Also, Keoni meint ja, dass jetzt über die Feiertage keiner mehr Zeit hat, Blogs zu lesen und hier deshalb nix los sein wird. Wollen wir doch mal sehen.
Es ist noch gar nicht lange her, dass ich es angekündigt habe, und schon jetzt hat mich die Geduld verlassen – ich will das jetzt ausprobieren: Dieser Beitrag läuft verkehrt herum. Erst schreibt ihr Kommentare, und danach erscheint ein Artikel, der mehr oder weniger dazu passt. Und wenn es gut klappt, machen wir das in Zukunft nur noch so.
Ich glaube, ich hatte schon mal von der transdimensionalen Teleportermaschine in meinem Keller erzählt, oder? Gut. Dann muss ich nämlich nicht noch mal diese endlose Geschichte erzählen, wie es dazu gekommen ist und wie das Ding funktioniert, sondern kann gleich zur Sache kommen. Mir ist damit nämlich ein kleines Missgeschick widerfahren:
Eigentlich benutze ich das Ding ja nie, weil man nie weiß, was man kriegt. Meine Mama sagt auch immer, die transdimensionale Teleportermaschine in unserem Keller sei wie eine Schachtel Pralinen, aber ich habe keine Ahnung, wovon sie da redet. Jedenfalls wollte ich die Maschine gar nicht benutzen, sondern sie nur mal wieder ein bisschen abstauben, sie wird sonst mit der Zeit so unansehnlich. Dabei muss ich irgendwie versehentlich an den Schalter gekommen sein, denn ich fand mich unvermittelt an einem fremden Ort wieder, von dem ich auf Anhieb sicher war, dass es nicht unser Keller sein konnte. Unser Keller ist nämlich keine gewaltige Wüste aus herrlich strandigem weißem Sand, die sich gleichmäßig in alle Richtungen ausbreitet.
Da die Maschine selbst natürlich stets im Keller verbleibt und nur der Reisende transdimensional teleportiert wird, stand ich nun ziemlich dumm da, denn mir war der Rückweg abgeschnitten, zumindest, bis jemand aus meiner Familie mein Fehlen bemerkte.
Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, gehört Schatten – neben dem unschätzbaren Wasserkonzentrat, das ich aus Sicherheitsgründen immer in einem paar alter Gummistiefel bei mir trage – zu den kostbarsten Dingen, über die man in der Wüste verfügen kann. Nicht, dass irgendjemand über Schatten verfügen könnte, aber ihr versteht sicherlich, was ich meine.
Ich war deshalb sehr betrübt, als ich auch zur Zeit meiner Mittagsrast noch immer keine Quelle erfrischender Dunkelheit finden konnte. Zwar hatte ich das Interesse eines kleinen Schwarms gelber Lilien geweckt, aber die blöden Dinger spendeten nicht mal genug Schatten für einen kachexischen Schlumpf, sodass ich sie ärgerlich verscheuchte, sobald sie näher an mich herankamen. Es bereitete mir durchaus ein schlechtes Gewissen, als einige von ihnen, in blinder Panik davonstiebend, von einem der gefürchteten Rückwärtsradfahrer dieser Wüste erfasst und in seinen Speichen zerkleinert wurden.
Anhand dieses Radfahrers konnte ich sofort erkennen, wo ich mich befand. Die Wüste musste in einer Welt liegen, die ich vor einiger Zeit bereits besucht und Widdershins getauft hatte, da die Zeiger meiner Uhr hier verkehrt herum liefen.
Als ich die Herde Giraffen bemerkte, die, in einen völlig enthemmten Blutrausch verfallen, hinter ihm her raste, vergaß ich meine Schuldgefühle und ergriff selbst das Hasenpanier. Von meiner kopflosen Flucht abgelenkt, verloren die Giraffen die Fährte des Fahrers und mussten für diesen Tag hungern.
Nachdem ich ein sicheres Versteck gefunden hatte und mir sicher war, dass die Giraffen sich ein anderes Opfer gesucht hatten, kostete es mich beinahe 20 Minuten, viel Geduld und einen großen Teil meines Stolzes, eine der wandelnden Dattelpalmen anzulocken. Sie sind für gewöhnlich eher scheu, werden aber durch einen kunstvoll ausgeführten Ententanz unwiderstehlich angezogen, wenn der Ententänzer in möglichst falschen Tönen eine bekannte Opernarie singt, Schlaghosen trägt und umgehend nach seiner Rückkehr in die Zivilisation ein Album der Gruppe „US 5“ erwirbt. Selbst jetzt, da ich mich unter den schützenden breiten Blättern der Palme von dem unbarmherzigen Brennen der Wüstensonne erholen kann, bin ich nicht sicher, ob es das wert war. Andererseits hat die Palme immerhin einen WLAN-Hotspot, sodass sich mir durch sie die Chance bietet, euch diese sonderbare kleine Geschichte zu erzählen.
Sobald ich das nächste Mal in meiner ziellosen Wanderung durch die Wüste eine Gelegenheit finde, werde ich euch über den Fortgang meiner Abenteuer berichten. Bis dahin wünsche ich euch geruhsame Feiertage und viel Spaß mit dem herrlich kühlen Wetter, um das ich euch von Herzen beneide.