Die Kommentare in Blogs sind ja so eine Sache.
Als ich mit diesem Blog hier anfing, dachte ich ernsthaft darüber nach, die Kommentarfunktion komplett auszuschalten, weil ich bei Stefan Niggemeier gesehen hatte, wie anstrengend sowas sein kann. Andererseits fand ich dann aber wieder, dass ein Blog ohne Kommentare drunter ziemlich witzlos ist. Welchen Sinn ergibt es denn, meine Gedanken zu veröffentlichen, wenn es keine Möglichkeit gibt, dass ich eine Rückmeldung dazu erhalte? Dann kann ich auch gleich nur ein Tagebuch in Word schreiben. Außerdem war mir natürlich klar, dass es eine Weile dauern würde, bis ich ein ähnliches Kommentaraufkommen zu befürchten haben würde wie der von uns allen verehrte Medienblogger da oben.
Ich ließ die Kommentarfunktion also, wie sie war, nahm nach ein paar Wochen sogar die Moderationssperre raus, damit jeder Kommentar sofort angezeigt wurde, und ich habe es seitdem kein einziges Mal bereut. In diesem Zusammenhang bedanke ich mich auch noch mal bei allen Kommentatoren. Durch euch wird mein Hobby erst interessant.
Manche Kommentare ergänzen einen gelungenen Beitrag noch um eine wichtige Einzelheit.
Manche enthalten konstruktive und informative Kritik. Auch wenn sie manchmal wehtun, sind diese eigentlich am wichtigsten. Sie zeigen, wo man falsch gedacht oder unsauber formuliert hat, sie helfen einem vielleicht, Fragen zu beantworten, für die einem selbst keine Antwort eingefallen ist. Zumindest sind sie immer dafür gut, einen zum Nachdenken anzuregen, und mehr kann man sich doch schon fast gar nicht mehr wünschen.
Wieder andere tragen zwar inhaltlich nicht viel bei, sind aber lustig und gut für die Stimmung.
Solche Kommentare erinnern mich dann daran, dass die Interaktivität von Blogs eben doch eine ganz fantastische Sache ist, auch wenn manche Äußerungen unweigerlich aus totalem Unsinn oder dämlichen Gehässigkeiten bestehen. Und sogar die finde ich manchmal durchaus noch unterhaltsam.
Seit ich selbst ein Blog habe, kommentiere ich auch ziemlich regelmäßig selbst die Blogs, die ich gerne lese. Manchmal mache ich damit sehr angenehme Erfahrungen, manchmal aber auch eher unangenehme. In meinem eigenen Blog freue ich mich über so ziemlich jeden Kommentar, und sogar Spam hat manchmal einen gewissen Unterhaltungswert. Dass Johnny vom Spreeblick oder eben Stefan Niggemeier sich nicht mehr so kindlich über jede Rückmeldung zu ihren Beiträgen freuen können wie ich, kann ich mir aber auch ganz gut vorstellen.
Ich selbst versuche deshalb, mich beim Kommentieren ein bisschen zurückzunehmen und kommentiere nur, wenn es mir wirklich so vorkommt, als hätte ich was zu sagen. Auch, wenn ich dann manchmal trotzdem noch feststelle, dass ich besser geschwiegen hätte.
Worauf ich mit all dem eigentlich hinauswill: Ich wüsste schrecklich gerne, was ihr zu dem Thema so denkt. Wo kommentiert ihr, wo nicht? Über welche Kommentare freut ihr euch in euren eigenen Blogs, und welche findet ihr doof? Und habt ihr in letzter Zeit vielleicht irgendwo einen Kommentar gesehen, der besonders eindrucksvoll beweist, dass es sich doch manchmal lohnt, das ganze Elend zu durchforsten, das unter vielen Blogbeiträgen vor sich hin gärt?
Verfasst von Muriel
Verfasst von Muriel
Verfasst von Muriel