- Zum Glück nur in Amerika.
- “If you have faith and give me the $ 15,000, maybe one day the car will reveal itself to you.”
- Ey nee geh mir weg mit Into Darkness. Ich hab Star Trek 2009 gesehen, und damit war der Franchise für mich tot. Ja. Das ist eigentlich merkwürdig. Voyager hab ich hingenommen (nota bene hingenommen, nicht gesehen!), Enterprise hab ich hingenommen, Generations hab ich hingenommen, aber Star Trek 2009 hat dann meinen endgültigen Abschluss mit dem Thema markiert, und meine Entscheidung besiegelt, dass ich Star Trek insgesamt nicht mag. Bin durch mit dem Thema.
Und ja, das ist mir zwei Absätze wert, so durch bin ich damit: Verdammt noch mal, wie kann das eigentlich sein, dass Firefly nach einer Staffel abgesetzt wird und Babylon 5 auch für immer verschwunden ist, aber zu Star Trek kommt nutzloser Drecksfilm nach nutzlosem Drecksfilm, und es geht einfach immer weiter? Verdammt noch mal, die Terminator-Serie hatte durchdachtere Plots und interessantere Charaktere und bessere Dialoge als Star Trek sie jemals zustande gebracht hat, sogar die, und die wurde natürlich auch abgesetzt, ist ja klar, weil es am Ende der zweiten Staffel wirklich so aussah, als könnte da was echt Gutes draus werden. Von Pushing Daisies will ich gar nicht erst anfangen, das hat nun auch wirklich gar nichts mehr mit Science Fiction zu tun, aber trotzdem. Ihr wollt doch, dass dieser Planet verglast wird, wenn ihn eines Tages mal echte Aliens entdecken, oder? Gut. Ich auch. - Auch schön:
“No good plan begins with magic sperm!” - Ganz interessant: Postituierte lernen bei einer Beratungsstelle, wie sie auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung eingehen können. Mir fehlt in dem Artikel die Auseinandersetzung mit der Problematik der Sexualität von geistig Behinderten. Wir können doch schwerlich Sex mit Kindern (fast) bedingungslos unter Strafe stellen, weil wir sie nicht für mündig halten, in dem Bereich eine Entscheidung zu treffen, bei geistig Behinderten, die unter Umständen aber sogar noch weniger durchschauen, was geschieht, dann aber gar kein Problem sehen.
- Wie Heribert Prantl sich das mit dem Rechtsstaat vorstellt: “Die Auswertung von Festplatten und Steuer-CDs ist, auch bei fragwürdiger Herkunft, ein Akt der Notwehr gegen parasitären Reichtum.” Ob er nun generell Verfahrensvorschriften und Grundrechte in der Strafverfolgung zur Disposition stellt oder Notwehr nur gegen das Behalten verdienten Geldes für zulässig hält, nicht aber gegen Vergewaltigung, Mord oder Entführung, lässt er zwar offen, aber ich darf schon mal sagen, dass das, was nach Implementierung seiner Vision bliebe, kein Rechtsstaat mehr wäre. Und das finde ich persönlich erheblich asozialer einen Parasitismus, der darin besteht, dass man sein Eigentum trotz massiver Drohungen nicht rausrückt.
- Und wo ich schon mal beim Nörgeln bin: Wie Kate Darling sich das mit der Ethik vorstellt: “Wir sollten Roboter schützen, wie wir es mit Tieren tun. [...] Beim Tierschutz gehe es nicht primär um Tiere, sondern um Menschen. Wir schützen Dinge, die uns an uns selbst erinnern, weil wir uns selbst schützen wollen. Beim Tierschutz gehe es vor allem darum, Verhalten zu bestrafen, das in einem anderen Zusammenhang auch für Menschen gefährlich sein könnte.” Ist klar. Und weil ja Gemälde und Statuen auch viele von uns an Menschen erinnern, sollten wir am besten auch gleich Leute bestrafen, die die beschädigen, weil es viel wichtiger ist, leblosen Gegenständen Leid zu ersparen, als echten Menschen, und weil es natürlich grundsätzlich eine total gute Idee ist, Verhalten gegen Gegenstände zu bestrafen, das Menschen gefährlich sein könnte, wenn es sich nicht gegen Gegenstände richten würde, sondern gegen Menschen. Ich brech ins Essen.
Restebloggen (92)
11. Mai 2013Ich bin ein Hundezüchter.
12. April 2013Und boy howdy, ich kann euch sagen, das ist echt ein hartes Brot. Die blöden Biester machen einfach nicht, was sie sollen.
Am Anfang hatte ich ja nur zwei Welpen, einen Rüden und ein Weibchen, und das ist schon mal ziemlich schief gegangen. Ich hatte da diesen einen Napf mit Hackfleisch, und obwohl ich immer drauf gezeigt und ihnen gesagt habe, dass sie da nicht rangehen dürfen, sonst bring ich sie um, da komm ich doch eines Tages in den Zwinger und seh die beiden Mistviecher davon fressen. Hab ich sie natürlich sofort rausgeworfen, mit son paar Krankheiten infiziert und aufgehört sie zu füttern.
Hat aber auch nichts gebracht. Ich hab natürlich nicht aufgegeben, aber auch mit den nächsten Würfen hats irgendwie nicht geklappt. Die waren noch schlimmer. Haben sich miteinander gepaart, wie es ihnen passte, einander blutig gebissen, sich manchmal sogar gegenseitig umgebracht, es war mir ein Gräuel, das kann ich euch sagen. Hab ich alle ersäuft, bis auf ein Pärchen und deren Welpen. Klar, wollte mir ja keinen neuen Job suchen.
Aber die wollten sich auch nicht benehmen. Haben sich auch einfach wieder kreuz und quer gepaart und gefressen und gesoffen, wie es ihnen passte, haben sich auch wieder gegenseitig umgebracht, und stubenrein wurden die irgendwie auch nicht. Hab ichs mal mit Feuer versucht und wollt jetzt doch schon alle verbrennen, weil ich dachte, scheiß drauf, aber meine Frau ist da irgendwie sentimental, und die meinte, hey, kannste nicht machen, guck doch mal, die beiden da sind doch echt lieb, und die süßen kleinen Babys und so. Na gut, hab ich also wieder ein paar leben gelassen, aber als das Weibchen sich dann noch umgeguckt hat, als sie die andern brennenden Hunde winseln und jaulen hörte, da hatt ich echt die Schnauze voll. Die hab ich ausgestopft. Steht jetzt aufm Kamin.
Als es dann später immer noch nicht besser wurde, und immer noch Chaos im Zwinger war, hab ich gedacht, na gut, versuchst dus noch mal ganz anders. Hab ich meinen Sohn reingeworfen. Ne Zeitlang ging das ganz gut, bis er sich irgendwann mit dem Alpharüden anlegte, da gabs dann natürlich Zoff, und am Ende hamse ihn totgebissen. Hat sehr leiden müssen, der arme Junge.
War ich natürlich schon traurig, aber ich muss auch sagen, hat sich irgendwie gelohnt. Also, nicht dass die Viecher sich jetzt besser benehmen. Verdrecken mir immer noch meinen ganzen Garten, beißen immer noch alles, was ihnen vor die Schnauze kommt und gehorsam sind se auch nicht, egal was ich sage. Die lernens einfach nicht, wie verhext ist das. Seit dem Anfang, mit dem Hackfleisch mein ich, seit der Sache sind die irgendwie verdorben, so kommts mir vor. Da liegt glaub ich die Ursache. Weiß der Geier. Also, das ist eigentlich nicht besser geworden. Viele sind auch krank und verrecken dann ganz eklig, und manche verhungern, weil ich sie natürlich auch nicht mehr füttere, hatte ich ja am Anfang gesagt. Das ist schon Scheiße. Kann man aber nichts machen, ne?
Aber ich hab ihnen vergeben, seit dem Ding mit meinem Sohn.
Und darauf kommts ja schließlich an. Oder?
Darum lass uns drüber reden, Diskussionen sind okay
18. Februar 2013In der letzten Woche blieb, wie gesagt, nicht viel Zeit zum Schreiben, aber das macht nichts, denn ich habe hier noch eine laaaaaange Diskussion über atheistischen Lebenssinn und Ethik, die ich vorletzte Woch mit ChB drüben bei eumloquatur geführt habe. Auch wenn dabei natürlich keine grundlegend neuen Erkenntnisse rausgekommen sind, bin ich mit einigen meiner eigenen Erläuterungen und mit dem insgesamt konstruktiven Verlauf der Verständigung, soweit eine solche über dieses Thema eben möglich ist zwischen Atheisten und Christen, zufrieden genug, um das Ding noch mal im eigenen Blog dokumentieren zu wollen. Ich denke nämlich, dass dieses Gespräch für Atheisten sehr schön illustriert, wie abwegig und abenteuerlich die Weltsicht von (manchen) Christen aussieht, und für Christen umgekehrt bilde ich mir ein, dass ich einigermaßen verständlich erklärt habe, wie abwegig und abenteuerlich unsere Weltsicht ist. Und soweit ich mich erinnere, kommt kein einziger Hitler-Vergleich vor, was alleine schon Grund genug wäre, die Beweise gründlich zu sichern, das glaubt einem ja in zwei Jahren sonst kein Mensch mehr.
Ob ihr euch das antun wollt, müsst ihr natürlich selbst wissen. Aber vielleicht habt ihr ja eh noch nichts vor heute.
Mehr als ein Unbehagen
2. Februar 2013empfindet Florentine Fritzen auf faz.net angesichts der neuen Regelung zur PID, zu der ich kürzlich schon einmal sarkastisch Stellung nahm. Eigentlich ist mehr dazu auch nicht zu sagen, aber weil Frau Fritzens Unbehagen wiederum bei mir erhebliches Unwohlsein ausgelöst hat, und weil ihre Argumentation sich wegen Allgemeingebräuchlichkeit ganz gut als Aufhänger eignet, will ich die Chance nutzen, mich auch noch einmal so unsarkastisch und ernsthaft zu dem Thema zu äußern, wie ich es eben schaffe.
Philoso1 / Let’s Read: Nie wieder Chesterton
7. Dezember 2012Es wird nicht besser. Aber immerhin habe ich diesmal in der Hohen Luft einen kontroversen Beitrag gefunden, sogar zu dem stets aktuellen und von uns allen geliebten Thema Urheberrecht und Informationsfreiheit. Und beim nächsten Mal gibts dann auch nur noch Texte, die irgendeinen allgemein zugänglichen Sinn transportieren. Hoffentlich.
Fun Fact: Ich hatte eigentlich für den Anfang “No Hiding Place” in der Version aus der ähnlichnamigen Babylon-5-Episode aufgenommen, das aber erschrocken und entsetzt wieder gelöscht, nachdem ich es mir probehalber mal angehört hatte. Nee. Ich mache mich ja gerne mal öffentlich lächerlich, aber so weit mag ich dann doch wieder nicht gehen.
Meine Aufzählung zum Schluss ist natürlich nicht vollständig. Ich habe hier zum Beispiel auch noch diesen Schätzing-Roman… Ew. Dann doch lieber Chesterton.
Geheimnisse des Glaubens
17. November 2012Meine Damen und Herren, die frohe Botschaft. Muss man nicht kritisieren. Kritisiert sich quasi von selbst.
Good at running to Washington
14. August 2012Das Bundesland Hamburg beabsichtigt offenbar, einen Staatsvertrag mit drei islamischen Verbänden schließen, und während ich wohl prinzipiell nichts gegen diese Idee habe, auch wenn ich mir als islamischer Verband vielleicht zu schade wäre, mit so einer verkommenen Bande wie den Hamburger Politikern Verträge zu schließen, finde ich doch einiges in diesem FAZ-Bericht, den ich darüber gelesen habe, etwas sonderbar. Es geht ziemlich am Anfang schon los:
Da möchte man als Freund eines aufgeklärten Rechtsstaates doch schon gleich verzweifeln, oder nicht? An einer staatlichen Schule wird der Unterricht in einem Fach von einer Gemeinschaft bestritten, die ein bestimmtes Bekenntnis in Bezug auf dieses Fach vertritt. Es war bisher offenbar nicht erlaubt, dass jemand dieses Fach unterrichtet, der dieser Gemeinschaft nicht angehört. Jetzt soll Angehörigen einer einzigen von den zehntausend anderen Gemeinschaft ebenfalls gestattet werden, dieses Fach zu unterrichten, aber natürlich weiterhin unter der Ägide der ersten Gruppe.
Ehrlich jetzt. Ich weiß, dass meine Entrüstung vielleicht ein bisschen künstlich rüberkommt, weil wir alle schon lange wissen, dass Religionsunterricht in Deutschland nun mal von den christlichen Kirchen veranstaltet wird, aber ich habe mit dem Thema so selten Kontakt, dass es mich jedes Mal wieder wie ein Schlag trifft. Ich weiß, Schüler können sich weigern, an diesem Unterricht teilzunehmen, aber trotzdem: Wie doof ist denn das?
Man stelle sich vor, der Politikunterricht würde ausschließlich von der CDU organisiert und abgehalten, und ein Bundesland wollte es uns jetzt als großen Fortschritt verkaufen, dass in Zukunft auch Parteiangehörige der FDP unterrichten dürfen, wenn auch natürlich weiterhin verantwortet vom großen Koalitionspartner. Oder man stelle sich vor, Biologieunterricht dürfte ausschließlich von Lyssenkoisten erteilt … Ihr habt das Prinzip verstanden? Okay, bitte um Entschuldigung. Weiter.
Noch so’n Ding.
Ich muss zugeben, dass der Begriff “kirchliche Feiertage” nicht so ganz eindeutig ist, aber ich wage erst einmal die Behauptung, dass das keine Gleichbehandlung ist. An den großen kirchlichen Feiertagen (Ostern, Pfingsten, Himmelfahrt, ihr wisst schon) müssen Arbeitnehmer nicht Urlaub nehmen oder nacharbeiten. Sie haben frei. Punkt. (Übrigens, wenn ich kurz zwischendurch auch noch mal den Libertären raus lassen darf: Sympathische Idee, einen Vertrag zu verhandeln, in dem man Dritten (hier: Arbeitgebern) Pflichten auferlegt, ohne diese auch nur zu beteiligen. Stay classy, Hamburg!) Lügt hier die FAZ? Oder hat Hamburg die FAZ belogen, und die haben das einfach übernommen? Bin ich zu pingelig, und es sind eben die nichtgesetzlichen kirchlichen Feiertage gemeint? Macht es überhaupt einen Unterschied? Und warum nur einige muslimische Feiertage? Wenn es keine gesetzlichen Feiertage sind, warum nicht alle? Die christlichen Kirchen dürfen doch auch nicht nur einige ihrer Feiertage als nicht gesetzliche kirchliche Feiertage deklarieren, oder?
Im Vergleich zu den anderen Sachen vielleicht eine Kleinigkeit, aber doch: Laut diesem FAZ-Artikel hat die Stadt Hamburg bereits fünf Jahre mit den Verbänden verhandelt. Und jetzt ist dabei ein Vertrag rausgekommen, der vorsieht, dass über einen der wichtigsten Kernpunkte “weiterverhandelt werden” muss. Das mag jetzt in diesem Kontext leicht unpassend wirken, aber: Jesus Christus! Bloß gut, dass diese Leute nie in die Lage geraten werden, schnell wichtige Entscheidungen treffen zu müssen.
Gaahh! Warum? Was haben Vertreter religiöser Organisationen in Rundfunkgremien verloren? Sollten da nicht Leute sitzen, die was von Rundfunk verstehen? Zur Sicherheit: Ich habe nichts dagegen, dass religiöse Menschen solche Gremien bevölkern. Ich begreife bloß nicht, wie man auf die Idee kommt, jemand müsse da Mitglied sein, weil er einer bestimmten Religion angehört. Und was ist mit Juden, Scientologen, Hindus und Buddhisten, Skeptikern, Jedis und Zwölfgöttergläubigen?
Bäh… däh… äh… Was? Stand da nicht irgendwo anders, dass die evangelische Kirche den Unterricht verantwortet, und dass das so bleibt? Wie ist es denn jetzt richtig? Ich weiß es leider nicht, und konnte es auch nicht herausfinden. Auch in anderen Berichten habe ich dazu keine klare Auskunft gefunden.
Fassen wir zusammen: Die Stadt Hamburg will mit einigen muslimischen Verbänden einen Vertrag schließen, der Muslime zwar nicht fair behandelt, und bei weitem nicht so gut wie die evangelische Kirche, aber doch immerhin noch ein bisschen besser als alle übrigen Glaubensgemeinschaften, die nach wie vor gar keine Sonderrechte bekommen, und unsere Qualitätsjournalisten, die sich schon unbändig auf ihre eigenen blödsinnigen Sonderrechte freuen, kriegen es nicht gebacken, einen informativen oder wenigstens in sich konsistenten Artikel darüber zu verfassen.
Und das unter Umständen Traurigste an der ganzen Sache ist, dass wir alle wissen, worum die Diskussion sich drehen wird: Islamisierung! Christliche Tradition! Abendländische Werte! Sharia! wird die eine Seite rufen, und die andere Seite wird von Gleichberechtigung und Integration reden, und kaum jemand davon, dass hier mal wieder jemand die Staatsgewalt nutzt, um sich Privilegien zu verschaffen und dass es ganz egal ist, ob das Christen sind, Muslime, Scientologen, Männer, Frauen, Konzerne oder Verbraucher oder Presseverlage.
Es sind die Privilegien an sich, die unserer Gesellschaft schaden und den Rechtsstaat aushöhlen.
Die doppelte Strafe ist angemessen
27. Juli 2012Es gibt so Menschen, die so weit von mir und meiner eigenen Gedankenwelt entfernt sind, dass sie wohl genausogut zu einer völlig anderen Art von Lebewesen gehören könnten. Vor denen stehe ich staunend, nicht selten mit buchstäblich offenem Mund, und bewundere diese grundlegende Unterschiedlichkeit, und frage mich, ob ich sie dafür irgendwie charakterlich beurteilen sollte, oder sie einfach nur für Bewohner einer Paralleldimension halten, die mir nicht zugänglich ist.
Robert Spaemann ist offenbar einer dieser Menschen.
schreibt er in der FAZ, und so weit hat er natürlich noch völlig Recht. Doch gleich danach zeichnet sich ab, dass das Weltbild dieses Menschen jedem Zugang meinerseits enthoben ist:
Nun ja. Ich sag mal so: Nicht nur denen, sondern uns allen. Ich finde das immer eigenartig, dass Menschen es im Ernst unerträglich finden können, wenn jemand einen geschmacklosen Cartoon mit Jesus drin zeichnet, aber beim besten Willen kein Problem darin erkennen können, dass zum Beispiel die größte Religionsgemeinschaft der Welt ganz offiziell, für jeden nachlesbar und mit heiligem Ernst verkündet, jeder einzelne Mensch hätte es verdient, für alle Ewigkeit maßloses Leid zu erfahren. Für alle Ewigkeit. Maßloses Leid. Wir alle. Jeder. Aber das ist in Ordnung, weil es nicht lustig gemeint ist.
Wenn hingegen jemand die Idee verspottet, dass ein allmächtiger, allwissender, und uns alle liebender Gott eine Welt geschaffen hat, dessen jeder einzelner Bewohner diese schlimmst aller denkbaren Strafen verdient hat und auch erhalten wird, und deshalb dann viele Milliarden Jahre nach diesem Schöpfungsakt auf die Idee kommt, dass das vielleicht nicht gut so ist, woraufhin ihm als beste Möglichkeit spontan einfällt, eine Menschenfrau gegen ihren Willen zu schwängern und alles so zu fügen, dass rund 30 bis 40 Jahre später ihr gemeinsamer Sohn hingerichtet wird, damit zumindest die Personen, die ohne vernünftigen Grund diese hanebüchene Geschichte glauben, statt der ewigen Qual ewige Freude erfahren dürfen, wenn jemand diese Idee lächerlich macht, dann ist das nicht hinnehmbar, und dass er das darf, ein Zeichen dafür, dass “irgendetwas” nicht stimmt.
Herr Spaemann erkennt sogar an, dass die Straffreiheit so sicher gar nicht mal ist:
Aber die Richter sind ihm natürlich zu milde, denn wie gesagt: Menschen für so abscheulich zu erklären, dass sie der schlimmsten überhaupt möglichen Strafe anheimfallen müssen, einfach nur dafür, dass sie existieren, das ist okay. Aber sich über ein altes Buch lustig zu machen, das verdient Strafe.
Uuuuuund jetzt bitte noch nicht weiterlesen, sondern einen Moment innehalten: Ahnt ihr, was jetzt kommt? Ich habe es kommen sehen. Was meint ihr? Wollt ihr mal raten?
Militärbischof Overbeck hat Recht
30. Mai 2012und das kommt so selten vor, dass ich diesem besonderen Ereignis einen eigenen zelebrato… zelebrie… zelebere… feierlichen Beitrag widmen will, und weil ich sowieso gerade dabei bin, nehmen wir doch diesen hier.
Overbeck hat offenbar unter anderem gesagt
„Ohne Religion und ohne religiöse Praxis gibt es kein Menschsein.“
und das ist natürlich für jede halbwegs sinnvolle Definition von “Menschsein” einfach schauderhafter Unfug. Recht hat Overbeck mit einer völlig anderen Sache, nämlich damit, dass er dies sagen darf und dürfen soll.
Warum ich meine, das erwähnen zu müssen? Weil Strafanzeigen gegen Herrn Overbeck erstattet wurden, wegen Volksverhetzung, darunter eine vom atheistischen Blogger Skydaddy, und weil ich das für einen Fehler halte.
Im Prinzip ja. (2)
22. Mai 2012Heute geht es um den zweiten Teil der großen Spektrum-der-Wissenschaft-Enthüllungsstory “Sind Wissenschaft und Religion vereinbar?”, nämlich das Streitgespräch “Was können Wissenschaft und Religion voneinander lernen?” zwischen dem Soziobiologen Eckard Voland und dem Religionsphilosophen Winfried Löffler. Das Gespräch ist nicht frei erhältlich, und weil ich vom entgeltlichen Erwerb dringend abraten muss, gehe ich davon aus, dass sowieso keiner von euch Zugang zum Volltext hat und belasse es deshalb bei diesem einen Link.
Ich habe es auch noch nicht gelesen (Ja, ich weiß, dass ich in meinem ersten Post etwas anderes impliziert habe. Seht ihr nie Dr. House?) und bin deshalb genauso gespannt wie ihr auf das Lernpotential.
Verfasst von Muriel 


