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	<title>überschaubare Relevanz</title>
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	<description>Hier bloggt der Chef noch selbst.</description>
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		<title>überschaubare Relevanz</title>
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		<title>Nimmermehr (32)</title>
		<link>http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/12/11/nimmermehr-32/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Dec 2009 22:16:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Muriel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Was mit Literatur im weiteren Sinne]]></category>
		<category><![CDATA[Nimmermehr]]></category>

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		<description><![CDATA[Hach, wie die Zeit vergeht. Heute erscheint schon der 32. und voraussichtlich vorletzte Teil meines Fortsetzungsromans Nimmermehr. Ich sollte allmählich anfangen, mir zu überlegen, welche Geschichte ich euch als nächstes erzähle. Heute sehen wir, wie Sonia auf Hauptmann und Klaus wartet, um sich dann zum Schluss doch zu wünschen, sie wären nie angekommen.

Kurz zusammengefasst haben [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ueberschaubarerelevanz.wordpress.com&blog=7956543&post=1821&subd=ueberschaubarerelevanz&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Hach, wie die Zeit vergeht. Heute erscheint schon der <a href="http://ueberschaubarerelevanz.files.wordpress.com/2009/12/nimmermehr-32.pdf" target="_blank">32. und voraussichtlich vorletzte Teil meines Fortsetzungsromans Nimmermehr</a>. Ich sollte allmählich anfangen, mir zu überlegen, welche Geschichte ich euch als nächstes erzähle. Heute sehen wir, wie Sonia auf Hauptmann und Klaus wartet, um sich dann zum Schluss doch zu wünschen, sie wären nie angekommen.</p>
<p><span id="more-1821"></span></p>
<p>Kurz zusammengefasst haben wir im <a href="/2009/07/05/nimmermehr/" target="_blank">ersten Teil</a> eine junge Dame kennen gelernt, die an einem norwegischen Fjord wohnt und offenkundig unter ernst zu nehmenden psychischen Beschwerden leidet. Diese junge Dame bekam in der ersten Szene einen Anruf von Clarence und musste sich auf den Weg machen, um etwas für ihn zu erledigen. Sie bekommt später auch einen Namen, aber noch kennen wir den nicht.<br />
Der <a href="/2009/07/08/nimmermehr-2/" target="_blank">zweite Teil</a> stellte uns Sonia vor, eine junge Journalistin, die zurzeit nicht ganz freiwillig ihren Bruder bei sich beherbergt und einen geheimnisvollen Anruf bekommen hat, in dem ihr eine große Verschwörungsgeschichte angekündigt wurde.<br />
Im <a href="/2009/07/11/nimmermehr-3/" target="_blank">dritten Teil</a> waren wir dabei, als eine junge Frau, die der Fjordbewohnerin des ersten Teils kein bisschen ähnelte, in Oslo ein Flugzeug nach Deutschland bestieg, auf dem Weg nach Hamburg.<br />
Im <a href="/2009/07/16/nimmermehr-4/" target="_blank">vierten Teil</a> kam Sonia ihrer Verschwörung näher, und zum Schluss stellte sie fest, dass die geheimnisvolle Anruferin den Mord an einem ehemaligen Hamburger Bürgermeister und seiner Familie vorhergesagt hatte.<br />
Im <a href="/2009/07/19/nimmermehr-5/" target="_blank">fünften Teil</a> sahen wir einer kinderlieben jungen Frau in einem Hamburger Hotelzimmer dabei zu, wie sie erschöpft auf ihrem Bett lag und sich an ihr hartes Tagwerk erinnerte, das ziemlich direkt mit dem vorhin erwähnten Mord zusammenhängt.<br />
Der <a href="/2009/07/25/nimmermehr-6/" target="_blank">sechste Teil</a> führt uns nach Afrika, wo wir einen neuen Mitarbeiter des Unternehmens Discordia, Incorporated, beim Beginn seines ersten Arbeitstages begleiten.<br />
Im <a href="/2009/07/30/nimmermehr-7/" target="_blank">siebten Teil</a> fährt Sonia zur Arbeit, frohen Mutes und bereit, sich in die Recherche für die Story ihres Lebens zu stürzen.<br />
Die junge Frau hat im <a href="/2009/08/01/nimmermehr-8/" target="_blank">achten Teil</a> noch eine PSP zu retten, zwei Überraschungseier zu essen, einen kleinen Auftrag zu erledigen und einen Kater zu beerdigen, bevor sie sich schließlich auf den Weg zu Sonia macht.<br />
Sonia und die junge Frau, die uns nun endlich verrät, dass wir sie Lenore nennen dürfen, treffen im <a href="/2009/08/06/nimmermehr-9/" target="_blank">neunten Teil</a> aufeinander, doch als Lenore siche gerade ernsthaft an die Arbeit machen will, taucht ein unterwartetes – und ein wenig absurdes – Hindernis auf.<br />
Im <a href="/2009/08/11/nimmermehr-10/" target="_blank">zehnten Teil</a> gibt es ein leider sehr kurzes Wiedersehen mit Kristina und Lenore und Sonia werden aus ihrer prekären Lage befreit.<br />
Sonia gelingt im <a href="/2009/08/15/nimmermehr-11/" target="_blank">elften Teil</a> die Flucht – gewissermaßen -, und wir lernen Clarence endlich mal persönlich kennen.<br />
Lenores Tag hat eine ungute Wendung genommen, aber im <a href="/2009/08/18/nimmermehr-12/" target="_blank">zwölften Teil</a> sieht sie schon wieder ein bisschen Licht.<br />
Im <a href="/2009/08/21/nimmermehr-13/" target="_blank">dreizehnten Teil</a> lernen wir Sonias Chef ein bisschen besser kennen, und er wiederum hat das zweifelhafte Vergnügen, Lenores Bekanntschaft zu machen.<br />
Im <a href="/2009/08/25/nimmermehr-14/" target="_blank">vierzehnten Teil</a> nimmt besagte Bekanntschaft ihren Lauf und kein gutes Ende.<br />
Der <a href="/2009/08/29/nimmermehr-15/" target="_blank">fünfzehnte Teil</a> führt uns nach Afrika. Wir besuchen Philippe, Kira und Clarence, aber es gibt leider keinen Tee und keine Kekse. Außerdem begleiten wir Sonias Bruder Marten zu seinem Lieblingsdealer.<br />
Im <a href="/2009/09/02/nimmermehr-16/" target="_blank">sechzehnten Teil</a> tritt mit Jan Hauptmann ein neuer Mitspieler auf, von dem wir erstmal nicht viel mehr erfahren, als dass er zum Thema Sauberkeit und Ordnung geteilter Meinung ist. Lenore erwacht aus einem langen, tiefen Schlaf, ohne sich besonders erholt zu fühlen. Trotzdem weiß sie nun, was sie zu tun hat.<br />
Im <a href="/2009/09/08/nimmermehr-17/" target="_blank">siebzehnten Teil</a> erwacht Sonia aus tiefem Schlaf und beginnt, sich mit dem Raum vertraut zu machen, in dem sie gefangen ist.<br />
Der <a href="/2009/09/18/nimmermehr-18/" target="_blank">achtzehnte Teil</a> führt Lenore zunächst in die Wohnung des Müsli essenden Drogendealers Pedro und dann per Taxi zu dem Haus, in dem sie Sonias Bruder Marten vermutet.<br />
Sonia lernt im <a href="/2009/10/03/nimmermehr-19/">neunzehnten Teil</a> ihren Entführer kennen und erfährt mehr über die Hintergründe dessen, was ihr widerfahren ist, während Lenore bei der Suche nach Marten die Hölle auf Erden erlebt.<br />
Im <a href="/2009/10/08/nimmermehr-20/" target="_blank">zwanzigsten Teil</a> zahlt sich Lenores Leiden aus, und Clarence und Kira führen ein problemorientiertes Gespräch.<br />
Konstantin Klaus und Jan Hauptmann stellen im <a href="/2009/10/19/nimmermehr-21/" target="_blank">einundzwanzigsten Teil</a> fest, dass sie nicht gut miteinander auskommen, und Lenore besucht mit Marten und ihrem Taxifahrer das etwas andere Restaurant.<br />
Der <a href="/2009/10/24/nimmermehr-22/" target="_blank">zweiundzwanzigste Teil</a> war ein bisschen albern, aber trotzdem lehrreich: Kira und Clarence brachten euch was Spannendes über Leichen bei, und Lenore hat für Marten gekocht.<br />
Im <a href="/2009/10/31/nimmermehr-23/" target="_blank">23. Teil</a> bekam Sonia ihr Abendessen serviert und plauderte dabei noch ein bisschen mit ihrem Entführer, während Lenore Marten auf dem Weg zu Sonias Wohnung zu motivieren versuchte.<br />
Die Wirkung ihres kleinen Motivationsseminars sehen wir im <a href="/2009/11/04/nimmermehr-24/" target="_blank">24. Teil</a>, außerdem entdeckt Lenore eine Spur, die sie zu Sonia führen könnte.<br />
Im <a href="/2009/11/09/nimmermehr-25/" target="_blank">25. Kapitel</a> besucht Kira Mkoba, und sie bringt ein ungewöhnliches Mordwerkzeug mit, während Jan Hauptmann und Konstantin Klaus Lenores jüngsten Tatort begutachten.<br />
Von dort aus fahren sie zu Frau Trautwein, die sie im <a href="/2009/11/13/nimmermehr-26/" target="_blank">26. Kapitel</a> als Zeugin vernehmen, und Philippe wird von Kira wieder auf freien Fuß gesetzt, nachdem seine Unschuld erwiesen ist. Er bekommt einen Obstkorb und eine Karte.<br />
Im <a href="/2009/11/18/nimmermehr-27/" target="_blank">27. Kapitel</a> besucht Lenore den Waffenhändler ihres Vertrauens, um sich für Sonias Befreiung einzudecken, und überrascht danach ein paar kleine Pfadfinder.<br />
Auch die Überraschung bei Sebastian Maas ist gelungen, und so kann Lenore Sonia im <a href="/2009/11/22/nimmermehr-28/" target="_blank">28. Teil</a> befreien und sie auf ein traumhaftes Mahl einladen, das leider ein etwas unfriedliches Ende nimmt.<br />
Im <a href="/2009/11/28/nimmermehr-29/" target="_blank">29. Kapitel</a> schleppt Lenore sich aus dem Restaurant und trifft einen jungen Freund wieder.<br />
Sonia betritt im <a href="/2009/12/03/nimmermehr-30/" target="_blank">30. Kapitel</a> das rettende Polizeikommissariat 26, und Julian gibt Lenore neuen Mut, bevor sie sich auf den Weg macht, um zu Ende zu bringen, was sie angefangen hat.<br />
Im <a href="/2009/12/07/nimmermehr-31/" target="_blank">31. Kapitel </a>lernen wir Sonias Mutter kennen und werden Zeugen eines Gesprächs zwischen Clarence, Kira und dem dritten Mann.</p>
<p>Das steht alles auch noch mal auf der Geschichten-Seite, und jetzt geht es los mit dem vorletzten Kapitel:</p>
<p>Monica Dohms &#8211; das war der richtige Name der Stripper-Polizistin &#8211; kicherte so fröhlich und mädchenhaft, dass Sonia zum wiederholten Male dachte, dass sie wirklich völlig ihren Beruf verfehlt hatte, so sympathisch sie auch war. Mit so einem Auftreten konnte man doch nicht bei der Polizei arbeiten. Naja, andererseits musste irgendjemand ja auch Grundschulen besuchen und den Kindern erklären, dass man erst nach links schaut, und dann nach rechts, und dann wieder nach links.<br />
„Ob Sie’s glauben oder nicht, das ist mir wirklich schon passiert“, antwortete sie auf Sonias Frage, „Er hat sogar versucht, mir die Handfesseln abzunehmen, bevor ich ihm dann noch einmal nachdrücklich erklärt hatte, dass ich wirklich nicht für ihn strippen würde, weil mein Freund da einen gewissen Exklusivitätsanspruch hat…“<br />
Sonia lachte, obwohl ihr eigentlich nicht danach war. Es war schwer, sich der anscheinend unerschütterlichen guten Laune der blonden Polizistin zu entziehen. Trotzdem war Sonia es allmählich Leid, hier zu sitzen und zu warten.<br />
„Wissen Sie, ich will wirklich nicht nerven“, sagte sie nach dem gefühlt vierhundertsten Blick auf ihre Uhr, „Aber ich glaube, ich warte hier schon seit zwei Stunden. Kann ich nicht einfach auch mit jemand anderem reden als diesen beiden Leuten, die Sie angekündigt haben?“<br />
Es waren eigentlich genug Polizisten da. Schon eine knappe Viertelstunde, nachdem Monica sie in den Verhörraum gebracht hatte, war ein Trupp Maskierter vom MEK eingetroffen. Sie hatten Sonia um eine kurze Beschreibung Lenores gebeten und ihr dann versprochen, zu ihren Eltern zu fahren, um sie in Sicherheit zu bringen. Insgesamt hatte sie mit dem Chef des Kommandos vielleicht eine Dreiviertelstunde zugebracht, und seitdem wartete sie auf einen Herrn Klaus, der für den ganzen Lenore-Fall verantwortlich war und angeblich auch noch jemanden vom BKA mitbringen würde. Aber er kam nicht. Monica hatte ihr nach einem Telefongespräch mit ihm gesagt, die beiden wären noch beim Innensenator, der darauf bestanden hatte, sich von ihnen genau erklären zu lassen, was los war, bevor er seine Pressekonferenz gab. Sonia wusste nicht, ob so was üblich war, aber sie fand es jedenfalls schrecklich unfair, dass sie hier stundenlang sitzengelassen wurde und niemand sich um sie zu kümmern schien.<br />
Monica lächelte ein bisschen beschämt. Eigentlich nannte Sonia sie natürlich Frau Dohms, aber in ihren Gedanken war sie Monica.<br />
„Es tut mir echt Leid“ sagte sie, „Ich habe was von zwanzig Minuten gesagt, glaube ich, aber ich konnte das ja auch nicht wissen. Ich habe mich auf Herrn Klaus verlassen. Sie sollten mal sehen, was da draußen los ist. Ich glaube, sämtliche Reporter dieser Republik haben sich auf Hamburg gestürzt wie die Schmeißfliegen, und wenn ich hier aus dem Fenster schaue, dann könnte ich…“ Monicas Augen wurden noch größer, als sie ohnehin schon waren, und sie schlug sich wieder eine Hand vor den Mund. „Oh Gott“, sagte sie. „Das tut mir Leid, ich hatte ganz vergessen, dass Sie auch… Oh Gott, entschuldigen Sie bitte, ich habe mal wieder… Verzeihen Sie mir?“<br />
Sonia lächelte mild, obwohl ihr Monica mit ihrem komödienhaften Getue allmählich ein bisschen auf die Nerven ging. Sie überkam gerade wieder das Bedürfnis, sich in einer dunklen Ecke zusammen zu rollen und den Rest dieser Odyssee einfach zu verschlafen.<br />
„Mir gehen meine Kollegen auch manchmal auf den Geist. Machen Sie sich keine Gedanken.“<br />
„Na gut. Tut mir aber wirklich Leid, ich habe eigentlich nichts gegen Reporter, wirklich nicht, aber manchmal… Sie wissen ja bestimmt auch, wie das manchmal ist…“ Sie zuckte die Schultern und suchte mit ihren großen blauen Augen in Sonias Gesicht nach Verständnis und Zustimmung. „Aber was ich eigentlich sagen wollte: In den Medien ist die Sache riesengroß. Im Fernsehen haben sie Sondersendungen und alles Mögliche, und der Senator hat einen Auftritt nach dem anderen, und deshalb musste das sein. Hier ist außerdem gerade jede zweite Straße gesperrt, und man kommt auch mit Blaulicht nirgends so richtig gut durch, weil alles mit Übertragungswagen voll ist…“ Noch mal ein Schulterzucken. „Das letzte, was ich gehört habe, war, dass sie in spätestens zehn Minuten hier sein müssten.“<br />
„Und was ist mit meinen Eltern?“ Sonia hatte die Frage eigentlich schon lange stellen wollen, sich aber nicht getraut. Sie hatte versucht, sie anzurufen, um sie zu beruhigen und ihnen zu sagen, dass es ihr gut ging, aber sie hatte sie nicht erreicht.<br />
Monica schüttelte den Kopf. „Tut mir Leid… Zu Hause waren sie nicht. Wir haben inzwischen rausgekriegt, dass Ihre Mutter offenbar heute Nacht in Fuhlsbüttel landen wollte und das Kommando ist unterwegs zum Flughafen, aber da jemanden zu finden, ist natürlich auch ein Glücksspiel, zumal Ihre Eltern ja vielleicht schon wieder auf dem Weg zurück nach Hause sind. Wir tun, was wir können, versprochen.“ Sie legte eine Hand auf Sonias Schulter, und Sonia wunderte sich, dass das tatsächlich ein bisschen beruhigend wirkte.<br />
Sonia seufzte und massierte ihre Schläfen, die Ellenbogen auf den Tisch gestützt. Sie hatte eigentlich von der Reise nach Mailand gewusst, aber nicht daran gedacht. Verdammt. Hätte sie das den Polizisten gleich gesagt, wäre das alles bestimmt viel einfacher gewesen.<br />
Etwas vibrierte in ihrer Tasche. Lenores Telefon. Bevor sie sich selbst der Absicht bewusst war, sagte sie schon: „Ähm… Steht das Angebot mit dem Tee eigentlich noch? Ich glaube, ich hätte jetzt doch gerne was zu trinken.“<br />
Monica nickte eifrig und sprang auf. „Klar, kein Problem. Mit Zucker, oder Süßstoff?“<br />
Sonia schüttelte ihren Kopf. „Ohne alles bitte.“<br />
„Was für Tee mögen Sie?“<br />
Verdammt, egal! dachte Sonia, Bloß sieh zu, dass du hier raus bist, bevor die Mailbox rangeht. Oder hatte man als Auftragsmörderin keine Mailbox, um keine Spuren zu hinterlassen?<br />
„Grünen, bitte“, antworte sie, so ruhig sie konnte.<br />
Die Tür hatte sich gerade hinter Monica geschlossen, als das Vibrieren aufhörte.<br />
„Mist“, zischte Sonia. Sie fummelte das Telefon trotzdem hektisch aus ihrer Tasche und schaute sich den entgangenen Anruf an. Unterdrückte Rufnummer. Nicht unbedingt eine Überraschung, aber sie hatte trotzdem gehofft…<br />
Als sie es gerade wieder einstecken wollte, leuchtete das Display noch einmal auf, und es begann wieder zu vibrieren. Sonia dachte kurz darüber nach, doch nicht ranzugehen und einfach zu warten, bis Monica zurückkam, um dann mit ihr darüber zu sprechen. Aber sie hatte genug davon zu warten. Die letzten zwei Stunden hatten ihr Vertrauen in die Hamburger Polizei nicht unbedingt gestärkt. Wahrscheinlich würde der Anrufer schnell bemerken, dass er nicht mit der richtigen Person sprach. Aber es bestand eine Chance, dass Sonia etwas über die Organisation erfahren würde, die ihr nach dem Leben trachtete. Immerhin war das hier immer noch genau die Geschichte, von der jeder Journalist träumte, und Sonia war nicht bereit, diese Chance einfach wegzuwerfen.<br />
Sie drückte auf die grüne Taste. „Ja?“<br />
„Hallo Sonia“, hörte sie Lenores Stimme sagen. Sonia sprang erschrocken auf, ihr Blick huschte suchend durch den Raum, als würde sie befürchte, dass die Mörderin irgendwo in der Ecke hockte und sie angrinste. Der Raum und das Polizeirevier fühlte sie plötzlich wieder gar nicht sicher an, und sie erinnerte sich an die Leute mit den Masken. Die hatten wirklich sehr professionell gewirkt. „Legen Sie bitte nicht auf“, fügte Lenore eilig hinzu. Sie sprach geschäftsmäßig, in sachlichem ruhigem Ton. „Ich möchte Ihnen etwas vorschlagen, das für uns beide von Vorteil sein wird.“<br />
Sonia fragte sich noch einmal, ob das eine gute Idee war, entschied sich aber vorerst dafür, mitzuspielen. Sie war in Sicherheit, erinnerte sie sich selbst. Vielleicht hatte noch eine Gefahr bestanden, dass Lenore es mit Monica und ihrem dicken Kollegen aufnahm, aber jetzt war das MEK da, und eine Horde Reporter außerdem noch.<br />
„Zuerst sollten Sie wissen, dass ich Ihnen nicht böse bin. Wegen des Gifts, meine ich. Es war ganz allein mein Fehler. Sie mussten das ausnutzen.“<br />
„Okay…“ sagte Sonia verwirrt. Sie glaubte natürlich kein Wort.<br />
„Sind Sie alleine?“<br />
Sonia war ein bisschen verärgert, dass Lenore immer noch so auftrat, als hätte sie alles unter Kontrolle. Sie war nicht mehr die mit der Pistole. Sonia hatte gewonnen. Es gefiel ihr nicht, dass Lenore einfach weitermachen wollte, als wäre sie eine unaufhaltsame Naturgewalt. Sonia musste ihr zeigen, dass sie ihr nicht unterlegen war und sich nicht mehr in die Opferrolle drängen lassen würde.<br />
„Was soll die Frage?“<br />
„Sie sind doch bestimmt zur Polizei gegangen. Sicher sind Sie von einer ganzen Einsatzgruppe umzingelt.“<br />
Sonia seufzte laut. „Natürlich ist hier alles voller Polizisten. Aber ich bin alleine in diesem Raum.“<br />
„Gut. Ich glaube Ihnen. Wo sind Sie?“<br />
„Vergessen Sie’s.“<br />
„Schon gut.“ Ein leises Lachen. „Was haben Sie denen gesagt?“<br />
Sonia erlaubte sich einen Hauch eines Lächelns. Lenore hatte Angst. Sie wusste nicht, was Sonia wusste. Und sie hatte Angst, dass Sonia es der Polizei sagen würde. Das war ein gutes Gefühl, obwohl Sonia nicht das Gefühl hatte, etwas zu wissen, was Lenore besonders schaden konnte.<br />
„Noch nicht viel. Ich warte immer noch auf die Leute, die mich befragen sollen.“<br />
„Das ist gut, Sonia. Wir können immer noch Freundinnen werden.“<br />
„Das glaube ich nicht.“<br />
„Verschließen Sie sich nicht, Sonia.“ Lenore lachte wieder. „Hören Sie sich erst einmal an, was ich zu sagen habe.“<br />
Sonia blickte noch einmal zur Tür. Sie fürchtete, dass Monica bald zurückkommen würde.<br />
„Was wollen Sie von mir?“<br />
„Sehen Sie, es ist für uns beide ziemlich einfach. Ich will mein Telefon wieder haben, und Sie wollen nicht, dass Ihren Eltern etwas passiert.“<br />
„Ich sagte schon, dass sie beschützt werden.“<br />
„Oh, kommen Sie. Glauben Sie, ich würde anrufen, wenn ich es nicht besser wüsste?“<br />
Sonia schluckte, aber der Kloß in ihrem Hals war noch da.<br />
„Was soll das bedeuten?“<br />
„Sagen Sie ‚Hallo’ zu Ihrer Tochter“, hörte sie Lenores Stimme ziemlich leise sagen, und dann die Stimme ihrer Mutter: „Sonia? Sonia, geht es dir gut? Dein Vater und ich-„ „Das reicht schon“, unterbrach Lenore sie.<br />
„Was wollen Sie?“ Beinah hätte Sonia geschrien, aber sie war sich noch nicht sicher, ob die Polizisten von dem Gespräch wissen sollten.<br />
„Habe ich doch gesagt. Ich will das Telefon. Die Daten darauf sind verschlüsselt, aber ich habe mir mal sagen lassen, dass man mit genug Zeit jeden Schlüssel knacken kann.“<br />
„Ich sollte auflegen. Bevor Sie mich tatsächlich zu diesem Wahnsinn überreden.“<br />
„Lieben Sie Ihre Eltern, Sonia?“<br />
Sie wollte schreien. Sie spürte den Drang. Sie konnte den Schrei fast körperlich in sich aufsteigen spüren. Es erforderte Kraft, ihn zurückzuhalten. Lenore hatte es wieder geschafft, sie hatte die Kontrolle wieder, und Sonia war wieder das Opfer, und sie hatte wieder Angst vor dem Ungeheuer, das sich im Körper einer sympathischen jungen Frau versteckte.<br />
„Was genau ist Ihr Vorschlag?“<br />
„Wir treffen uns. Sie bringen das Telefon mit, und ich stelle Ihnen ein paar Fragen. Sie verstehen sicher, dass ich sehr verärgert reagieren werde, wenn ich feststelle, dass jemand an dem Telefon herumgebastelt hat.“<br />
„Das ist verrückt. Woher weiß ich, dass Sie mich nicht einfach doch noch erschießen?“<br />
„Woher weiß ich, dass Sie nicht die Polizei mitbringen? Ich fürchte mich vor diesem Treffen vielleicht mehr als Sie, Sonia. Ich habe keinen Grund mehr, Sie zu töten. Der Auftrag wurde storniert.“<br />
„Das sagen Sie.“<br />
„Wir machen Rückschritte. Denken Sie konstruktiv, Sonia.“<br />
Sonia schüttelte langsam den Kopf, ihr Mund halb offen, als ihr bewusst wurde, dass Lenores sonderbare Magie auch übers Telefon wirkte. Obwohl die Massenmörderin gerade damit gedroht hatte, Sonias Eltern zu töten, fiel es ihr schwer, sie als Bedrohung anzusehen. Lenore vermittelte ihr das Gefühl, mit einer Freundin zu sprechen. Natürlich kannte Sonia sie inzwischen gut genug, um nicht darauf herein zu fallen. Aber es war ein unheimliches Gefühl.<br />
„Ich weiß nicht mal, ob ich hier überhaupt rauskomme, sogar, wenn ich will“, sagte sie.<br />
„Ihnen fällt was ein“, erwiderte Lenore. „Sie sind nicht festgenommen, Sie sind keine Verdächtige. Die denken garantiert nicht mal daran, dass Sie versuchen könnten zu fliehen.“<br />
„Dann bleiben immer noch die zweihundertachtzig Kamerateams, die hier vor der Tür stehen. Was soll ich mit denen machen?“<br />
„Vielleicht erkläre ich es Ihnen am besten noch einmal“, sagte Lenore. „Ich biete Ihnen an, sich kurz mit mir zu treffen, mir ein kleines Mobiltelefon zu geben und ein paar Worte mit mir zu wechseln, und dann können Sie nach Hause fahren und Ihr Leben fortsetzen, ohne je wieder von uns zu hören. Es sei denn, Sie wollen. Die Organisation ist sehr großzügig zu ihren Partnern.“ Lenore legte eine Pause ein, um ihre Worte wirken zu lassen. „Die Alternative ist, dass wir Ihre Eltern töten, alle Ihr näheren Verwandten, und dann Sie. Vielleicht noch einige Ihrer Freunde. Sie wissen, dass wir das können.“ Sie lachte leise. „Wenn man es so darstellt, scheint es gar keine besonders schwierige Entscheidung zu sein, oder was meinen Sie?“</p>
<p>Sonia stöhnte und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen. Womit hatte sie das verdient? Es war nicht so, als hätte sie einen außergewöhnlich gefährlichen Beruf gewählt. Es gab wahnsinnig viele Menschen, die Jahrzehnte lang in Hamburger Zeitungsredaktionen arbeiteten, ohne auch nur ein einziges Mal einer wahnsinnigen Massenmörderin zu begegnen. Sie hätte das doch wirklich nicht vorher wissen können. Diese Sache mit der Mörderorganisation hatte einfach nach einer interessanten Story ausgesehen. Sie hatte doch wirklich nicht wissen können, dass das solche Konsequenzen haben würde.<br />
„Fühlen Sie sich nicht gut?“ hörte sie die schleimige Stimme des BKA-Polizisten in dem teuren Anzug.<br />
Was von jedem anderen wahrscheinlich nach wohlwollender Sorge geklungen hätte, klang aus seinem Mund wie verhüllter Spott. Sonia hatte den Kerl vom ersten Augenblick an eklig gefunden. Seine Augen hatten so einen feuchten Glanz, und sein Gesichtsausdruck erinnerte sie an die Niederen Männer aus dem Film, den sie mit Mesut gesehen hatte. Hearts in Atlantis. Sie versuchte, sich daran zu erinnern, wie es war, entspannt im Fernsehen andere Menschen in gefährlichen Situationen zu beobachten, in dem sicheren Gefühl, dass so etwas niemals einem selbst passieren konnte, aber es wollte ihr nicht recht gelingen.<br />
Sie hob ihren Kopf und sah ihn an. Sein ganzes Gehabe hatte etwas Schleimiges an sich. Sie erwartete ständig, dass er heimlich versuchte, sie unsittlich zu begaffen oder ihr ein bisschen näher kam als eigentlich nötig war, aber das tat er nicht. Er schien völlig zufrieden damit zu sein, wie ein Perverser auszusehen, ohne sich tatsächlich wie einer zu benehmen. Sie konnte sich sonderbarer Weise seinen Namen nicht merken, obwohl das nicht besonders schwer sein sollte. Irgendein berühmter Schriftsteller. Andersch? Mann? Hochhuth?<br />
„Es geht schon“, sagte sie.<br />
Er nickte langsam und gewichtig.<br />
„Sind Sie sicher, dass Sie das hier tun wollen?“ fragte der andere.<br />
Er hieß Klaus, das wusste sie noch. Er war sympathischer als der mit dem Schriftsteller-Namen. Natürlich hatte das nicht besonders viel zu sagen. Die beiden waren kurz nach dem Telefonat mit Lenore angekommen, waren jetzt seit einer knappen Dreiviertelstunde hier, und Sonia wünschte sich schon die Zeit mit Monica zurück.<br />
„Ja“, antwortete sie. „Völlig sicher.“<br />
Sie war sich natürlich kein bisschen sicher, aber sie wollte ihre Eltern nicht verlieren. Und sie wollte, dass Lenore den Rest ihres Lebens in einem Hochsicherheitsgefängnis verbrachte. Sie hatte den beiden erzählt, was Lenore von ihr verlangte.<br />
„Ich halte Ihren Plan nach wie vor für einen großen Fehler“, sagte der Schleimer zu seinem Kollegen. „Es scheint schwer vorstellbar, dass der Innensenator dem zugestimmt hat.“<br />
„Es geschehen eben schwer vorstellbare Dinge in Hamburg“, antwortete der andere.<br />
Sonia hatte das Gefühl, dass die beiden sich mit Freuden gegenseitig totgeschlagen hätten, wenn jemand ihnen die Gelegenheit geboten hätte. Es wäre wohl zu viel verlangt gewesen, dass wenigstens die Polizisten, die ihr helfen sollten, sich auf ihren Fall konzentrieren könnten, statt ihre kleinen Beamtenkriege auszufechten.<br />
„Und das MEK hatte auch keine Einwände?“ fragte der BKA-Mann.<br />
Sonia konnte einfach nicht fassen, dass er Kerl sogar in Anwesenheit des Opfers nichts Besseres zu tun hatte, als permanent seinen Kollegen zu ködern und zu reizen.<br />
„Ich weiß nicht, wie es bei Ihnen in Wiesbaden läuft, aber hier bei uns haben wir so was wie eine Befehlskette, und da steht das Kommando unter dem Innensenator“, fuhr Klaus ihn an.<br />
Der schleimige BKA-Beamte hob beschwichtigend eine Hand, als hätte er nicht die ganze Zeit auf genau so einen Ausbruch hingearbeitet.<br />
„Schon gut“, säuselte er, „Ich bin nur als Berater hier, Sie treffen die Entscheidungen. Aber können Sie mir bitte die Einzelheiten des Plans noch einmal erklären?“<br />
Monica stöhnte und stieß sich von der Wand ab, an der sie die ganze Zeit gelehnt und unbeteiligt zugehört hatte &#8211; einmal hatte sie sogar ein paar Minuten damit zugebracht, eine Haarsträhne um ihren Zeigefinger zu wickeln. Sie ging auf die Männer zu und blieb ein bisschen zu nah vor dem BKA-Beamten stehen.<br />
„Herr Hauptmann, Herr Klaus“, sagte sie, „Können wir uns bitte kurz mal draußen unterhalten? Ginge das?“<br />
Ihre Ungeduld und ihre Verärgerung waren nur ganz mühsam unter einer dünnen Schicht Subordination verborgen. Sonia war überrascht, das hätte sie ihr nicht zugetraut. In diesem Moment stieg die junge Polizistin in ihrer Wertschätzungsskala um mehrere Größenordnungen.<br />
Herr Hauptmann schaute überrascht zu ihr hinab, als hätte ein Stuhl ihn plötzlich angesprochen.<br />
„Ich sehe keine Notwendigkeit“, antwortete er. „Aber wenn Sie eine Pause brauchen, können Sie gerne den Raum verlassen.“<br />
Monica trat erschrocken einen Schritt zurück und sah Hauptmann mit offenem Mund und weit aufgerissenen Augen an. Ihre Lippen bewegten sich langsam, als wollte sie etwas sagen, wüsste aber nicht, was.<br />
Klaus’ Blick wanderte ein paar Mal fassungslos zwischen den beiden hin und her.<br />
„Sagen sie mal, bekommen Sie beim BKA Incentives dafür, dass Sie andere Leute beleidigen, oder ist das bloß ein Hobby von Ihnen?“ fragt er.<br />
Sonia hätte heulen können. Gab es denn sogar auf Seiten der Guten nur Gestörte und Egomanen?</p>
<p><em>Lesegruppenfragen:</em></p>
<ol>
<li><em>Ich habe die Polizisten, die in diesem Kapitel auftreten, charakterlich ziemlich&#8230; sagen wir, markant gezeichnet. Mit etwas bösem Willen könnte man sie auch einfach unprofessionell und kindisch nennen. Findet ihr, dass ich es übertrieben habe?</em></li>
<li><em>In der zweiten Szene habe ich ein paar Ereignisse übersprungen und schildere auch nicht, was genau eigentlich der Plan ist, von dem Klaus und Hauptmann reden. Seid ihr trotzdem mitgekommen, oder hat euch das zu sehr verwirrt?</em></li>
<li><em>Könnt ihr Sonias Entscheidung verstehen, ans Telefon zu gehen und sich dann sogar noch einmal mit Lenore zu treffen, um ihre Eltern zu retten?</em></li>
<li><em>Wie würdet ihr euch wohl in Sonias Situation fühlen?</em></li>
<li><em>Mal keine Frage, nur ein Hinweis, um euch eventuell die Zeit für entsprechende Kommentare zu sparen: Natürlich ist es ziemlich unglaubwürdig, dass der Innensenator zustimmen würde, eine Zivilistin so in Gefahr zu bringen. Keine Sorge, das wird im nächsten Kapitel (hoffentlich) zufriedenstellend erklärt.</em></li>
</ol>
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	</item>
		<item>
		<title>Nicht die Länge zählt, sondern die Technik</title>
		<link>http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/12/11/nicht-die-lange-zahlt-sondern-die-technik/</link>
		<comments>http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/12/11/nicht-die-lange-zahlt-sondern-die-technik/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Dec 2009 23:24:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Muriel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wahre Geschichte!]]></category>
		<category><![CDATA[Bad Hair]]></category>
		<category><![CDATA[Friseur]]></category>
		<category><![CDATA[Korea]]></category>
		<category><![CDATA[Reisebericht]]></category>

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		<description><![CDATA[So, zuerst mal bitte ich um Entschuldigung für die unangekündigte zweitätige Pause. Ärgerlich, dass Freunde und Familie dauernd den wirklich wichtigen Dingen im Weg stehen.
Genau für Zeiten wie diese habe ich mir eine fabelhafte kleine Episode aus dem Korea-Urlaub aufgehoben, der nur eine Kleinigkeit fehlt: Eine Pointe. Bitte holt euch also eure Unterhaltung möglichst rechtzeitig, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ueberschaubarerelevanz.wordpress.com&blog=7956543&post=1812&subd=ueberschaubarerelevanz&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>So, zuerst mal bitte ich um Entschuldigung für die unangekündigte zweitätige Pause. Ärgerlich, dass Freunde und Familie dauernd den wirklich wichtigen Dingen im Weg stehen.</p>
<p>Genau für Zeiten wie diese habe ich mir eine fabelhafte kleine Episode aus dem <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/09/14/seoulmates/" target="_blank">Korea-Urlaub</a> aufgehoben, der nur eine Kleinigkeit fehlt: Eine Pointe. Bitte holt euch also eure Unterhaltung möglichst rechtzeitig, zum Schluss kommt nichts Aufregendes mehr. Ich wünsche viel Vergnügen:</p>
<p>Schon Wochen vor dem Korea-Urlaub hatte ich immer wieder versucht, einen Friseurbesuch in meinen Zeitplan einzuschieben, habe es aber nie <span style="text-decoration:line-through;">genug gewollt </span>geschafft. Nach der ersten Woche in Korea meinte meine Freundin schließlich, dass ich so nicht auf die Hochzeitsfeier gehen könnte, und deshalb suchten wir uns einen möglichst sympathisch wirkenden Friseursalon in Seoul und traten todesmutig ein. Wir wurden sehr freundlich begrüßt, merkten aber bald, dass Kommunikation nur mit Händen und Füßen möglich war, es fand sich kein des Englischen mächtiger Figaro. Nun fand ich es erstens grob unhöflich und zweitens saufeige, bloß deshalb wieder zu gehen.</p>
<p>Ich lachte also dem Tod ins Gesicht, sagte Keoni, sie könne sich die Zeit ja außerhalb mit Einkaufen vertreiben und in einer Dreiviertelstunde zurückkommen, und nahm vor einem der Spiegel Platz. Der freundliche koreanische Friseur gesellte sich zu mir und zeigte mir sein Buch mit Frisuren. Ich suchte mir eine heraus, von der ich dachte, sie wäre mal ein bisschen was anderes, aber auch nicht so wagemutig, dass der eventuelle Schaden sich nicht mehr beheben ließe. Ich zeigte auf den gutaussehenden Herren im Katalog und schlug vorsichtig vor: &#8222;That one?&#8220;</p>
<p>Der Friseur sah mich mit deutlich geweiteten Augen an, sog Luft ein, zeigte ebenfalls auf das Foto und sagte: &#8222;Möge Gott uns allen gnädig sein! Sind Sie sicher, dass Sie wirklich <strong><em>diese Frisur </em></strong>wollen?&#8220; (Er sprach natürlich koreanisch, und ich habe kein Wort verstanden, deswegen gebe ich hier einfach mal das wieder, was ich seinem Tonfall entnehmen konnte.)</p>
<p>Nun weiß ich nicht, wie es euch geht, aber ich bin beim Friseur sowieso immer schrecklich unsicher, weil ich von Frisuren keine Ahnung habe, das auch weiß, und es eigentlich während meiner gesamten Schulzeit auf ziemlich peinliche Weise zur Schau getragen habe. Die deutlichste Willensäußerung, die ich gegenüber einem Friseur zu Stande bringe, geht so in die Richtung von &#8222;Können Sie&#8217;s vielleicht vorne doch noch ein bisschen kürzer machen, oder meinen Sie, lieber nicht?&#8220;</p>
<p>Trotzdem kam es mir ein bisschen albern vor, einfach auf sein undifferenziertes Entsetzen hin eine der anderen Frisuren auszuwählen, deshalb nickte ich und antwortete: &#8222;Yes, that one, if it&#8217;s not a problem.&#8220;</p>
<p>Der Friseur stöhnte, schüttelte den Kopf, verdrehte die Augen, sah sich hilfesuchend um und zeigte auf das Bild. &#8222;Sie wollen also genau diese Frisur, ja? Was ist denn mit Ihnen los?&#8220; (Wie gesagt, ich bin mir nicht sicher, was er wirklich ausdrücken wollte, aber genau so klang es.)</p>
<p>&#8222;Is there something wrong with that haircut?&#8220; fragte ich schüchtern.</p>
<p>Er hob resigniert beide Arme und lief davon, um kurz darauf mit einer Kollegin zurückzukehren. Ich nahm zunächst an, dass er sie als Übersetzerin geholt hatte. Er stellte sie rechts von mir auf und positionierte sich selbst zu meiner Linken. Er zeigte ihr das Bild, das ich mir ausgesucht hatte und sagte: &#8222;Da, siehst du, der Spinner will diese Frisur hier haben.&#8220;<br />
&#8222;WAS? <em>Diese Frisur</em>?&#8220; fragte sie ihn,<br />
und er antwortete: &#8222;Ja, die. Frag ihn doch selbst, wenn du mir nicht glaubst!&#8220;<br />
Sie wandte sich mir zu. Die beiden betrachteten mich eine Weile lang professionell abschätzend, bevor sie auf das Bild zeigte um mich &#8211; leider wieder auf koreanisch &#8211; zu fragen: &#8222;Sind Sie absolut sicher, dass Sie <em>genau diese Frisur</em> wollen?&#8220;<br />
Ich antwortete, inzwischen völlig verunsichert: &#8222;You could suggest another one, of course, if you think that it&#8217;s not a good idea. Is there something wrong with this haircut?&#8220;<br />
Sie schüttelte den Kopf. &#8222;No problem&#8220;, sagte sie, um dann zu ihrem Kollegen zu sagen: &#8222;Der ist einfach bekloppt. Da ist nichts zu machen. Der will das wirklich.&#8220;<br />
&#8222;Was? Nee, das mach ich nicht. Hast du mal was von Berufsethik gehört?&#8220;<br />
&#8222;Na, jetzt mach das eben! Ist dann ja nicht unser Problem.&#8220;<br />
Und dann war ich wieder mit meinem Friseur alleine, schaute ihn eingeschüchtert an und bereute, Keoni weggeschickt zu haben.</p>
<p>Er holte sich dann noch eine jüngere Kollegin dazu &#8211; ich vermute, eine Auszubildende oder Assistentin -, und zusammen wuschen und schnitten die beiden dann meine Haare und gelten sie zu so einer Art <a href="http://funkhundd.files.wordpress.com/2008/08/ace_ventura_pet_detective1.jpg" target="_blank">Ace-Ventura</a>-Enten-Frisur. Also, natürlich nicht so extrem, aber wenn ihr euch Ace Venturas Haarschnitt in einer zivilisierten Form vorstellt, dann habt ihr&#8217;s ungefähr. Es sah gar nicht mal schlecht aus, und Keoni gefiel es zu meiner maßlosen Erleichterung auch.</p>
<p>Leider war die Zufriedenheit nicht von Dauer, denn es gelang mir am nächsten Morgen nicht, die Frisur selbst mit dem eigens erworbenen unfassbar-ultra-unendlich-übernatürlich-hammerstarken Haarwachs nachzuformen, und am morgen darauf auch nicht, und am nächsten. Gleichzeitig war ich aber zu <span style="text-decoration:line-through;">faul</span> <span style="text-decoration:line-through;">feige</span> stolz, um noch ein zweites Mal einen Friseur aufzusuchen, sodass ich nun auf jedem unserer Urlaubsfotos nach mehr oder weniger spektakulärem <a href="http://subliminalreflex.com/wp-content/uploads/2008/05/bad-hair-day.jpg" target="_blank">Bad-Hair-Day</a> aussehe.</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1812/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1812/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1812/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1812/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1812/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1812/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1812/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1812/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1812/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1812/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ueberschaubarerelevanz.wordpress.com&blog=7956543&post=1812&subd=ueberschaubarerelevanz&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Ode an Mario Barth</title>
		<link>http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/12/08/ode-an-mario-barth/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 19:24:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Muriel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedankenspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Was mit Literatur im weiteren Sinne]]></category>
		<category><![CDATA[Mario Barth]]></category>
		<category><![CDATA[Ode]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie fühlst du dich, Mario Barth, im hellen Bühnenlicht?
Bist du stolz auf was du tust, oder bist du&#8217;s eher nicht?
Kannst du über deine eig&#8217;nen Witze manchmal selber lachen,
Oder verabscheust du sie auch, so wie wir es machen?
Mario Barth, kannst du dich freu&#8217;n, über all den Ruhm, das Geld,
Oder verzweifelst du am Leben, verzweifelst du an dieser [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ueberschaubarerelevanz.wordpress.com&blog=7956543&post=1803&subd=ueberschaubarerelevanz&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><a href="http://view.picapp.com/default.aspx?term=Mario+Barth&amp;iid=2174414" target="_blank"><img src="http://cdn.picapp.com/ftp/Images/b/6/6/5/Comedy_Award_2008_fb50.jpg?adImageId=8131944&amp;imageId=2174414" width="400" height="594" border=0  /></a><script type="text/javascript" src="http://cdn.pis.picapp.com/IamProd/PicAppPIS/JavaScript/PisV4.js"></script>
<p>Wie fühlst du dich, Mario Barth, im hellen Bühnenlicht?<br />
Bist du stolz auf was du tust, oder bist du&#8217;s eher nicht?</p>
<p>Kannst du über deine eig&#8217;nen Witze manchmal selber lachen,<br />
Oder verabscheust du sie auch, so wie wir es machen?</p>
<p>Mario Barth, kannst du dich freu&#8217;n, über all den Ruhm, das Geld,<br />
Oder verzweifelst du am Leben, verzweifelst du an dieser Welt?</p>
<p>Liegst du Nachts in deinem Bett, kreidebleich und schweißesnass,<br />
Und denkst: &#8216;Weh mir, was mach ich da &#8211; und warum macht es allen Spass?&#8217;</p>
<p>Ich frage mich, ob du privat vielleicht echt sympathisch bist,<br />
Oder in echt auch immer brüllst, und ob du kleine Kinder frisst.</p>
<p>Fürchtest du deine eigene Fratze, wenn du sie im Fernseh&#8217;n siehst?<br />
Schämst du dich und weinst du leise, während du Schopenhauer liest?</p>
<p>Mario Barth, du Komiker, spielst du nur den Proleten,<br />
Und tust nur so, als wärst du doof, wegen der Moneten?</p>
<p>Um ehrlich zu sein, fürchte ich, das ist alles echt,<br />
Wahrscheinlich hältst du dich für lustig. Herr im Himmel, ist mir schlecht.</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1803/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1803/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1803/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1803/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1803/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1803/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1803/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1803/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1803/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1803/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ueberschaubarerelevanz.wordpress.com&blog=7956543&post=1803&subd=ueberschaubarerelevanz&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Nimmermehr (31)</title>
		<link>http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/12/07/nimmermehr-31/</link>
		<comments>http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/12/07/nimmermehr-31/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 07 Dec 2009 08:51:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Muriel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Was mit Literatur im weiteren Sinne]]></category>
		<category><![CDATA[Nimmermehr]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/?p=1793</guid>
		<description><![CDATA[Heute erscheint der 31. Teil meines Fortsetzungsromans Nimmermehr. Wir lernen in diesem Kapitel Sonias Mutter kennen und werden Zeugen eines Gesprächs zwischen Clarence, Kira und dem dritten Mann. Viel Vergnügen.

Kurz zusammengefasst haben wir im ersten Teil eine junge Dame kennen gelernt, die an einem norwegischen Fjord wohnt und offenkundig unter ernst zu nehmenden psychischen Beschwerden [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ueberschaubarerelevanz.wordpress.com&blog=7956543&post=1793&subd=ueberschaubarerelevanz&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Heute erscheint <a href="http://ueberschaubarerelevanz.files.wordpress.com/2009/12/nimmermehr-31.pdf" target="_blank">der 31. Teil meines Fortsetzungsromans Nimmermehr</a>. Wir lernen in diesem Kapitel Sonias Mutter kennen und werden Zeugen eines Gesprächs zwischen Clarence, Kira und dem dritten Mann. Viel Vergnügen.</p>
<p><span id="more-1793"></span></p>
<p>Kurz zusammengefasst haben wir im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/07/05/nimmermehr/" target="_blank">ersten Teil</a> eine junge Dame kennen gelernt, die an einem norwegischen Fjord wohnt und offenkundig unter ernst zu nehmenden psychischen Beschwerden leidet. Diese junge Dame bekam in der ersten Szene einen Anruf von Clarence und musste sich auf den Weg machen, um etwas für ihn zu erledigen. Sie bekommt später auch einen Namen, aber noch kennen wir den nicht.<br />
Der <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/07/08/nimmermehr-2/" target="_blank">zweite Teil</a> stellte uns Sonia vor, eine junge Journalistin, die zurzeit nicht ganz freiwillig ihren Bruder bei sich beherbergt und einen geheimnisvollen Anruf bekommen hat, in dem ihr eine große Verschwörungsgeschichte angekündigt wurde.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/07/11/nimmermehr-3/" target="_blank">dritten Teil</a> waren wir dabei, als eine junge Frau, die der Fjordbewohnerin des ersten Teils kein bisschen ähnelte, in Oslo ein Flugzeug nach Deutschland bestieg, auf dem Weg nach Hamburg. <br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/07/16/nimmermehr-4/" target="_blank">vierten Teil</a> kam Sonia ihrer Verschwörung näher, und zum Schluss stellte sie fest, dass die geheimnisvolle Anruferin den Mord an einem ehemaligen Hamburger Bürgermeister und seiner Familie vorhergesagt hatte.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/07/19/nimmermehr-5/" target="_blank">fünften Teil</a> sahen wir einer kinderlieben jungen Frau in einem Hamburger Hotelzimmer dabei zu, wie sie erschöpft auf ihrem Bett lag und sich an ihr hartes Tagwerk erinnerte, das ziemlich direkt mit dem vorhin erwähnten Mord zusammenhängt.<br />
Der <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/07/25/nimmermehr-6/" target="_blank">sechste Teil</a> führt uns nach Afrika, wo wir einen neuen Mitarbeiter des Unternehmens Discordia, Incorporated, beim Beginn seines ersten Arbeitstages begleiten.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/07/30/nimmermehr-7/" target="_blank">siebten Teil</a> fährt Sonia zur Arbeit, frohen Mutes und bereit, sich in die Recherche für die Story ihres Lebens zu stürzen.<br />
Die junge Frau hat im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/08/01/nimmermehr-8/" target="_blank">achten Teil</a> noch eine PSP zu retten, zwei Überraschungseier zu essen, einen kleinen Auftrag zu erledigen und einen Kater zu beerdigen, bevor sie sich schließlich auf den Weg zu Sonia macht.<br />
Sonia und die junge Frau, die uns nun endlich verrät, dass wir sie Lenore nennen dürfen, treffen im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/08/06/nimmermehr-9/" target="_blank">neunten Teil</a> aufeinander, doch als Lenore siche gerade ernsthaft an die Arbeit machen will, taucht ein unterwartetes – und ein wenig absurdes – Hindernis auf.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/08/11/nimmermehr-10/" target="_blank">zehnten Teil</a> gibt es ein leider sehr kurzes Wiedersehen mit Kristina und Lenore und Sonia werden aus ihrer prekären Lage befreit.<br />
Sonia gelingt im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/08/15/nimmermehr-11/" target="_blank">elften Teil</a> die Flucht – gewissermaßen -, und wir lernen Clarence endlich mal persönlich kennen.<br />
Lenores Tag hat eine ungute Wendung genommen, aber im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/08/18/nimmermehr-12/" target="_blank">zwölften Teil</a> sieht sie schon wieder ein bisschen Licht.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/08/21/nimmermehr-13/" target="_blank">dreizehnten Teil</a> lernen wir Sonias Chef ein bisschen besser kennen, und er wiederum hat das zweifelhafte Vergnügen, Lenores Bekanntschaft zu machen.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/08/25/nimmermehr-14/" target="_blank">vierzehnten Teil</a> nimmt besagte Bekanntschaft ihren Lauf und kein gutes Ende.<br />
Der <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/08/29/nimmermehr-15/" target="_blank">fünfzehnte Teil</a> führt uns nach Afrika. Wir besuchen Philippe, Kira und Clarence, aber es gibt leider keinen Tee und keine Kekse. Außerdem begleiten wir Sonias Bruder Marten zu seinem Lieblingsdealer.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/09/02/nimmermehr-16/" target="_blank">sechzehnten Teil</a> tritt mit Jan Hauptmann ein neuer Mitspieler auf, von dem wir erstmal nicht viel mehr erfahren, als dass er zum Thema Sauberkeit und Ordnung geteilter Meinung ist. Lenore erwacht aus einem langen, tiefen Schlaf, ohne sich besonders erholt zu fühlen. Trotzdem weiß sie nun, was sie zu tun hat.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/09/08/nimmermehr-17/" target="_blank">siebzehnten Teil</a> erwacht Sonia aus tiefem Schlaf und beginnt, sich mit dem Raum vertraut zu machen, in dem sie gefangen ist.<br />
Der <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/09/18/nimmermehr-18/" target="_blank">achtzehnte Teil</a> führt Lenore zunächst in die Wohnung des Müsli essenden Drogendealers Pedro und dann per Taxi zu dem Haus, in dem sie Sonias Bruder Marten vermutet.<br />
Sonia lernt im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/10/03/nimmermehr-19/">neunzehnten Teil</a> ihren Entführer kennen und erfährt mehr über die Hintergründe dessen, was ihr widerfahren ist, während Lenore bei der Suche nach Marten die Hölle auf Erden erlebt.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/10/08/nimmermehr-20/" target="_blank">zwanzigsten Teil</a> zahlt sich Lenores Leiden aus, und Clarence und Kira führen ein problemorientiertes Gespräch.<br />
Konstantin Klaus und Jan Hauptmann stellen im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/10/19/nimmermehr-21/" target="_blank">einundzwanzigsten Teil</a> fest, dass sie nicht gut miteinander auskommen, und Lenore besucht mit Marten und ihrem Taxifahrer das etwas andere Restaurant.<br />
Der <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/10/24/nimmermehr-22/" target="_blank">zweiundzwanzigste Teil</a> war ein bisschen albern, aber trotzdem lehrreich: Kira und Clarence brachten euch was Spannendes über Leichen bei, und Lenore hat für Marten gekocht.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/10/31/nimmermehr-23/" target="_blank">23. Teil</a> bekam Sonia ihr Abendessen serviert und plauderte dabei noch ein bisschen mit ihrem Entführer, während Lenore Marten auf dem Weg zu Sonias Wohnung zu motivieren versuchte.<br />
Die Wirkung ihres kleinen Motivationsseminars sehen wir im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/11/04/nimmermehr-24/" target="_blank">24. Teil</a>, außerdem entdeckt Lenore eine Spur, die sie zu Sonia führen könnte.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/11/09/nimmermehr-25/" target="_blank">25. Kapitel</a> besucht Kira Mkoba, und sie bringt ein ungewöhnliches Mordwerkzeug mit, während Jan Hauptmann und Konstantin Klaus Lenores jüngsten Tatort begutachten.<br />
Von dort aus fahren sie zu Frau Trautwein, die sie im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/11/13/nimmermehr-26/" target="_blank">26. Kapitel</a> als Zeugin vernehmen, und Philippe wird von Kira wieder auf freien Fuß gesetzt, nachdem seine Unschuld erwiesen ist. Er bekommt einen Obstkorb und eine Karte.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/11/18/nimmermehr-27/" target="_blank">27. Kapitel</a> besucht Lenore den Waffenhändler ihres Vertrauens, um sich für Sonias Befreiung einzudecken, und überrascht danach ein paar kleine Pfadfinder.<br />
Auch die Überraschung bei Sebastian Maas ist gelungen, und so kann Lenore Sonia im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/11/22/nimmermehr-28/" target="_blank">28. Teil</a> befreien und sie auf ein traumhaftes Mahl einladen, das leider ein etwas unfriedliches Ende nimmt.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/11/28/nimmermehr-29/" target="_blank">29. Kapitel</a> schleppt Lenore sich aus dem Restaurant und trifft einen jungen Freund wieder.<br />
Sonia betritt im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/12/03/nimmermehr-30/" target="_blank">30. Kapitel</a> das rettende Polizeikommissariat 26, und Julian gibt Lenore neuen Mut, bevor sie sich auf den Weg macht, um zu Ende zu bringen, was sie angefangen hat.</p>
<p>Das steht alles auch noch mal ausführlich auf der Geschichten-Seite, und jetzt geht es los:</p>
<p>Sabine Schopp summte leise die Melodie mit, die sie aus den Lautsprechern des Mövenpick-Cafés ab Flughafen hörte. Strangers in the Night. eigentlich hielt sie nicht viel von Sinatra. Ihr Bruder liebte Old Blue Eyes mit solcher Leidenschaft, dass er ihr sogar die Freude an seinen weniger bekannten Stücken für alle Zeiten ausgetrieben hatte. Sie tappte sogar den Rhythmus mit den Fingern auf ihrem Koffer mit. Das zufriedene Lächeln war sicher in ihrem Gesicht verankert, obwohl sie jetzt schon seit einer Viertelstunde auf ihren Mann wartete, der sie eigentlich abholen wollte. Wahrscheinlich stand er im Stau.<br />
Sabine Schopp war blendender Laune. Sie hatte die letzten zwei Tage in Mailand verbracht &#8211; Milano, sie selbst nannte alle italienischen Städte nur bei ihren italienischen Namen und kümmerte sich nicht darum, dass das gelegentlich affektiert wirkte &#8211; und fühlte sich wie nach einem mehrwöchigen Urlaub. Italien hatte diese Wirkung auf sie, und es gab keine Region Italiens, die sie so sehr liebte wie die Lombardei, und keine Stadt wie Milano. Sie konnte Stunden damit zubringen, einfach auf der Piazza Mercanti die Palazzi zu betrachten, Espresso zu trinken und die Menschen zu beobachten. Italiener. Laut, aber sympathisch. Lebhaft eben. Südländisch.<br />
Natürlich freute sie sich auch, wieder nach Hause zu kommen. Sie hatte Carsten vermisst, und war ein bisschen besorgt, ob er nicht doch böse war, dass sie zugestimmt hatte, ohne ihn zu fliegen. Aber er war selbst Schuld, er hatte es ja vorgeschlagen.<br />
Am kommenden Wochenende würde sich die ganze engere Familie, also sie selbst und Carsten, ihre Mutter und seine, ihr Bruder, Sonia und Marten, zum Abendessen treffen. Sie freute sich sehr darauf, Sonia wieder zu sehen. Und auch Marten natürlich. Marten. Ihre Hände hörten für die Zeit eines Seufzers mit dem Trommeln auf, aber das Lächeln blieb.<br />
Sie konnte es kaum erwarten, ihnen ihre Geschenke zu geben. Carsten würde seines sofort erhalten, für ihn hatte sie eine EcoSphere gekauft, ein ovales Glasgefäß, in dem sich ein komplettes Ökosystem befand. Kleine Krebse schwammen darin herum, die sich von Algen ernährten, die für ihr Wachstum nur Sonnenlicht und die vorhandenen Nährstoffe benötigten. Sie hatte es schon aus dem Koffer geholt und hielt die Plastiktüte mit dem Karton in der Hand.<br />
Angeblich würde alles darin ganz von selbst weiter leben für mindestens fünf Jahre, ohne dass man Futter dazugeben oder das Glas auch nur berühren müsste. Carsten wäre sicher begeistert. Er hatte vor acht Jahren mal ein Aquarium gekauft, aber aus irgendwelchen Gründen waren ihm stets nach kurzer Zeit sämtliche Fische eingegangen. Nach dem dritten Versuch hatte er aufgegeben. Sonia und Sabine zogen ihn noch heute gerne mit seinem schwarzen Daumen auf. Sie grinste. Ein versiegeltes, völlig autarkes Ökosystem hinter einer robusten Glaswand war genau das richtige für ihn.<br />
Seine einzige Möglichkeit, Schaden anzurichten, bestand darin, die Kugel in eine dunkle Schublade zu legen und mehrere Tage darin zu lassen. Sie machte sich eine gedankliche Notiz, das regelmäßig zu überprüfen. Wenn sie mal wieder für eine Weile ohne ihn verreiste, würde sie natürlich einen Krebssitter engagieren müssen, dachte sie, und lachte leise. Sie freute sich auf seinen Gesichtsausdruck, wenn sie ihm das erklärte.<br />
Für Sonia hatte sie einen grässlich kratzigen dunkelbraunen Schal mitgebracht. Aus Rache. Zu ihrem letzten Geburtstag hatte sie von ihrer Lieblingstochter ein sehr ähnliches Accessoir erhalten, das offenbar aus bemalten Drähten bestand, jedenfalls fühlte es sich auf der Haut so an.<br />
Und für Marten hatte sie eine kniehohe Actionfigur der Hauptperson aus Waterworld mitgebracht. Sie selbst fand weder den Film noch die Figur besonders ansprechend, aber er würde sich sicherlich darüber freuen. Falls er nicht schon eine hatte. Sabine seufzte noch einmal, wieder ohne ihr Lächeln zu verlieren. Sie hatte zu wenig Kontakt zu ihrem Sohn. Sie war sich ziemlich sicher, dass das nicht ihre Schuld war, aber das machte es natürlich auch nicht besser.<br />
Sonia hatte sogar einmal angedeutet, dass er vielleicht Drogen nahm. Was war nur passiert? Marten hatte in der Schule immer ganz ordentliche Zensuren bekommen. Nicht so wie Sonia, deren schlechteste Zensur stets die Zwei Minus in Musik gewesen war, aber doch besser als der Durchschnitt. Erst später, als er sein erstes Studium angefangen hatte &#8211; Medizin; Carsten war sich von Anfang an sicher gewesen, dass das ein Fehler gewesen war &#8211; da hatte er sich von ihnen entfernt. Das Studium hatte er abgebrochen. Dann ein neues angefangen, Archäologie, und nach zwei Semestern abgebrochen. Dann nichts mehr. Wenn sie ihn fragten, was er machen wollte, schnitt er nur eine Grimasse und zeichnete ein Quadrat in die Luft. Square. Spießer meinte er damit. Ob er wohl wusste, dass sie den Ausdruck kannte? Sabine lächelte. Ihrer Meinung nach war sie recht gut auf dem Laufenden für eine Siebenundvierzigjährige. Andererseits dachten die anderen das wahrscheinlich auch alle.<br />
Sabine beschloss, beim Essen am Wochenende noch einmal zu versuchen, mit ihm zu sprechen. Nicht, dass sie das nicht schon oft versucht hätte… Vielleicht war es die gehobene Urlaubsstimmung, die ihr die Hoffnung gab, dass es diesmal anders laufen könnte. Aber vielleicht konnte sie ja auch wirklich…<br />
Sie unterbrach den Gedanken, als sie Carsten in seinem Rollstuhl in der Menge der umherhuschenden Menschen in der Halle entdeckte. Sie hob ihren Arm, winkte ihm zu, nahm den Koffergriff in die Hand und eilte auf ihn zu.<br />
„Na“, sagte sie, als sie nah genug bei ihm war, dass er sie hören konnte, „Du hast dir aber ganz schön Zeit gelassen, hast du etwa…“<br />
Zum ersten Mal seit Stunden, möglicherweise sogar seit Tagen, flackerte das Lächeln in ihrem Gesicht, als sie sein Gesicht sah.<br />
„Was…?“<br />
Er schüttelte den Kopf.<br />
„Zu Hause“, sagte er.<br />
Sie sog Luft ein, und ihr Atem stockte, während sie darüber nachdachte.<br />
„Nein“, sagte sie schließlich, „Das geht nicht. Das halte ich nicht aus. Was ist los, Carsten?“<br />
Er sah sich mit einem beinahe verzweifelten Blick um.<br />
„Ich kann das nicht hier.“<br />
Sie zeigte auf einen der vielen Wegweiser.<br />
„Es gibt hier einen Andachtsraum, da können wir uns unterhalten. Aber ich werde jetzt nicht eine Stunde lang im Auto neben dir sitzen und darauf warten, zu erfahren, welche Katastrophe passiert ist, während ich weg war.<br />
Er zuckte die Schultern und rollte vor ihr her zu der menschenleeren Flughafenkappelle, und sie setzte sich darin auf einen Stuhl, ihm gegenüber. Sie bemerkte gar nicht, dass sie immer noch die Tüte mit der EcoSphere trug.<br />
„Was ist passiert?“<br />
Er sah sie lange Zeit an, bevor er antwortete, Ihr kam es vor, als wären es fast fünf Minuten, bevor er begann. Er machte es kurz. Er versuchte nicht, sie vorzubereiten oder zu schonen. Marten war tot. Sonia war entführt worden. Vielleicht von der gleichen Person, die Marten getötet hatte.<br />
„Er ist tot?“ fragte sie.<br />
Carsten nickte.<br />
Sie spürte, wie ihre Unterlippe zu zittern begann, und dann spürte sie die ersten Tränen über ihre Wangen laufen.<br />
„Aber &#8211; aber Sonia geht es gut?“ fragte sie.<br />
Er kam näher und nahm sie in den Arm, so gut er das aus seinem Rollstuhl heraus konnte.<br />
„Sie… Sie haben gesagt, dass wir die Hoffnung nicht aufgeben sollen, aber…“ Er seufzte. „Ich weiß nicht, ob sie mich nur schonen wollten. Niemand hat Lösegeld verlangt. Die Polizei meint, dass es nicht um Geld geht.“<br />
Nicht um Geld? Aber worum sollte es denn dann gehen? Warum sollte denn sonst jemand Sonia entführen? Und Marten. Sabine dachte an die entsetzliche Actionfigur in ihrem Koffer, und dann begann sie zu schluchzen.<br />
„Ich ha-hab dir was mit-mitgebracht“, stieß sie hervor und befreite sich aus seinen Armen, um ihm die Tüte entgegen halten zu können.<br />
Carsten blickte mit starrer Miene darauf hinab, dann nickte er mit einem Hauch eines zitterigen Lächelns. Er nahm das Geschenk und legte es auf seinen Schoß.<br />
„Es ist ge-genau das richtige für dich“, sagte sie. „Aber we-wenn ich das nächste Mal weg bin… We-wenn ich das nächste Mal…“<br />
Er beugte sich vor, um sie wieder in den Arm zu nehmen.<br />
Bevor sie ihr Gesicht in der Halsbeuge ihres Mannes vergrub, sah Sonia Schopp noch, wie die Tür der Kapelle sich öffnete und eine junge Frau eintrat.</p>
<p>„Sie ist ihr schon wieder entwischt.“<br />
Clarences Finger gruben sich tief in die Armlehnen seines Sessels. Das ‚Siehst du, was hab’ ich gesagt’-Grinsen in Kiras Gesicht verbesserte seine Stimmung auch nicht.<br />
„Schon wieder“, sagte er. Es klang ein bisschen merkwürdig, weil es ihm schwerfiel, seine Zähne auseinanderzubekommen.<br />
„Genau“, antwortete die Stimme aus dem Lautsprecher. „Und jetzt ist sie in einem Polizeirevier in Blankenese.“<br />
„Was für ein Glück, dass sie gar kein Ziel mehr für uns ist“, warf Kira ein.<br />
„Ich käme an sie ran“, sagte die Stimme. „Es wäre nicht einfach, womit ich sagen will, es wäre nicht ganz billig, aber ich käme an sie ran.“<br />
„Was nützt uns das?“ fragte Clarence. „Wenn Sonia tot ist, dann ist Lenore weg.“<br />
„Wir können ihr einen neuen Auftrag geben“, meinte Kira. „Dann könnten wir alles genau so vorbereiten, wie wir es brauchen.“<br />
Clarence schüttelte seinen Kopf. „Nein. Wir bringen es jetzt zu Ende. Und dafür brauchen wir Sonia als Köder.“<br />
„Wie ihr meint“, sagte die Stimme. „Aber ich weiß nicht, ob sie ein geeigneter Köder ist, solange sie sich in polizeilicher Obhut befindet.“<br />
„Lenore wird sich etwas einfallen lassen.“ Clarence sah, wie Kiras Augen sich weiteten und wie sie ihren Mund öffnete, um so etwas zu sagen wie: ‚Klar, hat sie ja bisher auch immer, und ist doch prima gelaufen, oder nicht?’, aber er hob eine Hand, und sprach weiter: „Und wenn wir sie dabei noch ein bisschen unterstützen, wird es schon klappen.“<br />
„Ich tue mein Bestes, aber ich muss aufpassen“, sagte die Stimme aus dem Lautsprecher. „Mein Partner hier traut mir nicht besonders, glaube ich, und wenn ich zu viel in eure Richtung arbeite, könnte er dahinterkommen, dass ich für das andere Team spiele.“<br />
Clarence zuckte wieder die Schultern. „Was willst du damit sagen, du musst aufpassen? Machst du das normalerweise nicht?“<br />
„Du weißt, was ich meine.“<br />
„Ja. Und du weißt auch, was ich meine, oder? Ich schätze, das macht das hier zu einem erfolgreich beendeten Gespräch.“<br />
Clarence unterbrach die Verbindung, ballte eine Hand zur Faust und schnaubte.<br />
„Was denkt der Kerl?“<br />
Kira grinste weiter.<br />
„Vielleicht solltest du mich einfach die ganze Sache in die Hand nehmen lassen, Schatz.“<br />
„Sollte ich vielleicht. Aber ich gönne es dir nicht, Kira. Ich weiß, dass du darauf schon lange wartest, und ich werde nicht zulassen, dass Lenores Tod deine persönliche kleine Trophäe wird. Das hat sie nicht verdient.“<br />
„Was hat sie verdient, Clarence?“ fragte Kira. Das Grinsen war verschwunden. „Was hat sie verdient, hm? Sag mir, was sie dafür verdient hat, dass sie einen lächerlich einfachen Hit zu unserem privaten kleinen Fucking-Vietnam gemacht hat, sag es mir bitte!“ Zum Schluss schrie sie beinahe.<br />
Jetzt war es Clarence, der lächelte. Es war ein trauriges, melancholisches, sehr kleines Lächeln.<br />
„Genau das, was sie bekommen wird“, antwortete er leise.</p>
<p><em>Lesegruppenfragen:</em></p>
<ol>
<li><em>Kennt eventuell jemand den Andachtsraum des Flughafens in Hamburg? Ich bin nie dazu gekommen, sie mir selbst anzusehen.</em></li>
<li><em>Was denkt ihr von Leuten, die Mailand immer Milano nennen, und Italien am besten noch Bella Italia?</em></li>
<li><em>Was denkt ihr, was Lenore verdient hat?</em></li>
<li><em>Weiß jemand von euch, ob und wie man hier bei WordPress Links setzen kann, ohne ein Pingback zu senden? Es nervt mich ein bisschen, dass jeder neue Nimmermehr-Beitrag alle alten anpingt&#8230;</em></li>
</ol>
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			<media:title type="html">Muriel</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Restebloggen zum Wochenende (19)</title>
		<link>http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/12/06/restebloggen-zum-wochenende-19/</link>
		<comments>http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/12/06/restebloggen-zum-wochenende-19/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 06 Dec 2009 10:27:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Muriel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[Restebloggen]]></category>

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		<description><![CDATA[
If you&#8217;re into it:

Benutzt der Nikolaus auf seiner Tour eigentlich einen Rutenplaner?
&#8222;Eulen nach Athen tragen&#8220; nennt man das, glaube ich, wenn man auf das BildBlog verlinkt, aber diesen Bericht über Rügen (Nicht die Insel. Die Sanktion.) vom Presserat fand ich lesenswert. Eine davon zum Beispiel für diesen investigativen Beitrag der Welt am Sonntag:
&#8222;Wer derzeit in die Gläser der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ueberschaubarerelevanz.wordpress.com&blog=7956543&post=1784&subd=ueberschaubarerelevanz&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><ol>
<li>If you&#8217;re into it:<br />
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/12/06/restebloggen-zum-wochenende-19/"><img src="http://img.youtube.com/vi/pY8jaGs7xJ0/2.jpg" alt="" /></a></span></li>
<li>Benutzt der Nikolaus auf seiner Tour eigentlich einen Rutenplaner?</li>
<li>&#8222;Eulen nach Athen tragen&#8220; nennt man das, glaube ich, wenn man auf das BildBlog verlinkt, aber <a href="http://feedproxy.google.com/~r/bildblog/~3/B0MK6uNkjPU/" target="_blank">diesen Bericht über Rügen</a> (Nicht die Insel. Die Sanktion.) vom Presserat fand ich lesenswert. Eine davon zum Beispiel für diesen investigativen Beitrag der Welt am Sonntag:<br />
&#8222;Wer derzeit in die Gläser der Republik schaut, sieht vor allem: Orange. Aperol Sprizz heißt das süffige Sommer-&#8220;Must-have&#8220;, wie man so sagt, von einem Trend zu sprechen wäre fast schon untertrieben, denn das modische Getränk ist allgegenwärtig.&#8220;</li>
<li>Ich kann auf diese Entdeckung vielleicht nicht mehr besonders stolz sein, weil Stefan Niggemeier schon auf den <a href="http://gottschalksagt.blogspot.com/2009/11/dezember-reloadet.html" target="_blank">Dezember</a>-Beitrag verlinkt hat. Für den Fall, dass der eine oder andere von euch dort nicht mitliest, empfehle ich trotzdem noch einmal dringend &#8222;Firma Haldemann&#8220;, zum Beispiel die <a href="http://gottschalksagt.blogspot.com/2009/11/1-advent.html" target="_blank">Advents</a>-<a href="http://gottschalksagt.blogspot.com/2009/12/2-advent.html" target="_blank">Fälle</a> des Pathologen und Ermittlers Martin Graupner.</li>
<li>Nur für den Fall, dass ihr euch gefragt habt, warum der ganze Film keinen Sinn ergibt. Die wahre Geschichte von &#8222;Herr der Ringe&#8220;, die <em>die da oben</em> vor uns geheimhalten wollen. Aber ich habe sie. Bitte schön:<br />
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/12/06/restebloggen-zum-wochenende-19/"><img src="http://img.youtube.com/vi/0gsvJSH7nK0/2.jpg" alt="" /></a></span></li>
<li>Wer sagt&#8217;s denn? Die <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/10/26/ist-es-wasser-ist-es-eine-zuckerpille-nein-es-ist-homoopathie/" target="_blank">Sozialhelden</a> haben <a href="http://twitter.com/SOZIALHELDEN/statuses/6373881318" target="_blank">gewonnen</a>!</li>
<li>Herr Spreng hat Recht. Die <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=2503" target="_blank">Hotelmehrwertsteuersenkung ist so unfassbar schwachsinnig</a>, dass man schon fast doch wieder für mehr direkte Demokratie sein will.</li>
</ol>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1784/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1784/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1784/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1784/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1784/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1784/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1784/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1784/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1784/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1784/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ueberschaubarerelevanz.wordpress.com&blog=7956543&post=1784&subd=ueberschaubarerelevanz&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Muriel</media:title>
		</media:content>

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		<media:content url="http://img.youtube.com/vi/0gsvJSH7nK0/2.jpg" medium="image" />
	</item>
		<item>
		<title>&#8222;Grüezi, wir kommen vom Ordnungsamt&#8230;&#8220;</title>
		<link>http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/12/05/gruezi-wir-kommen-vom-ordnungsamt/</link>
		<comments>http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/12/05/gruezi-wir-kommen-vom-ordnungsamt/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 05 Dec 2009 08:27:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Muriel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedankenspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Minarettverbot]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8222;&#8230;Dürften wir bitte einmal Ihre Moschee sehen?&#8220;
&#8222;Klar doch, Moment&#8230; Ah, hier. Bitte schön.&#8220;
&#8222;Mhm, jaja, sehr schön, aber sagen Sie mal&#8230; Das da, ist das etwa ein Minarett?&#8220;
&#8222;Was? Wie, Mina&#8230;? Ach, das!&#8220; Viel zu lautes, nervöses Lachen. &#8222;Quatsch, nein, das ist doch kein Minarett&#8230;&#8220;
&#8222;&#8230;&#8220; Abwartendes Fußtappen.
&#8222;&#8230;&#8220;  Betretenes Schweigen.
&#8222;Was ist das denn dann, bitte schön?&#8220;
&#8222;Naja&#8230; Wissen Sie&#8230; [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ueberschaubarerelevanz.wordpress.com&blog=7956543&post=1745&subd=ueberschaubarerelevanz&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><a href="http://view.picapp.com/default.aspx?term=minaret&amp;iid=4579536" target="_blank"><img src="http://cdn.picapp.com/ftp/Images/3/8/c/f/PicImg_Irans_Army_Exhibition_6148.JPG?adImageId=8039958&amp;imageId=4579536" width="500" height="333" border=0  /></a><script type="text/javascript" src="http://cdn.pis.picapp.com/IamProd/PicAppPIS/JavaScript/PisV4.js"></script>
<p>&#8222;&#8230;Dürften wir bitte einmal Ihre Moschee sehen?&#8220;</p>
<p>&#8222;Klar doch, Moment&#8230; Ah, hier. Bitte schön.&#8220;</p>
<p>&#8222;Mhm, jaja, sehr schön, aber sagen Sie mal&#8230; Das da, ist das etwa ein Minarett?&#8220;</p>
<p>&#8222;Was? Wie, Mina&#8230;? Ach, das!&#8220; Viel zu lautes, nervöses Lachen. &#8222;Quatsch, nein, das ist doch kein Minarett&#8230;&#8220;</p>
<p>&#8222;&#8230;&#8220; Abwartendes Fußtappen.</p>
<p>&#8222;&#8230;&#8220;  Betretenes Schweigen.</p>
<p>&#8222;Was ist das denn dann, bitte schön?&#8220;</p>
<p>&#8222;Naja&#8230; Wissen Sie&#8230; Also&#8230; Das ist&#8230; Ein Aussichtsturm?&#8220;</p>
<p>&#8222;Nein.&#8220;</p>
<p>&#8222;Ein Fernsehturm?&#8220;</p>
<p>&#8222;Vergessen Sie&#8217;s.&#8220;</p>
<p>&#8222;Ein Wasserturm?&#8220;</p>
<p>&#8222;Dass ich nicht lache.&#8220;</p>
<p>&#8222;Ach, jetzt weiß ich&#8217;s, das ist ein &#8211; ein riesiger Phallus! Satire. Wegen Diekmann, verstehen Sie? <a href="http://www.kress.de/cont/story.php?id=131445" target="_blank">Bei der taz haben sie&#8217;s abgebaut</a>, und da dachten wir&#8230; Lustig, oder?&#8220;</p>
<p>Zum Kollegen: &#8222;Hm&#8230; Was meinst du?&#8220;</p>
<p>Professionell skeptischer Blick. Schließlich widerwilliges Nicken.</p>
<p>&#8222;Akzeptieren wir. Aber nächstes Mal überlegen Sie sich das vorher, klar?&#8220;</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1745/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1745/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1745/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1745/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1745/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1745/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1745/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1745/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1745/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1745/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ueberschaubarerelevanz.wordpress.com&blog=7956543&post=1745&subd=ueberschaubarerelevanz&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Mann, ist der Diekmann</title>
		<link>http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/12/04/mann-ist-der-diekmann/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 16:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Muriel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedankenspiele]]></category>
		<category><![CDATA[FAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kai Diekmann]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>

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		<description><![CDATA[So, heute geht es mal nicht um die Schweiz, aber keine Sorge, dafür wahrscheinlich morgen wieder. Überschaubare Relevanz hat aus streng geheimer Quelle das nächste Interview der FAZ (Überschaubare Relevanz berichtete) mit Kai Diekmann vorab ergattert, und jetzt veröffentliche ich es schnell, bevor es jemand anders tut:
FAZ: Tag, Herr Diekmann, schön, dass Sie wieder hier sind.
Diekmann: [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ueberschaubarerelevanz.wordpress.com&blog=7956543&post=1763&subd=ueberschaubarerelevanz&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>So, heute geht es mal nicht um die Schweiz, aber keine Sorge, dafür wahrscheinlich morgen wieder. Überschaubare Relevanz hat aus streng geheimer Quelle das nächste <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E89F42C4E429D45E087BEC3A1D98711DC~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Interview der FAZ</a> (<a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/11/26/bild-dir-dein-interview/" target="_blank">Überschaubare Relevanz berichtete</a>) mit <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E92ED04B8554F4BE6A429E5C23D8F92BC~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Kai Diekmann</a> vorab ergattert, und jetzt veröffentliche ich es schnell, bevor es jemand anders tut:</p>
<p>FAZ: Tag, Herr Diekmann, schön, dass Sie wieder hier sind.</p>
<p>Diekmann: Ja, ich freue mich auch.</p>
<p>FAZ: Neinnein, ich meine das nicht nur als Floskel. Ich empfinde es tatsächlich als eine ganz besondere Ehre, dass ein so vielbeschäftigter, erfolgreicher, überall beliebter und &#8211; wenn ich das sagen darf &#8211; unverschämt gutaussehender und charmanter Mann wie Sie sich bereit erklärt hat, unsere Fragen zu beantworten.</p>
<p>Diekmann: Gerne doch.</p>
<p>FAZ: Herr Diekmann, was ist das Geheimnis Ihre unfassbaren Erfolges? Ist es Ihre überragende Intelligenz, Ihr unschlagbares Führungstalent, Ihre immer wieder beeindruckende Eloquenz, oder vielleicht &#8211; wie manche Kritiker sagen &#8211; vor allem Ihr Wagemut und Ihre Bereitschaft, auch mal die Dinge zu sagen, die sich sonst keiner zu sagen traut?</p>
<p>Diekmann: Ich denke, es ist von allem ein bisschen. Und natürlich die Unfähigkeit der taz. Wenn die taz auch nur ein bisschen journalistisch arbeiten würde, dann hätten wir es sicher ein bisschen schwerer. Zum Glück sind die total unfähig, und Humor haben sie auch keinen. Voll blöd, die von der taz.</p>
<p>FAZ: Da haben Sie Recht. Gelegentlich wird Ihnen vorgeworfen, dass die von Ihnen geleitete BILD-Zeitung sich eher an die, sagen wir, einfacher gestrickten Mitbürger wendet, hin und wieder wird im Zusammenhang mit Ihrem unverzichtbaren publizistischen Organ sogar der Begriff des &#8222;Boulevardmediums&#8220; verwendet. Das ist natürlich Unsinn, aber vielleicht wollen Sie sich trotzdem dazu äußern?</p>
<p>Diekmann: Klar. Sehen Sie, Boulevard ist ja auch wichtig, die Leute wollen das ja. Aber es muss Niveau haben, so wie bei uns. Nicht so wie in diesem Schmuddelblatt, der taz. Das kann ja nichts werden.</p>
<p>FAZ: Stimmt. Haha, das haben Sie schön gesagt. Würde es Ihnen eigentlich etwas ausmachen, wenn ich Sie jetzt küsse?</p>
<p>Diekmann: Ih, sind Sie schwul oder was? So wie die von der taz? Ich glaube nämlich, die sind auch alle schwul da.</p>
<p>FAZ: Wenigstens die Füße vielleicht?</p>
<p>Diekmann: Na gut, das geht.</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1763/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1763/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1763/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1763/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1763/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1763/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1763/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1763/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1763/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1763/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ueberschaubarerelevanz.wordpress.com&blog=7956543&post=1763&subd=ueberschaubarerelevanz&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Die Mehrheit will das nicht hören, Arne</title>
		<link>http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/12/03/die-mehrheit-will-das-nicht-horen-arne/</link>
		<comments>http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/12/03/die-mehrheit-will-das-nicht-horen-arne/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 21:05:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Muriel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedankenspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Unpolitisches]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Minarettverbot]]></category>
		<category><![CDATA[Plebiszit]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie bitte, was war das? Hab&#8217; ich richtig gehört? &#8222;Oh Mann, Muriel, jetzt such dir mal wieder ein neues Thema&#8220;?
Ja aber, wieso das denn? Direkte Demokratie ist doch ein neues Thema. Ich weiß gar nicht, was ihr habt.
Ich wollte darüber schon lange mal was schreiben, und den letzten Anstoß hat mir Arctica mit diesem Kommentar [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ueberschaubarerelevanz.wordpress.com&blog=7956543&post=1759&subd=ueberschaubarerelevanz&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><a href="http://view.picapp.com/default.aspx?term=swiss+Cheese&amp;iid=2343225" target="_blank"><img src="http://cdn.picapp.com/ftp/Images/4/9/2/a/Cheese_Factory_0717.jpg?adImageId=8010963&amp;imageId=2343225" width="500" height="488" border=0  /></a><script type="text/javascript" src="http://cdn.pis.picapp.com/IamProd/PicAppPIS/JavaScript/PisV4.js"></script>
<p>Wie bitte, was war das? Hab&#8217; ich richtig gehört? &#8222;Oh Mann, Muriel, jetzt such dir mal wieder ein neues Thema&#8220;?<br />
Ja aber, wieso das denn? Direkte Demokratie ist doch ein neues Thema. Ich weiß gar nicht, was ihr habt.</p>
<p>Ich wollte darüber schon lange mal was schreiben, und den letzten Anstoß hat mir <a href="http://arctica.ich-glaub-ich-steh-im-wal.de/" target="_blank">Arctica</a> mit diesem Kommentar hier gegeben:</p>
<blockquote><p><a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/11/30/wer-hats-erfunden/#comment-1761" target="_blank">&#8222;(Ohne jetzt alle Kommentare genau gelesen zu haben) Sowas kommt eben raus, wenn man das gesamte Volk direkt an der Politik beteiligt. Und die Schweizer sind noch wenig genug und ich halte sie im Schnitt auch für etwas intelligenter als die Deutschen, aber stellt euch dann mal vor solche Volksentscheide gibt es deutschlandweit, was ja so einige Parteien fordern *schauder*&#8220;</a></p></blockquote>
<p>Erstaunlich oft hört man dazu auch Sprüche, die ungefähr so gehen: &#8222;Direkte Demokratie? Würde ich sofort unterschreiben. Eine moderne Gesellschaft braucht sowas. Das Volk sollte möglichst viel selbst entscheiden, denn das nutzt die Weisheit der Vielen und schützt vor Machtmissbrauch durch korrupte Politiker. Aber über so heikle Themen wie die Todesstrafe, Internetsperren, Gleichberechtigung homosexueller Paare und so was sollte natürlich besser nicht abgestimmt werden.&#8220;</p>
<p>Das Volk soll also entscheiden, aber bitte nicht da, wo ich befürchte, dass es anderer Meinung ist als ich. Glückwunsch, Sie haben verstanden, wie Demokratie funktioniert.</p>
<p>Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich bin (verhalten) gegen die Todesstrafe und (sehr deutlich) gegen Internetsperren und (eigentlich immer) für Gleichberechtigung aller Art. Ich meine lediglich, dass man sich lächerlich macht, wenn man einerseits von direkter Demokratie schwärmt, sich dann aber wieder einbildet, es im Grunde doch besser zu wissen als das blöde Volk. Es geht nur eins von beidem.</p>
<p>Mit Arcticas Kommentar kann ich mich da schon eher anfreunden, obwohl ich ihr nicht ganz zustimmen kann. Ich halte nämlich eigentlich viel von der Weisheit der Vielen, aber ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, wie man direkte Demokratie vernünftig umsetzen sollte. Ich neige zu der Einschätzung, dass wir technisch und/oder zivilisatorisch noch nicht so weit sind, dass das in einem bedeutungsvollen Sinne funktionieren kann. Das Problem dabei sehe ich nicht darin, dass die Bürger zu dumm wären, oder zu leicht zu beeinflussen, ich sehe es eher darin, dass es kaum gelingen wird, bedeutungsvolle Fragen unserer Gesellschaft so zu stellen, dass sie sich in einem Plebiszit von vielen Millionen Menschen beantworten lassen.</p>
<p>Auslandseinsätze der Bundeswehr, der Umgang mit Terrorismus, Umweltschutz, unser Steuersystem, unsere sozialen Sicherungssysteme, all das sind Probleme, die man nicht gut auf eine Ja-oder-Nein-Frage reduzieren kann. Außerdem kennt man ja diesen Effekt von Umfragen: Wer die Frage formuliert, kann damit leicht auch schon die Antwort vorwegnehmen. Vielleicht ist eine Art <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wiki" target="_blank">Wiki</a>-System ein möglicher Lösungsansatz, auch wenn es zurzeit vielleicht <a href="http://notes.computernotizen.de/2009/10/20/ohne-relevanzkriterien-keine-wikipedia/" target="_blank">eher</a> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Donauturm" target="_blank">nicht</a> so aussieht&#8230;</p>
<p>Ich finde aber auf jeden Fall, dass wir uns nicht von solchen Einzelentscheidungen wie der Minarett-Abstimmung in der Schweiz völlig verschrecken lassen dürfen. Diese Entscheidung war ein schwachsinniger Fehler, ja, aber weiß jemand eine Regierungsform, die schwachsinnige Fehler ausschließt? Eben. Den <a href="http://www.quotationspage.com/quote/364.html" target="_blank">Churchill-Spruch</a>, der in so einem Artikel eigentlich nicht fehlen darf, könnt ihr wahrscheinlich nicht mehr hören, deswegen sage ich in Abwandlung eines <span style="text-decoration:line-through;">Fischer</span>Müntefering-Zitats: Regierung ist Mist. Lasst das die anderen machen &#8211; wir wollen opponieren.</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1759/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1759/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1759/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1759/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1759/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1759/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1759/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1759/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1759/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/1759/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ueberschaubarerelevanz.wordpress.com&blog=7956543&post=1759&subd=ueberschaubarerelevanz&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Nimmermehr (30)</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 23:20:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Muriel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Was mit Literatur im weiteren Sinne]]></category>
		<category><![CDATA[Nimmermehr]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir kommen dem Ende zwar immer näher, aber ein bisschen haben wir schon noch vor uns, und für mich wird es immer mehr, das ich anpassen und ein bisschen hinbiegen muss, damit es zum Schluss auch Sinn ergibt. Ich bin gespannt, ob mir das gelingt. Hier ist jedenfalls erst einmal der 30. Teil meines Fortsetzungsromans [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ueberschaubarerelevanz.wordpress.com&blog=7956543&post=1765&subd=ueberschaubarerelevanz&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Wir kommen dem Ende zwar immer näher, aber ein bisschen haben wir schon noch vor uns, und für mich wird es immer mehr, das ich anpassen und ein bisschen hinbiegen muss, damit es zum Schluss auch Sinn ergibt. Ich bin gespannt, ob mir das gelingt. Hier ist jedenfalls erst einmal <a href="http://ueberschaubarerelevanz.files.wordpress.com/2009/12/nimmermehr-30.pdf" target="_blank">der 30. Teil meines Fortsetzungsromans Nimmermehr</a>. Ich wünsche viel Vergnügen.</p>
<p><span id="more-1765"></span></p>
<p>Kurz zusammengefasst haben wir im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/07/05/nimmermehr/" target="_blank">ersten Teil</a> eine junge Dame kennen gelernt, die an einem norwegischen Fjord wohnt und offenkundig unter ernst zu nehmenden psychischen Beschwerden leidet. Diese junge Dame bekam in der ersten Szene einen Anruf von Clarence und musste sich auf den Weg machen, um etwas für ihn zu erledigen. Sie bekommt später auch einen Namen, aber noch kennen wir den nicht.<br />
Der <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/07/08/nimmermehr-2/" target="_blank">zweite Teil</a> stellte uns Sonia vor, eine junge Journalistin, die zurzeit nicht ganz freiwillig ihren Bruder bei sich beherbergt und einen geheimnisvollen Anruf bekommen hat, in dem ihr eine große Verschwörungsgeschichte angekündigt wurde.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/07/11/nimmermehr-3/" target="_blank">dritten Teil</a> waren wir dabei, als eine junge Frau, die der Fjordbewohnerin des ersten Teils kein bisschen ähnelte, in Oslo ein Flugzeug nach Deutschland bestieg, auf dem Weg nach Hamburg. <br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/07/16/nimmermehr-4/" target="_blank">vierten Teil</a> kam Sonia ihrer Verschwörung näher, und zum Schluss stellte sie fest, dass die geheimnisvolle Anruferin den Mord an einem ehemaligen Hamburger Bürgermeister und seiner Familie vorhergesagt hatte.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/07/19/nimmermehr-5/" target="_blank">fünften Teil</a> sahen wir einer kinderlieben jungen Frau in einem Hamburger Hotelzimmer dabei zu, wie sie erschöpft auf ihrem Bett lag und sich an ihr hartes Tagwerk erinnerte, das ziemlich direkt mit dem vorhin erwähnten Mord zusammenhängt.<br />
Der <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/07/25/nimmermehr-6/" target="_blank">sechste Teil</a> führt uns nach Afrika, wo wir einen neuen Mitarbeiter des Unternehmens Discordia, Incorporated, beim Beginn seines ersten Arbeitstages begleiten.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/07/30/nimmermehr-7/" target="_blank">siebten Teil</a> fährt Sonia zur Arbeit, frohen Mutes und bereit, sich in die Recherche für die Story ihres Lebens zu stürzen.<br />
Die junge Frau hat im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/08/01/nimmermehr-8/" target="_blank">achten Teil</a> noch eine PSP zu retten, zwei Überraschungseier zu essen, einen kleinen Auftrag zu erledigen und einen Kater zu beerdigen, bevor sie sich schließlich auf den Weg zu Sonia macht.<br />
Sonia und die junge Frau, die uns nun endlich verrät, dass wir sie Lenore nennen dürfen, treffen im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/08/06/nimmermehr-9/" target="_blank">neunten Teil</a> aufeinander, doch als Lenore siche gerade ernsthaft an die Arbeit machen will, taucht ein unterwartetes – und ein wenig absurdes – Hindernis auf.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/08/11/nimmermehr-10/" target="_blank">zehnten Teil</a> gibt es ein leider sehr kurzes Wiedersehen mit Kristina und Lenore und Sonia werden aus ihrer prekären Lage befreit.<br />
Sonia gelingt im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/08/15/nimmermehr-11/" target="_blank">elften Teil</a> die Flucht – gewissermaßen -, und wir lernen Clarence endlich mal persönlich kennen.<br />
Lenores Tag hat eine ungute Wendung genommen, aber im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/08/18/nimmermehr-12/" target="_blank">zwölften Teil</a> sieht sie schon wieder ein bisschen Licht.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/08/21/nimmermehr-13/" target="_blank">dreizehnten Teil</a> lernen wir Sonias Chef ein bisschen besser kennen, und er wiederum hat das zweifelhafte Vergnügen, Lenores Bekanntschaft zu machen.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/08/25/nimmermehr-14/" target="_blank">vierzehnten Teil</a> nimmt besagte Bekanntschaft ihren Lauf und kein gutes Ende.<br />
Der <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/08/29/nimmermehr-15/" target="_blank">fünfzehnte Teil</a> führt uns nach Afrika. Wir besuchen Philippe, Kira und Clarence, aber es gibt leider keinen Tee und keine Kekse. Außerdem begleiten wir Sonias Bruder Marten zu seinem Lieblingsdealer.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/09/02/nimmermehr-16/" target="_blank">sechzehnten Teil</a> tritt mit Jan Hauptmann ein neuer Mitspieler auf, von dem wir erstmal nicht viel mehr erfahren, als dass er zum Thema Sauberkeit und Ordnung geteilter Meinung ist. Lenore erwacht aus einem langen, tiefen Schlaf, ohne sich besonders erholt zu fühlen. Trotzdem weiß sie nun, was sie zu tun hat.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/09/08/nimmermehr-17/" target="_blank">siebzehnten Teil</a> erwacht Sonia aus tiefem Schlaf und beginnt, sich mit dem Raum vertraut zu machen, in dem sie gefangen ist.<br />
Der <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/09/18/nimmermehr-18/" target="_blank">achtzehnte Teil</a> führt Lenore zunächst in die Wohnung des Müsli essenden Drogendealers Pedro und dann per Taxi zu dem Haus, in dem sie Sonias Bruder Marten vermutet.<br />
Sonia lernt im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/10/03/nimmermehr-19/">neunzehnten Teil</a> ihren Entführer kennen und erfährt mehr über die Hintergründe dessen, was ihr widerfahren ist, während Lenore bei der Suche nach Marten die Hölle auf Erden erlebt.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/10/08/nimmermehr-20/" target="_blank">zwanzigsten Teil</a> zahlt sich Lenores Leiden aus, und Clarence und Kira führen ein problemorientiertes Gespräch.<br />
Konstantin Klaus und Jan Hauptmann stellen im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/10/19/nimmermehr-21/" target="_blank">einundzwanzigsten Teil</a> fest, dass sie nicht gut miteinander auskommen, und Lenore besucht mit Marten und ihrem Taxifahrer das etwas andere Restaurant.<br />
Der <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/10/24/nimmermehr-22/" target="_blank">zweiundzwanzigste Teil</a> war ein bisschen albern, aber trotzdem lehrreich: Kira und Clarence brachten euch was Spannendes über Leichen bei, und Lenore hat für Marten gekocht.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/10/31/nimmermehr-23/" target="_blank">23. Teil</a> bekam Sonia ihr Abendessen serviert und plauderte dabei noch ein bisschen mit ihrem Entführer, während Lenore Marten auf dem Weg zu Sonias Wohnung zu motivieren versuchte.<br />
Die Wirkung ihres kleinen Motivationsseminars sehen wir im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/11/04/nimmermehr-24/" target="_blank">24. Teil</a>, außerdem entdeckt Lenore eine Spur, die sie zu Sonia führen könnte.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/11/09/nimmermehr-25/" target="_blank">25. Kapitel</a> besucht Kira Mkoba, und sie bringt ein ungewöhnliches Mordwerkzeug mit, während Jan Hauptmann und Konstantin Klaus Lenores jüngsten Tatort begutachten.<br />
Von dort aus fahren sie zu Frau Trautwein, die sie im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/11/13/nimmermehr-26/" target="_blank">26. Kapitel</a> als Zeugin vernehmen, und Philippe wird von Kira wieder auf freien Fuß gesetzt, nachdem seine Unschuld erwiesen ist. Er bekommt einen Obstkorb und eine Karte.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/11/18/nimmermehr-27/" target="_blank">27. Kapitel</a> besucht Lenore den Waffenhändler ihres Vertrauens, um sich für Sonias Befreiung einzudecken, und überrascht danach ein paar kleine Pfadfinder.<br />
Auch die Überraschung bei Sebastian Maas ist gelungen, und so kann Lenore Sonia im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/11/22/nimmermehr-28/" target="_blank">28. Teil</a> befreien und sie auf ein traumhaftes Mahl einladen, das leider ein etwas unfriedliches Ende nimmt.<br />
Im <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2009/11/28/nimmermehr-29/" target="_blank">29. Kapitel</a> schleppt Lenore sich aus dem Restaurant und trifft einen jungen Freund wieder.</p>
<p>Und jetzt geht es los, wenn ihr nicht lieber alles zusammen noch einmal auf der Geschichten-Seite nachlesen wollt.</p>
<p>Sonia gab dem Taxifahrer in ihrer Aufregung ein völlig überhöhtes Trinkgeld und blieb dann einige Sekunden in stummer Ehrfurcht mit offenem Mund vor der Polizeidienststelle stehen. Es war ein sympathisches L-förmiges Backsteingebäude, umgeben von Bäumen und Büschen. Im beleuchteten Innenhof standen acht Einsatzfahrzeuge. Nie in ihrem Leben hatte Sonia sich so über Autos gefreut. Sie legte den Kopf in den Nacken und blickte zu dem beleuchteten Schriftzug an der Wand auf wie eine Gläubige zu einem weinenden Marienstandbild. Sie widerstand dem intuitiven Verlangen, auf die Knie zu fallen und den Boden zu küssen und brachte sich schließlich dazu, die letzten Schritte bis zur Tür zu gehen und das Polizeikommissariat 26 zu betreten.<br />
Es war ein sonderbares Gefühl. Es erinnerte Sonia ein bisschen an ihre Abiturprüfung. Einerseits wusste sie, dass es jetzt vorbei war, dass sie alles Schlimme hinter sich hatte und keine Angst mehr haben musste. Andererseits war diese Tatsache noch nicht ganz bei ihr angekommen. Es stellte sich keine recht Erleichterung ein, und keine Freude, und ganz bestimmt keine Ruhe und kein Gefühl der Sicherheit. Aber es war vorbei. Sie war in einer Polizeidienststelle, sie war in Sicherheit vor Lenore und allen anderen Verrückten. Maas’ Haus war eine Sache, aber sogar Lenore würde es nicht wagen, sich direkt mit der gesamten Staatsgewalt der Bundesrepublik anzulegen, oder?<br />
Das Innere dieses Bollwerks der Staatsgewalt war ein bisschen antiklimaktisch. Sonia betrat einen nahezu leeren Raum, in dem sich nur zwei Personen aufhielten. Ihr zugewandt stand gerade ein junges Mädchen in Uniform auf, das sie nicht einmal als Kindergärtnerin eingestellt hätte, weil sie nicht so aussah, als wäre sie in der Lage, einen wütenden Sechsjährigen zu bändigen.<br />
„Guten Abend“, sagte die Polizistin mit einem breiten Stewardessen-Lächeln, das unter anderen Umständen sicher eine angenehme Überraschung gewesen wäre. Zum Beispiel, wenn Sonia nicht gerade von einer wahnsinnigen Serienmörderin verfolgt worden wäre.<br />
Die Polizistin war fast zehn Zentimeter kleiner als Sonia selbst, hatte die leuchtenden, riesigen blauen Augen, schulterlangen blonden Haare und die Figur der Protagonistin einer Manga-Serie, die Sonia als Kind ab und zu gesehen hatte. Mila hieß die, oder so ähnlich. Sie war augenscheinlich allerhöchstens zwanzig. Wahrscheinlich verbrachte sie große Teile ihrer Dienstzeit damit, Verdächtigen zu erklären, dass sie wirklich keine verkleidete Stripperin war.<br />
Weiter hinten saß an einem anderen Schreibtisch mit dem Rücken zu Sonia ein zweiter Uniformierter, von dem sie nicht viel erkennen konnte, außer dass er offenbar deutlich übergewichtig und schon etwas älter war. Sie stützte sich auf den Tresen und musterte ihr Gegenüber. Immerhin steckte da eine große schwarze Pistole im Gürtel der Stripperin, und all dieses andere Zeug auch, das Polizisten eben immer am Gürtel haben.<br />
Sonia hatte sich nie besonders für Waffen interessiert. Ihr fiel auf, wie groß und sperrig das Ding wirkte, wie es dort in seiner Halterung am Gürtel der kleinen jungen Frau steckte. Auf eine kalte, technische Weise durchaus gefährlich, aber das fand sie in diesem Moment sehr gut so. Englische Polizisten trugen überhaupt keine Schusswaffen, oder? Sonia war froh, dass sie nicht in England war.<br />
„Sie müssen schon was sagen, sonst passiert hier gar nichts“, sagte Mila mit ihrem breiten Lächeln und den großen leuchtenden Augen.<br />
„Ja… Ja natürlich, Entschuldigung.“ Sonia versuchte, tief durchzuatmen, aber sie war immer noch so aufgeregt, dass es beinahe wie ein Schluchzen klang. „Können Sie mir bitte sagen, dass ich in Sicherheit bin? Ich brauche das jetzt.“<br />
Spätestens jetzt hätte das Lächeln wirklich verschwinden oder zumindest einfrieren müssen. Aber es blieb. Es mischte sich nur ein bisschen Sorge und so etwas wie Mitgefühl hinein.<br />
„Sie sind in Sicherheit“, sagte sie. Es klang wirklich gut. Natürlich waren es nur Worte, aber Sonia fühlte sich besser. Die Pistole sah wirklich verdammt groß aus.<br />
„Danke.“<br />
Und dann erstarb das Lächeln plötzlich, und auf Milas Stirn erschien sogar eine Spur einer Nachdenklichkeitsfalte.<br />
„Ihnen geht es doch gut? Brauchen Sie Hilfe? Also ich meine, einen Arzt oder so was?“<br />
Sonia zögerte, bevor sie antwortete: „Also… Ich bin nicht verletzt, falls Sie das meinen, aber… Ja. Oh ja, ich brauche Hilfe.“<br />
Die kleine Blonde schlug eine Hand vor ihren Mund und ließ sie dann mit peinlich berührter Miene sinken. Ob sie sich der albernen Geste schämte oder eines anderen Fehlers war nicht klar zu erkennen.<br />
„Sie sind doch nicht… Sie sind es, oder? Sonia Schopp? Sie haben vom Taxi aus die Notrufzentrale angerufen, richtig? Wir haben vorhin den Anruf bekommen, aber ich hatte Sie mir mitgenommener vorgestellt.“<br />
Während sie sprach, kam sie hinter dem Tresen hervor und schien dann kurz darüber nachzudenken, einen Arm um Sonia zu legen, entschied sich dann aber dagegen.<br />
„Kommen Sie bitte mit. Kann ich Ihnen etwas zu trinken bringen? Oder zu essen? Brauchen Sie sonst irgendetwas?“<br />
M. Dohms war in das metallene Namensschild auf der Brust der Polizistin graviert. M passte ja ganz gut, dachte Sonia. Sie schüttelte langsam ihren Kopf.<br />
„Ich weiß nicht genau, was ich brauche. Ich hatte ehrlich gesagt gehofft, dass ich jetzt erst mal gar nichts mehr entscheiden muss und Sie mir sagen, was passiert. Können wir das bitte so machen?“<br />
Mila lächelte ein bisschen schüchtern und nickte zögerlich.<br />
„Ich versuche mein Bestes, in Ordnung? Die Sonderkommission ist auch schon informiert, und in spätestens zwanzig Minuten sind hier Dutzende Leute, die genau wissen, was zu tun ist. Bis dahin kann ich Sie in einem unserer Verhörräume unterbringen und Ihnen einen Tee kochen.“<br />
Sonia dachte kurz über das Angebot nach.<br />
„Ich verzichte auf den Tee. Bitte bleiben Sie einfach bei mir, ja?“</p>
<p>„Riecht es hier etwa nach Pizza?“ fragte sie.<br />
Und genauso plötzlich, wie sie entstanden war, verschwand die merkwürdige Stimmung wieder. Das Lächeln in ihrem Gesicht vertrieb den gruseligen Ausdruck, und in ihrer Stimme klang so viel arglose Freude mit, dass er nicht anders konnte, als mit ihr zu lächeln.<br />
„Ja, das ist Pizza“, sagte er, während er Lou die Leine abnahm.<br />
„Welche Sorte?“<br />
„Pasta.“ Er nahm den Beutel mit dem Trockenfutter aus dem Schrank und füllte und zwei Händevoll davon in Lous Napf.<br />
„Pizza mit Nudeln drauf?“<br />
„Ja.“<br />
„Merkwürdig, dass ich überhaupt schon wieder Appetit habe. Ich glaube, ich sollte eh noch nichts essen…“<br />
„Ähm…“ Er war sich nicht sicher, was er sagen sollte, aber dann entschied er, einfach zu fragen. „Wie heißen Sie eigentlich?“<br />
Sie lachte.<br />
„Ich schlag dir was vor. Du sagst mir, wo ich mich ein bisschen ausruhen kann, und ich sag dir meinen Namen. Abgemacht?“<br />
„Klar. Entschuldigung…“<br />
Er führte sie zum Sofa.<br />
„Sie können sich hinlegen, wenn Sie sich ausruhen wollen. Wir haben leider kein Bett frei, falls Sie…“<br />
„Schon gut. Danke.“<br />
Sie begann, ihre Schuhe auszuziehen.<br />
„Lenore“, sagte sie.<br />
„Wie diese Frau aus dem Raben?“<br />
„Sag mal, wie alt bist du?“<br />
„Ich bin elf.“<br />
„Hätte ich erst mal auch geschätzt. Aber du benimmst dich nicht so.“<br />
„Danke“, sagte Julian, weil ihm nichts Besseres einfiel.<br />
Sie legte sich auf das Sofa, mit dem Kopf und den Füßen auf den Armlehnen. Sie trug lustige Socken. Die eine war schwarz mit einem roten Muster, die andere rot mit dem gleichen Muster in schwarz.<br />
Er öffnete die Backofenklappe, zog das Blech heraus, schob die Pizza auf einen großen Teller. Die Küche war offen und nur durch einen Tisch mit Barhockern vom Wohnzimmer getrennt.<br />
„Soll ich sie Ihnen achteln oder essen Sie…“<br />
Er hielt inne, als er sah, dass Lenore eingeschlafen war. Lou stand neben ihr, schnüffelte, leckte ihre Hand und tappte zu seinem Korb. Julian nahm es als gutes Zeichen, dass Lou sie offenbar mochte.<br />
„Bleibt mehr für mich“, murmelte er und setzte sich an den Küchentisch.<br />
Er hatte die Pizza noch nicht ganz aufgegessen, als Enemy Mine anfing, deshalb nahm er seinen Teller mit vor den Fernseher und aß auf dem Fußboden weiter. Er benutzte Kopfhörer, damit er sie nicht weckte.<br />
Er fand es selbst ein bisschen seltsam, dass er sich nicht unwohl fühlte, obwohl auf dem Sofa hinter ihm eine Frau schlief, die er überhaupt nicht kannte. Aber irgendwie kam Lenore ihm schon wie eine Freundin vor. Er vertraute ihr, und Lou schien es ja genauso zu gehen. Natürlich würden seine Eltern ausrasten, wenn sie davon erfuhren, und Nikki würde wahrscheinlich auch einen Schreikrampf kriegen, aber er musste es ihnen ja nicht erzählen.<br />
Nach Enemy Mine kam noch so eine komische Gameshow, die ihn nicht interessierte, deshalb holte er das Graveyard-Buch aus seinem Schulrucksack und versuchte zu lesen. Es gelang ihm aber nicht besonders gut, weil er immer wieder über die Sache mit Lenore nachdachte. Was würde er machen, wenn sie die ganze Nacht durchschlief? Er wusste nicht genau, wann Nikki wiederkommen würde. Sie konnte es natürlich schlecht seinen Eltern erzählen, weil sie dann ja selbst auch dran wäre, aber trotzdem wusste er nicht, wie er ihr die Sache erklären würde. Das beschäftigte ihn, bis Lenore schließlich wieder erwachte. Er hörte sie etwas flüstern, das er nicht verstehen konnte, das aber sehr erleichtert klang. Er sah zu ihr hinüber, und sie erwiderte seinen Blick. Und lächelte.<br />
„Es geht mir viel besser“, sagte sie. Die Worte waren erfüllt von einer stillen Freude, und Julian war sehr erleichtert. Er war nicht oft Gastgeber für irgendjemanden, geschweige denn für Erwachsene, und er war froh, dass er es offenbar richtig gemacht hatte. Außerdem war es ein gutes Gefühl, Lenore geholfen zu haben.<br />
„Das freut mich“, sagte er nur, auch wenn es ein bisschen doof klang.<br />
„Kannst du mir vielleicht ein Glas Wasser bringen?“ fragte sie. „Ein großes?“<br />
„Klar doch.“<br />
Er sprang schnell auf und lief, um ihr das Glas zu holen. Sie nahm es &#8211; und verschüttete beinahe die Hälfte, so stark zitterte ihre linke Hand. Sie nahm es in die rechte und trank es aus. Glücklicherweise saß sie ein bisschen vorgebeugt, sodass das Wasser auf dem Teppich landete, nicht auf dem Sofa.<br />
„Danke schön“, sagte sie, aber das Lächeln war verschwunden.<br />
„Geht es Ihnen wirklich gut?“<br />
„Ich habe einen Gehirntumor“, antwortete sie mit tonloser Stimme und gesenktem Blick.<br />
„Oh“, sagte er. „Das tut mir Leid.“ Er stand noch immer vor ihr und wusste nicht so recht, was er mit sich anfangen sollte, deswegen setzte er sich wieder vor dem Sofa auf den Teppichboden.<br />
„Er ist… ziemlich sicher nicht operabel“, fuhr sie fort. Sie hielt das Glas in ihrer Hand und drehte es langsam und sah dem Licht darin zu. „Ich warte noch auf den endgültigen Befund, aber der Tumor muss bösartig sein, wenn die Symptome mich nicht ganz arg täuschen, und ich habe ihn zu spät entdeckt und ich werde wahrscheinlich…“ Sie hielt inne und schüttelte ihren Kopf, nur ganz leicht. Als sie weiter sprach, hatte ihre Stimme wieder Betonung und klang beinahe so unbeschwert wie vorher. „Entschuldige bitte. Das ist nicht dein Problem. Vergiss einfach, dass ich das gesagt habe, ja?“<br />
Er zögerte. Er wollte irgendetwas in der Richtung sagen, dass er es gar nicht vergessen wollte und dass es ihm wirklich Leid tat. Und es schmerzte ihn tatsächlich, dass diese liebenswerte lebendige junge Frau an so einer gemeinen Krankheit wie Krebs sterben würde. Aber er wusste nicht, wie er das ausdrücken sollte.<br />
„Es ist nicht fair“, sagte er schließlich.<br />
Zu seiner Überraschung lachte sie, wenn auch nicht besonders fröhlich.<br />
„Doch“, sagte Lenore, „Das ist es eigentlich schon. Aber das ist wieder eine andere Geschichte, die nicht dein Problem ist.“<br />
„Sie sind nicht von hier, oder?“<br />
Sie stellte das Glas vor sich auf den Boden und sah ihn mit diesem merkwürdigen misstrauischen Lächeln an, das ihm viel lieber war als das herablassende Getue, das die meisten Erwachsenen an den Tag legten, wenn sie merkten, dass er mit ihnen auf Augenhöhe sprach.<br />
„Woran merkst du das?“<br />
„Sie reden ein bisschen komisch. Aber nicht schlecht oder so, nur ein kleines bisschen anders als Leute, die ich kenne“, fügte er schnell hinzu.<br />
„Das fällt sonst nie jemandem auf…“<br />
Er wollte das Thema wechseln, weil es ihm ein bisschen unangenehm war, wenn Leute ihn lobten: „Sind Sie beruflich hier, oder im Urlaub?“<br />
„Beruflich.“ Sie seufzte tief und lange und lehnte sich dabei weit auf dem Sofa zurück. „Ich glaube aber, ich schmeiße hin.“<br />
„Sie wollen kündigen?“ fragte er überrascht.<br />
Sie zuckte die Schultern.<br />
„Vielleicht.“ Nach einer Pause: „Ja. Ich hab keine Lust mehr. Mein Job ist… frustrierend, weißt du? Und ich bin nicht mal mehr besonders gut darin.“<br />
„Wieso nicht mehr?“<br />
„Ich glaube, es hat mit dem Tumor zu tun. Wäre mir jedenfalls immer noch lieber, als wenn ich einfach so zu blöd dafür wäre.“<br />
„Was machen Sie denn eigentlich?“<br />
Sie zögerte kurz, bevor sie antwortete: „Ich bin so eine Art Kurier. Ich finde Leute, und… rede mit ihnen. Stelle Fragen. Oder überbringe Botschaften. Ich kann’s einfach nicht mehr. Ich will nicht mehr.“ Sie schüttelte langsam ihren Kopf, während sie das sagte.<br />
„Dann sind Sie auch hier, um jemanden zu finden?“<br />
Sie nickte. „Ja. Ich hab sie sogar schon gefunden, zwei Mal, aber sie ist mir entwischt.“<br />
„Mein Vater sagt immer, man muss zu Ende bringen, was man angefangen hat.“<br />
Sie Lachte laut auf und wurde dann sofort wieder ernst. „Sagt er das?“<br />
Julian nickte. „Sie können doch danach aufhören. Wenn Sie die Sache hier erledigt haben. Mein Vater sagt immer, man findet sonst eh keine Ruhe. Außerdem ist es nicht in Ordnung, einen Job anzunehmen und dann mittendrin aufzuhören. Bestimmt sind Sie gar nicht so schlecht, wie es Ihnen vorkommt. Sie schaffen das schon!“<br />
Sie seufzte wieder, aber diesmal wirkte es nicht so traurig, eher nachdenklich.<br />
„Vielleicht hat dein Vater Recht“, sagte sie. Dann sah sie auf und ihm direkt in die Augen. Ihr Blick war unglaublich intensiv. „Aber ich will wirklich nicht mehr. Ich habe einen ziemlichen Schlamassel angerichtet, weißt du?“<br />
„Umso mehr Grund, die Sache in Ordnung zu bringen, bevor Sie aufhören. Ich kenn das selbst. Wenn ich meine Hausaufgaben erledigt habe, fühle ich mich immer viel besser, auch wenn’s schwer war und ich erst dachte, ich schaff’ es nicht.“<br />
Sie lächelte. Es war ein unglaublich warmes, freundliches Lächeln. Julian dachte, dass er vielleicht auch ein kleines bisschen in sie verliebt war. Obwohl er sich nicht sicher war, wie das mit Nikki zusammen passte. Konnte man in zwei Frauen verliebt sein?<br />
„Vielleicht hast du Recht“, sagte sie. „Wenn ich jetzt aufgebe, habe ich verloren.“<br />
Julian grinste sie an. „Verlieren Sie auch nicht so gerne?“<br />
Sie schüttelte ihren Kopf. „Überhaupt nicht.“<br />
„Wissen Sie denn, wo Sie denjenigen wiederfinden, den Sie suchen?“<br />
„Nein. Aber ich weiß, wie ich sie erreichen kann.“<br />
Sie sah auf ihre Armbanduhr &#8211; eine unauffällige dünne schwarze &#8211; und stand auf. Lou sah das wohl als ein Signal, dass jetzt etwas Interessantes passieren würde, denn er sprang aus seinem Korb und lief zu ihr, um schwanzwedelnd zu ihr aufzuschauen.<br />
„Das ist ein bisschen taktlos, aber ich denke, dass es besser ist, wenn ich mich jetzt an die Arbeit mache, wenn ich doch nicht aufgeben will. Ich habe schon viel mehr Zeit verloren, als ich mir leisten kann.“<br />
„So spät noch? Es ist mitten in der Nacht!“<br />
Sie lachte wieder.<br />
„Gerade da gibt es für mich immer am meisten zu tun.“<br />
Er konnte sich schon ein paar Möglichkeiten denken, was das zu bedeuten haben könnte. Es klang abenteuerlich. Aber er fragte nicht weiter. Vielleicht, weil er es nicht wissen wollte, falls sie etwas Verbotenes machte.<br />
Sie hob ihren Rucksack auf und ging zur Tür, und Lou und Julian liefen ihr nach. Sie drehte sich zu ihnen um und gab Julian ihre Hand. Er mochte das Gefühl. Meistens, wenn Erwachsene ihm die Hand gaben, grinsten sie dabei, als fänden sie es wahnsinnig witzig und albern, aber Lenore schien es ernst zu meinen. Nachdem sie seine Hand wieder losgelassen hatte, schaute sie einige Sekunden nachdenklich auf ihn herab. Sie griff in ihre schwarze Lederjacke und zögerte einen Augenblick.<br />
Als sie die Hand aus ihrer Jacke hervorzog, hielt sie eine kleine weiße Visitenkarte. Sie streckte sie Julian entgegen, und er nahm sie. Es war eine schlichte weiße Karte aus dickem Papier mit deutlich fühlbarer Struktur, auf der in schlichter schwarzer Schrift gedruckt stand:<br />
Discordia, Inc.<br />
Und darunter eine sehr lange Telefonnummer. Nichts weiter.<br />
„Wenn du mal ein wirklich schlimmes Problem hast, ruf an und frag nach Le- Nein.“ Sie machte eine nachdenkliche Pause, bevor sie weiter sprach. „Frag nach Clarence. Ich arbeite dann wahrscheinlich nicht mehr dort.“<br />
„Was ist das für eine Firma?“ fragte Julian.<br />
„Wir lösen Probleme“, sagte Lenore. „Aber nur große. Ruf nur an, wenn ein Problem so wichtig ist, dass du… deine Seele dafür verkaufen würdest.“<br />
„Meine Seele?“<br />
„Deine Seele. Und heb die Karte gut auf. Wir stehen nicht im Telefonbuch. Vielen Dank für alles, Julian.“<br />
Sie winkte ihm noch einmal zu, bevor sie die Tür öffnete und verschwand.<br />
Julian stand noch lange da und betrachtete die Karte. Und fragte sich, woher sie seinen Namen gekannt hatte.</p>
<p>Lenore lehnte sich neben der Tür an die kalte grob verputzte Wand des Treppenhauses und schloss ihre Augen. Sie hätte den Jungen vielleicht töten sollen, aber sie hatte es nicht getan. Sie war sich nicht sicher, ob das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen war. Kinder hatten einen besonderen Platz in ihrem Herzen. Julian hatte sie fast umarmen wollen, das hatte sie bemerkt. Sie hätte es sich sogar gefallen lassen. Eigentlich bedauerte sie sogar ein bisschen, dass er es nicht getan hatte. Aber sie hatte nicht die Kraft, es von sich aus zu tun.<br />
Es gab Zeiten, da spürte sie den verdammten Tumor. Da konnte sie fühlen, wie er sich in ihr Gehirn fraß und Stück um Stück von ihr zerstörte. Das waren Zeiten, in denen sie weinen wollte, und schreien, und manchmal tat sie sehr unvernünftige Dinge in diesen Zeiten. Sie wollte nicht sterben. Sie wollte so verzweifelt nicht sterben, dass es sie selbst manchmal anwiderte. Jedes Mal, wenn ihre Hand zitterte oder sie einen Teil ihres Körpers nicht mehr fühlen konnte oder sie ein falsches Wort sagte und ihr das richtige nicht einfiel, spürte sie die kalte Hand nach ihr greifen, und sie konnte nicht verstehen, warum sie sterben musste. Warum in einer Welt ohne Gott und ohne Gerechtigkeit ausgerechnet sie schon so jung sterben musste. Lenore hasste es, wenn ihre Opfer bettelten, und sie verachtete es auch an sich selbst, aber sie konnte nicht anders, als um ihr Leben zu flehen und zu weinen und zu klagen. Sie erniedrigte sich vor niemandem als vor sich selbst, aber das ist eigentlich auch die einzige Erniedrigung, die wirklich zählt.<br />
Lenore schniefte und wischte sich mit dem Handrücken Tränen aus dem Gesicht. Sie würde jetzt ihren verdammten Job erledigen, dann würde sie nach Hause fahren und den Geburtstag ihres Großvaters feiern, und dann würde sie allmählich degenerieren, bis sie schließlich starb, wenn der Tumor ihr Atemzentrum oder einen anderen lebenswichtigen Bereich ihres Gehirns erreichte. Vielleicht würde das passieren, bevor oder nachdem sie die Kontrolle über ihren Speichelfluss, ihre Sprache, ihre Augen, ihre Schließmuskeln endgültig verloren hatte, aber spielte das noch eine große Rolle?<br />
Lenore ließ sich langsam an der Wand hinabsinken. Sie spürte Tränen über ihre Wangen rinnen und wie sich langsam ihr Hals zuzuschnüren begann. Sie wollte sich jetzt nicht ihrer Verzweiflung und ihrem Selbstmitleid und Wut hingeben, aber sie befürchtete, dass sie keine Wahl hatte.<br />
Sie hatte niemandem von dem Tumor erzählt. Nicht einmal ihrer Mutter. Nicht einmal Clarence. Sie würde es nie wieder jemandem erzählen, und sie würde ganz alleine sterben, vielleicht in ihrem Haus am Fjord, oder vielleicht in irgendeinem Krankenhaus. Sie fürchtete sich besonders vor der Einsamkeit am Ende, obwohl sie beim besten Willen nicht wusste, was sie gerade beim Sterben mit Gesellschaft anfangen sollte, zumal sie doch ihr ganzes Leben lang immer alleine gewesen war.<br />
Ein leises Schluchzen entrang sich ihrem Hals, und sie erstickte es, so gut sie konnte. Sie hätte sich schrecklich geschämt, wenn Julian sie gehört hätte.</p>
<p><em>Lesegruppenfragen:</em></p>
<ol>
<li><em>Wie wirkt Sonias Ankunft bei der Polizeiwache auf euch? Findet ihr ihr Verhalten und ihre Gefühle passend und verständlich?</em></li>
<li><em>Glaubt ihr, dass sie dort in Sicherheit ist? Warum oder warum nicht?</em></li>
<li><em>Wart ihr überrascht, dass Lenore Julian nicht getötet hat?</em></li>
<li><em>Habt ihr Mitleid mit ihr?</em></li>
<li><em><strong>[Nachtrag, fast vergessen:] </strong>Keoni findet es ein bisschen unverständlich, dass Lenore ihr eigenes Selbstmitleid abstoßend findet. Was haltet ihr davon?</em></li>
</ol>
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		<item>
		<title>A propos Minarette</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 11:42:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Muriel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedankenspiele]]></category>
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Art. 139 WeimVerf (Bestandteil des Grundgesetzes gemäß Art. 140 GG): &#8222;Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt.&#8220;
So ist das nämlich. Bei uns ist es verfassungswidrig, wenn der Staat seinen Bürgern nicht verbietet, an vier Sonntagen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=ueberschaubarerelevanz.wordpress.com&blog=7956543&post=1748&subd=ueberschaubarerelevanz&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><a href="http://view.picapp.com/default.aspx?term=church&amp;iid=7158654" target="_blank"><img src="http://cdn.picapp.com/ftp/Images/5/a/c/5/Lower_Ninth_Ward_e2c5.jpg?adImageId=7960332&amp;imageId=7158654" width="500" height="313" border=0  /></a><script type="text/javascript" src="http://cdn.pis.picapp.com/IamProd/PicAppPIS/JavaScript/PisV4.js"></script>
<p>Damit es nicht heißt, ich würde hier nur auf der Schweiz herumhacken:</p>
<blockquote><p>Art. 139 WeimVerf (Bestandteil des Grundgesetzes gemäß Art. 140 GG): &#8222;Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt.&#8220;</p></blockquote>
<p>So ist das nämlich. <a href="http://www.faz.net/s/RubC4DEC11C008142959199A04A6FD8EC44/Doc~ECF5CDC6B5B6646EEAAA7D7CF945A607B~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Bei uns ist es verfassungswidrig, wenn der Staat seinen Bürgern nicht verbietet, an vier Sonntagen hintereinander ihre Geschäfte zu öffnen</a>. Wegen der seelischen Erhebung. Bloß gut. Ich kenne ein paar Leute, die Sonntags arbeiten müssen, und ich kann euch sagen, die sind seelisch so dermaßen nicht erhoben, das ist echt unschön.</p>
<p>Gut, den Polizisten, Stewards, Kellnern, Köchen, Tankwarten, Krankenpflegern, Feuerwehrleuten, Taxifahrern, Beleuchtern, Kinomitarbeitern, Bahnangestellten, Ärzten, Bademeistern, Fitnesstrainern, Busfahrern, Straßenreinigern, Bäckern, Kraftwerksmitarbeitern, Justizbeamten, Tierpflegern, Journalisten, Elektrikern, Heizungsmonteuren, Pizzaboten, Call-Center-Agents und zahllosen anderen Leuten nützt es nichts, dass das BVerfG jetzt das Berliner Ladenschlussgesetz als teilweise verfassungswidrig eingestuft hat, aber wenigstens können sie sich darüber freuen, dass die Seelen der Einzelhandelsverkäufer nicht mehr in Gefahr sind. Ausgenommen natürlich die, deren Geschäfte sich in Bahnhöfen oder Flughäfen oder so befinden, die müssen trotzdem arbeiten. Aber immerhin. Also, die meisten Einzelhandelsverkäufer dürfen jetzt nicht mehr an vier Sonntagen nacheinander arbeiten. Und da sage noch mal einer, die christlichen Kirchen würden nichts für uns tun.</p>
<p>Ich habe aber noch einen Vorschlag, den ich den Kirchen hiermit gerne nahebringen würde. Es gibt da nämlich eine Berufsgruppe, die schon seit Ewigkeiten dazu verpflichtet ist, am Sonntag zu arbeiten, obwohl das nicht dringend erforderlich ist. Und die Kirchen hätten es in der Hand, dem ein Ende zu machen. Es wäre ganz leicht. Sie müssten dafür niemanden verklagen, und sie bräuchten kein Gesetz und keine Verfassung. Insbesondere die katholische Kirche könnte aufgrund ihrer zentralistischen Struktur sogar <strong>weltweit</strong> ohne große Mühe dafür sorgen, dass Tausende Priester und Ministranten den Sonntag so verbringen können, wie Gott es sich mal gedacht hat: Als Tag der Arbeitsruhe, und ohne andere Leute mit unnötigem Lärm zu belästigen.</p>
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