Aktion und Reaktion

15. November 2009

Die Kommentare in Blogs sind ja so eine Sache.

Als ich mit diesem Blog hier anfing, dachte ich ernsthaft darüber nach, die Kommentarfunktion komplett auszuschalten, weil ich bei Stefan Niggemeier gesehen hatte, wie anstrengend sowas sein kann. Andererseits fand ich dann aber wieder, dass ein Blog ohne Kommentare drunter ziemlich witzlos ist. Welchen Sinn ergibt es denn, meine Gedanken zu veröffentlichen, wenn es keine Möglichkeit gibt, dass ich eine Rückmeldung dazu erhalte? Dann kann ich auch gleich nur ein Tagebuch in Word schreiben. Außerdem war mir natürlich klar, dass es eine Weile dauern würde, bis ich ein ähnliches Kommentaraufkommen zu befürchten haben würde wie der von uns allen verehrte Medienblogger da oben.

Ich ließ die Kommentarfunktion also, wie sie war, nahm nach ein paar Wochen sogar die Moderationssperre raus, damit jeder Kommentar sofort angezeigt wurde, und ich habe es seitdem kein einziges Mal bereut. In diesem Zusammenhang bedanke ich mich auch noch mal bei allen Kommentatoren. Durch euch wird mein Hobby erst interessant.

Manche Kommentare ergänzen einen gelungenen Beitrag noch um eine wichtige Einzelheit.
Manche enthalten konstruktive und informative Kritik. Auch wenn sie manchmal wehtun, sind diese eigentlich am wichtigsten. Sie zeigen, wo man falsch gedacht oder unsauber formuliert hat, sie helfen einem vielleicht, Fragen zu beantworten, für die einem selbst keine Antwort eingefallen ist. Zumindest sind sie immer dafür gut, einen zum Nachdenken anzuregen, und mehr kann man sich doch schon fast gar nicht mehr wünschen.
Wieder andere tragen zwar inhaltlich nicht viel bei, sind aber lustig und gut für die Stimmung.
Solche Kommentare erinnern mich dann daran, dass die Interaktivität von Blogs eben doch eine ganz fantastische Sache ist, auch wenn manche Äußerungen unweigerlich aus totalem Unsinn oder dämlichen Gehässigkeiten bestehen. Und sogar die finde ich manchmal durchaus noch unterhaltsam.

Seit ich selbst ein Blog habe, kommentiere ich auch ziemlich regelmäßig selbst die Blogs, die ich gerne lese. Manchmal mache ich damit sehr angenehme Erfahrungen, manchmal aber auch eher unangenehme. In meinem eigenen Blog freue ich mich über so ziemlich jeden Kommentar, und sogar Spam hat manchmal einen gewissen Unterhaltungswert.  Dass Johnny vom Spreeblick oder eben Stefan Niggemeier sich nicht mehr so kindlich über jede Rückmeldung zu ihren Beiträgen freuen können wie ich, kann ich mir aber auch ganz gut vorstellen.

Ich selbst versuche deshalb, mich beim Kommentieren ein bisschen zurückzunehmen und kommentiere nur, wenn es mir wirklich so vorkommt, als hätte ich was zu sagen. Auch, wenn ich dann manchmal trotzdem noch feststelle, dass ich besser geschwiegen hätte.

Worauf ich mit all dem eigentlich hinauswill: Ich wüsste schrecklich gerne, was ihr zu dem Thema so denkt. Wo kommentiert ihr, wo nicht? Über welche Kommentare freut ihr euch in euren eigenen Blogs, und welche findet ihr doof? Und habt ihr in letzter Zeit vielleicht irgendwo einen Kommentar gesehen, der besonders eindrucksvoll beweist, dass es sich doch manchmal lohnt, das ganze Elend zu durchforsten, das unter vielen Blogbeiträgen vor sich hin gärt?


Es fällt mir wie Schuppen von den Augen

8. Oktober 2009

Plötzlich wird mir klar: Diese Leute, die in meiner Blogstatistik permanent die Google-Suchergebnisse anführen, sind in Wirklichkeit gar nicht auf der Suche nach merkwürdigen Sexualpraktiken. Die suchen Kontodaten! Oder um es mit Udo Vetter zu sagen: Ich sollte eilends meinen Fisting-Schutz aktivieren.


Von künstlerischer Empfindsamkeit und religiösen Symbolen

25. September 2009

Für alle, die sich gefragt haben: Ja, wordpress.de ist in China tatsächlich blockiert. Toll. Wer von euch war das? Wer hat hier was Regimekritisches geschrieben und damit riskiert, dass ich neun Tage lang keine neuen Beiträge veröffentlichen kann? Aber ich habe weder Kosten noch Mühen gescheut und trotzdem einen Weg gefunden, euch den nächsten Reisebericht zu übermitteln, in dem es aber erst mal noch gar nicht um China gehen soll. Bin ja gerade erst angekommen.

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Blogroll

10. September 2009

(Für alle, die sich jetzt wundern, wegen Urlaub und so: Es gibt WLAN im ICE. Prima, oder?)

Huch, wie die Zeit vergeht. So lange ist es schon her, dass ich das letzte Mal meine Blogroll mit dem Feedreader verglichen habe, und so sehr bedaure ich, dass all die vielen schönen Blogs dort so lange nicht aufgetaucht sind, dass die heutigen Neuzugänge eigens von mir eine kleine Vorstellung bekommen. Weil ich für die Reise morgen noch lange nicht alles gebügelt und gepackt habe, [Edit, wenige Sekunden später: Das kommt davon, wenn man einen Eintrag erst anfängt, nicht schafft und dann am nächsten Tag weiterschreibt, ohne den alten Text nochmal zu lesen.]
Weil ich gleich am Flughafen ankomme, muss ich mich ein bisschen kurz fassen, deswegen wird es hiervon bald noch einen zweiten Teil geben, in dem ich dann hoffentlich all die Blogs unterbringe, die ich heute nicht mehr geschafft habe. Los geht’s (Die Reihenfolge ist völlig zufällig):

  1. „Zwischen Wahn- und Irrsinn passt immer noch eine kleine Weltherrschaft…“ Auch wenn das Fellmonster nicht meine treueste Nimmermehr-Kommentatorin wäre, wäre ihr tatsächlich einigermaßen wahnsinniges Blog schon deshalb ein Pflichteintrag in meiner Blogroll, weil sie einen Monat lang jeden Tag über geriffelte Kondome geschrieben hat.
  2. Herrsalami.de Was auch immer es mit diesem Namen auf sich hat, der durchaus eigenwillige Stil dieses Blogs gefällt mir, und spätestens seit diesem Artikel zähle ich zu den regelmäßigen Lesern.
  3. Malte Welding Auch wenn ich ihn durchaus öfter ziemlich kritisch sehe, schreibt Malte doch immer mal wieder Perlen wie diese hier, und schon kann ich ihm den anderen Kokolores gar nicht mehr so richtig übel nehmen.
  4. John Cox Art  Eigentlich merkwürdig, dass ich kaum englische Blogs lese. Aber hier ist mal eins. Gelungene Cartoons, schöne Bilder, gute Ideen.
  5. Melange-Lounge Ich hoffe, dass ich Oliver nicht Unrecht tue, wenn ich sein Blog einen Geheimtipp nenne. Eines dieser kleinen privaten Blogs, über die kaum jemand redet, die aber regelmäßig lesenswerte, gut durchdachte und treffend formulierte Beiträge bieten. Woran liegt es nur, dass ich das so sympathisch finde…?

Wir beenden diesen Artikel auf einem Moll-Akkord. In meiner Blogroll befindet sich ein Link zum Blog pyrrhussieg. Dieses Blog existiert zwar noch, wird aber nicht mehr weitergeführt. Ich werde pyrrhussiegs nachdenkliche und anregende Beiträge sehr vermissen und bringe es vorerst nicht über’s Herz, den Link zu löschen.


Überschaubarer Urlaub

9. September 2009

So, liebe Leser, ich hatte es ja in den Kommentaren schon mal angedeut: Hier verreist der Chef noch selbst, und zwar morgen. Es geht nach Korea, und dann noch mal eine Woche nach Beijing, insgesamt bin ich gut drei Wochen weg. In dieser Zeit soll die Aktivität hier aber keineswegs ganz ruhen. Vielmehr plane ich, trotz Urlaub noch so ungefähr drei Beiträge pro Woche zu veröffentlichen, mit ein bisschen Glück und regelmäßigem Internetzugang werden es sogar mehr. Ich kann nicht ganz ausschließen, dass der Schwerpunkt auf schönen Fotos und Urlaubsberichten liegen wird, aber ich werde auch nicht völlig monothematisch, keine Sorge.

Ich hoffe, ihr bleibt mir trotz des reduzierten Betriebs treu und nehmt es mir nicht übel, dass ich die Kommentiererei hier und auch in den befreundeten Blogs während des Urlaubs wohl etwas einschränken muss.

Ungefähr ab dem fünften Oktober dürfte dann wieder der Normalbetrieb einkehren. Bis dahin wünsche ich euch einen schönen Spätsommer und Herbstanfang.


Restebloggen zum Wochenende

2. August 2009

Ich versuche mal, eine neue Kategorie zu begründen. In der möchte ich jetzt jeden Sonntag die bemerkenswerten kleinen Beobachtungen sammeln, bei denen es zwar nicht für einen eigenen Artikel reicht, die ich aber trotzdem gerne festhalten möchte. Und zum Schluss kommen dann noch Links zu Seiten, die ich in der Woche besonders lesenswert fand.

  1. Hat außer mir sonst noch jemand den Eindruck, dass die Ecke des Monats von Müller eigentlich nur noch in den aufgedruckten Comic-Figuren variiert und außerdem deutlich seltener als monatlich wechselt?
  2. Gestern Abend habe ich einen Kellner gebeten, in meinem Eisbecher statt Vanilleeis bitte Maple Walnut zu verwenden. Er sagte darauf hin, dass bei den Eisbechern sehr viele Gäste Sonderwünsche äußerten und dass die Zusammenstellung der Eisbrecher deshalb unveränderlich sei. Das ist natürlich eine Möglichkeit, auf Kundenwünsche zu reagieren.
  3. Vielleicht war es schon deshalb ein Fehler, Frank-Walter Steinmeier als SPD-Kanzlerkandidaten zu bestimmen, weil die Hälfte der Wähler ihn immer noch für einen CDU-Mann hält.
  4. Wie kommt es, dass manche Leute, sobald sie Gruppen von mehr als drei Personen bilden, aufhören zu lachen und stattdessen brüllen (Männer) bzw. kreischen (Frauen), als würden sie gerade lebendig gehäutet? Nichts gegen Frohsinn, aber auf mich wirkt diese Variante davon immer durchaus beängstigend, von der Lärmbelästigung ganz zu schweigen.
  5. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir diese Woche der Blog-Artikel von notquitelikebeethoven mit dem Titel „Wer mich beleidigt, das entscheide immer noch ich“. Schön geschrieben, und sicher auch für normal Hörende ein Satz, den man sich merken sollte.
  6. Sehr gut gefiel mir auch „Raucherpech“, eine hübsche kleine Geschichte von der Autobahn von Ruediger.
  7. Ebenfalls kurz und gut: die unmittelbar verständliche Erklärung zur Hamburger Erklärung von Malte Welding.
  8. Besondere Anerkennung für Furchtlosigkeit gebührt Fellmonsterchen für ihre Blog-Aktion im August. Sie wird von gestern an jeden Tag einen Artikel über das Thema „geriffelte Kondome“ verfassen. Ich hatte ja Comics vorgeschlagen, aber ich gebe zu, dass das nicht das gleiche Niveau an Herausforderung gewesen wäre.
  9. Und zum Schluss: Die Apple-Fans unter euch interessieren sich vielleicht für das hier nachzulesende gespenstischen Gespräch zwischen Richard von Apple und einem Geschäftspartner des Unternehmens. Falls der Dialog das Telefonat wirklich so stattgefunden hat: dermaßen unsympathisch, dass es eigentlich schon wieder cool ist. Außer natürlich, man ist derjenige, der das Gespräch führen möchte.

Eine neue Seite

24. Juli 2009

Genau, da oben, rechts neben „Darum gehts.“, ist eine neue Seite aufgetaucht. Auf der sammle ich von jetzt an die Geschichten, die ich euch hier im Blog anbiete, für all die, die sie zwar gerne lesen würden, denen es aber zu mühsam ist, sich die einzelnen Beiträge rauszusuchen. Bisher stehen dort „Mein Sonderbarer Onkel Simon“ und die ersten fünf Kapitel von „Nimmermehr.“ Schaut doch mal rein!

Dank für die Anregung geht an Ruediger von thatblog.de.


Wichtige Durchsage

13. Juli 2009

Ich bitte um Aufmerksamkeit! In diesem Blog scheint sich ein Besucher aufzuhalten, der sehr bizarre Schwierigkeiten hat und dringend Hilfe braucht. Wer auch immer die Person findet, die über die Google-Suche „parallelwelten, lieber gott hilf mir“ auf diese Seite gelangt ist, möge sie bitte zu einer berufenen Stelle weiterleiten. Ich fühle mich mit dieser Anfrage nämlich definitiv überfordert.


Was ist mit den Kommentaren passiert?

6. Juli 2009

Ganz einfach: Ich habe diese verwirrende Funktion abgestellt, die es erlaubt, auf andere Kommentare zu antworten und diese so nach Diskussionsebenen zu ordnen. Stattdessen ist jetzt alles chronologisch, was meiner Meinung nach bei längeren Diskussionen (wie dieser ) am Ende der bessere Weg ist, auch wenn dadurch jetzt bei den älteren Einträgen die Reihenfolge ein bisschen durcheinander gekommen ist. Ich bitte um Verständnis für die Unannehmlichkeiten und hoffe, dass die meisten von euch es ohne diesen Eintrag gar nicht gemerkt hätten.


Ihr seid ein zauberhaftes Publikum

30. Juni 2009

Heute wird mein kleines Weblog einen Monat alt, und ich nutze diese Gelegenheit, um allen meinen treuen Lesern und ganz besonders natürlich den Kommentatoren zu danken.

Wie immer, wenn man etwas Neues anfängt, zweifelte ich anfangs, ob das eine gute Idee wäre und ob mir das wirklich nachhaltig Spaß machen würde. Nun ist erst ein Monat rum, aber noch macht es mir großen Spaß, und dazu tragt ihr bei. Ich freue mich auf die nächsten Monate.

Vielen Dank!