titelt Susan Vahabzadeh in der Süddeutschen Zeitung (Schreiben die Autoren überhaupt wirklich selbst die Titel?), und daraus kann man doch nun wirklich was machen, sollte man meinen, denn Holocaust ist doch immer gut, aber … irgendwie hat sie’s trotzdem nicht getan. Ein ganz merkwürdiger Artikel ist dabei rausgekommen, den ich dreimal lesen musste, um wenigstens einigermaßen sicher zu sein, dass es nicht nur an mir liegt, dass ich nicht begreife, was sie uns mitzuteilen versucht.
Der Teaser kündigt den Artikel so an:
Holocaust-Vergleiche klingen für deutsche Ohren immer anstößig. “Django Unchained”-Regisseur Quentin Tarantino zieht trotzdem einen und bezeichnet die Sklaverei in Amerika als ebensolchen. Zwar kann er das ordentlich begründen – Kritik hagelt es trotzdem.
Quentin Tarantino hat also offenbar die Sklaverei in Amerika als Holocaust bezeichnet. Und kann das “ordentlich” begründen, meint sie. Darauf wäre ich echt gespannt, denn ich sehe nicht, wie sich das ordentlich begründen ließe. Ein Vergleich, meinetwegen, vergleichen kann man alles, ob Gargamehl mit Hitler oder Garfield mit Captain America, irgendwas geht da immer, aber “als … bezeichnen” ist kein Vergleich, sondern eine Gleichsetzung, und das kommt mir bei Holocaust und Sklaverei doch arg unsinnig vor, denn das eine ist die systematische Ausrottung eines bestimmten Volkes, das andere ist die Entrechtung und Einordnung als Eigentum. Beides ist schlimm, aber wenn ich die Wahl hätte, könnte ich mich schon sehr schnell sehr eindeutig entscheiden, dass ich viel lieber nur entrechtet als entrechtet und getötet werden möchte. Andere Menschen mögen das anders bewerten, aber wir können uns bestimmt zumindest darauf einigen, dass es einen großen Unterschied zwischen den beiden Dingen gibt. Große Gemeinsamkeiten gibt es natürlich – zum Beispiel, dass eine bestimmte Gruppe Menschen nicht mehr als Menschen behandelt wird -, aber auch feine Unterschiede – zum Beispiel, dass diese bestimmte Gruppe Menschen nicht gezielt vernichtet werden soll.
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