruselig.

Welches/r Buch/Roman in Deinem Regal hat die meisten Seiten {ungefähr 1400 – 12bändiger Brockhaus ausgenommen}

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Mehr als ein Unbehagen

2. Februar 2013

empfindet Florentine Fritzen auf faz.net angesichts der neuen Regelung zur PID, zu der ich kürzlich schon einmal sarkastisch Stellung nahm. Eigentlich ist mehr dazu auch nicht zu sagen, aber weil Frau Fritzens Unbehagen wiederum bei mir erhebliches Unwohlsein ausgelöst hat, und weil ihre Argumentation sich wegen Allgemeingebräuchlichkeit ganz gut als Aufhänger eignet, will ich die Chance nutzen, mich auch noch einmal so unsarkastisch und ernsthaft zu dem Thema zu äußern, wie ich es eben schaffe.

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Sterngrafiken = Quatsch? Meistens.

24. Januar 2013

Über den Pixelökonom bin ich heute auf diese Stern-Grafik mit der Überschrift “Viele Waffen = viele Tote? Meistens.“ gestoßen (Nicht, dass der Eindruck entsteht, ich würde das Ding einfach so lesen. Texte, die Gleichheitszeichen missbrauchen, lese ich normalerweise schon prinzipiell nicht.). Und dann sah ich mir diese Grafik kurz an, die er zur Basis seiner These

Der grundlegende Zusammenhang ist also simpel: Je mehr Waffen gehortet werden, desto mehr Menschen werden erschossen.

macht, [Full Disclosure: Er macht es nicht ganz eplizit zur Basis seiner These. Vielleicht meint er das auch gar nicht so, obwohl es für mich so klingt. Unter anderem deshalb rede ich jetzt im Weiteren nicht mehr über den Artikel des Pixelökonomen, sondern nur noch über die Stern-Quatschgrafik.]

und ich fragte mich spontan:

wtf?

Erstmal fällt schon auf den ersten Blick ins Auge, dass die Sternleute die ulkige Idee hatten, die absolute Zahl der Waffen (also unabhängig von der Bevölkerung eines Landes) mit der Zahl der Tötungsdelikte pro Million Einwohner (also abhängig von der Bevölkerung eines Landes) zu vergleichen. Wie man darauf kommt, weiß ich nicht. Ich glaube aber, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass wir keine böse Absicht unterstellen sollten, denn wenn wir das täten, würden wir damit implizieren, dass jemand gewusst hätte, was er tat.

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Was war da denn los?

10. Januar 2013

Warum Tarantino Sklaverei und Holocaust vergleicht

titelt Susan Vahabzadeh in der Süddeutschen Zeitung (Schreiben die Autoren überhaupt wirklich selbst die Titel?), und daraus kann man doch nun wirklich was machen, sollte man meinen, denn Holocaust ist doch immer gut, aber … irgendwie hat sie’s trotzdem nicht getan. Ein ganz merkwürdiger Artikel ist dabei rausgekommen, den ich dreimal lesen musste, um wenigstens einigermaßen sicher zu sein, dass es nicht nur an mir liegt, dass ich nicht begreife, was sie uns mitzuteilen versucht.

Der Teaser kündigt den Artikel so an:

Holocaust-Vergleiche klingen für deutsche Ohren immer anstößig. “Django Unchained”-Regisseur Quentin Tarantino zieht trotzdem einen und bezeichnet die Sklaverei in Amerika als ebensolchen. Zwar kann er das ordentlich begründen – Kritik hagelt es trotzdem.

Quentin Tarantino hat also offenbar die Sklaverei in Amerika als Holocaust bezeichnet. Und kann das “ordentlich” begründen, meint sie. Darauf wäre ich echt gespannt, denn ich sehe nicht, wie sich das ordentlich begründen ließe. Ein Vergleich, meinetwegen, vergleichen kann man alles, ob Gargamehl mit Hitler oder Garfield mit Captain America, irgendwas geht da immer, aber “als … bezeichnen” ist kein Vergleich, sondern eine Gleichsetzung, und das kommt mir bei Holocaust und Sklaverei doch arg unsinnig vor, denn das eine ist die systematische Ausrottung eines bestimmten Volkes, das andere ist die Entrechtung und Einordnung als Eigentum. Beides ist schlimm, aber wenn ich die Wahl hätte, könnte ich mich schon sehr schnell sehr eindeutig entscheiden, dass ich viel lieber nur entrechtet als entrechtet und getötet werden möchte. Andere Menschen mögen das anders bewerten, aber wir können uns bestimmt zumindest darauf einigen, dass es einen großen Unterschied zwischen den beiden Dingen gibt. Große Gemeinsamkeiten gibt es natürlich – zum Beispiel, dass eine bestimmte Gruppe Menschen nicht mehr als Menschen behandelt wird -, aber auch feine Unterschiede – zum Beispiel, dass diese bestimmte Gruppe Menschen nicht gezielt vernichtet werden soll.

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Man kann sich drehen wie man will, der Arsch bleibt immer hinten.

7. Januar 2013

Es ist ein bisschen schwierig, Seriosität zu bewahren bei dem Versuch, darüber zu berichten, dass man es nicht statthaft hält, über ein bestimmtes Thema zu berichten. Ich habe in dieser Hinsicht zwar nicht viel zu verlieren, aber über die Trennung der Wulffs hätte ich aufgrund der monumentalen Egalheit der ganzen Geschichte wahrscheinlich trotzdem geschwiegen, hätte ich da nicht zufällig bei Spiegel Online diesen bemerkenswerten Beitrag Stefan Kuzmanys gelesen, der von dem putzigen kleinen Spruch da oben offenbar noch nicht gehört hat. Er beginnt durchaus vielversprechend:

Es geht uns nichts an. Wir wissen nichts.

Darauf folgt sogar noch ein ganzer Absatz, in dem Kuzmany uns erklärt, warum es uns nichts angeht. Und dann beginnt natürlich das unvermeidliche Aber, seinen unheilvollen Schatten über Kuzmanys bis hierhin noch durchaus zustimmungsfähige Argumentation zu werfen:

Es wird am Tag dieser Nachricht keinen Abendbrottisch in diesem Land geben, an dem nicht über diese Trennung geredet wird.

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Das Absolute liegt uns nicht

30. Dezember 2012

Ich will ja nicht gerne einseitig sein und freue mich deshalb über jede Gelegenheit, Religionskritik zu kritisieren. Leider ergibt sich dafür selten mal eine lohnende Gelegenheit, und deshalb habe ich den Text “Die falsche Rückkehr zur Religion” von Tanja Dückers auf Zeit.de mit umso größerer Begeisterung gelesen. Er beginnt auch gleich mit einem ganz kryptischen Teaser:

Es ist wieder schick, religiös zu sein. Den Agnostikern hingegen wird jedwede Moral abgesprochen. Dabei sind sie die wahrhaft Gläubigen.

Die ersten beiden Sätze sind Behauptungen, die natürlich auch im Folgenden nicht irgendwie begründet oder belegt oder auch nur näher erläutert werden, etwa durch einen Hinweis darauf, wo es wieder schick ist, und wie genau es sich äußert, oder wer Agnostikern jedwede Moral abspricht. Der dritte Satz … äh … Wie jetzt? Die Agnostiker sind die wahrhaft Gläubigen? Und die religiösen Menschen sind es nicht? Zunächst vermutete ich, dass dabei nicht mehr rauskommen kann als eine lustige Runde “Lasst uns Wörter umdefinieren und dann über die Ergebnisse staunen!”, doch sogar mit dieser Vermutung wurde ich enttäuscht, denn es kommt noch weniger dabei raus, nämlich überhaupt nichts. Diese These wird im weiteren Text nicht mehr erwähnt. Tja.

Stattdessen folgt eine Einleitung, die Beispiele von Prominenten aufzählt, die sich öffentlich zu einer Religion bekennen, nebst der Behauptung, dass es mehr seien als früher. Naja, keine Ahnung.

[Es] wird Agnostikern und Atheisten im öffentlichen Diskurs  nicht vorhandenes Wertebewusstsein und ein technokratisch-inhumanes Denken unterstellt.

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