Endlich

24. Mai 2013

Grapevine, Texas. Wie heute bekannt wurde, haben die Boy Scouts of America in einem Beschluss, den ihr Vorsitzende als “mitfühlend, rücksichtsvoll, und freundlich” bezeichnete, ihre lange etablierte Politik aufgegeben, nur Mitglieder aufzunehmen, die den Anblick von weiblichen Brüsten sexuell erregend finden. Die Entscheidung, der lange Jahre des Widerstandes und interne Querelen vorausgingen, gilt als Meilenstein für die traditionsreiche Organisation.

Konservative Eltern und Freiwillige hatten der Entscheidung vehement widersprochen und sogar angekündigt, nicht länger Mitglied eines Pfadfinderverbandes sein zu wollen, dem auch Menschen angehören, die kein Interesse daran haben, eine Vagina zu penetrieren. Auch diverse Kirchen warfen den Boy Scouts vor, durch diese Entscheidung ihren Eid zu verletzen, sich stets moralisch zu verhalten, und befürchten nun einen Rechtsstreit darüber, ob die Organisation auch Gruppenführer akzeptieren muss, die den Gedanken an Geschlechtsverkehr mit einer Frau nicht geil finden. Robert Schwarzwalder, ein Funktionär des Family Research Council, befürchtet:

Diese großartige Institution wird nun vergiftet werden durch die Einführung einer politischen Agenda, obwohl wir doch alle wissen, nach welcher Art von Einführung ein echter Boy Scout zu trachten hat.

John Sternberger, ein evangelikaler Führer aus Florida, rief Eltern und Gleichgesinnte dazu auf, sich an einem Treffen zur Gestaltung einer neuen Organisation zur Charakterbildung von Jungen zu beteiligen, da bei den Boy Scouts nun nicht mehr die Wertschätzung der Schönheit und sexuellen Attraktivität von Frauenärschen im Vordergrund stehe.

Allison Mackey, eine Mutter von fünf Kindern, hat die veränderte Situation mit ihrer Familie diskutiert, mit dem Ergebnis, dass alle ihre Kinder willens wären, die Boy Scouts zu verlassen, sobald diese Mitglieder aufnehmen, die kein sexuelles Interesse an Frauen haben. Mackey sagte dazu:

Wir hatten viel Freude an den Boy Scouts, weil sie Männlichkeit und Führungsvermögen zelebrieren, aber mein Ehemann und ich erziehen unsere Söhne dazu, ihren Penis in eine Vagina stecken zu wollen. Zu unseren Prinzipien und vaginalem Geschlechtsverkehr zu stehen, ist nicht einfach, aber wir müssen hier nein sagen. Diese Organisation hat die Freiheit aufgegeben. Und Freiheit gehört nun einmal zu den Werten, auf denen diese wundervolle Nation errichtet wurde. Freiheit, und mörderdicke Tüten.


Guter Gewinn für gute Unternehmen

8. Mai 2013

Im Jahr 2012 konnten über 28000 Unternehmen nicht genug verdienen, um zu überleben. Es wird davon ausgegangen, dass zahlreiche weitere das Jahr mit einem Verlust abgeschlossen haben und von ihrer Substanz zehren.

Quelle: Wikipedia, Urheber: Schrapers

SPD-Vize Manuela Schwesig sagte hierzu: „Das zeigt: Wir brauchen einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestgewinn von 100.000 Euro pro Jahr. Wer ein Unternehmen betreibt, muss davon auch seine Rechnungen und die Gehälter seiner Mitarbeiter bezahlen können, sowie natürlich auch notwendige Investitionen und den eigenen Lebensunterhalt.” Schwesig fügte hinzu: “Das gilt auch für unerfahrene Unternehmer.” Es sei zudem wichtig, auf 100.000 Euro Mindestgewinn zu beharren – “und nicht einen Billiggewinn von dreißig- oder vierzigtausend Euro, den die FDP anstrebt.” Mit Blick auf die ausufernden Verluste in deutschen Unternehmen sagte Schwesig: „Gewinndumping darf in Deutschland kein Geschäftsmodell sein. Die Bundesregierung forciert dieses Geschäftsmodell, weil sie sich gegen den Mindestgewinn von 100.000 Euro sperrt.“

Nach Einschätzung Schwesigs hätte die Einführung des gesetzlichen Mindestgewinns zahlreiche Vorteile. Nicht nur würden Unternehmensinsolvenzen und die damit einhergehenden Arbeitsplatzverluste sowie Forderungsabschreibungen bei Gläubigern dadurch ein für alle Mal der Vergangenheit angehören, es wären zudem auch stetig sprudelnde Steuereinnahmen für den deutschen Fiskus sichergestellt. Besonders attraktiv an dem Modell sei, dass auch Steuererhöhungen in beliebiger Höhe nun keinen kritischen Schaden mehr anrichten könnten, da der gesetzliche Mindestgewinn selbstverständlich nach Steuern gelten würde und somit in jedem Fall gewährleistet wäre. Deutschland wäre damit eine Spitzenposition im internationalen Vergleich gewiss, und auch mit Bankenkrisen wäre es für immer vorbei.

Als einziges Risiko sieht die SPD eventuelle Ausweichstrategien der Kunden, die den Mindestgewinn etwa durch Verschiebung ihrer Einkäufe ins Ausland zu umgehen versuchen könnten. Sollte Peer Steinbrück Kanzler werden, so plant die SPD daher, möglichst schnell in Verhandlungen mit anderen Staaten zu treten, um einen international einheitlichen Mindestgewinn zu vereinbaren.

Zustimmung kommt auch aus CDU-Kreisen. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen erklärte kürzlich bei einem Yeti-Kongress, das Einkommen aus einem Unternehmen müsse so viel sein, “dass man davon leben kann”. Jahresgewinne “von dreißig-, fünfzig- oder sechzigtausend Euro” dürfe es nicht geben.

Widerspruch hingegen äußerte Bundesfamilienminister Kristina Schröder. Sie halte nichts von einem starren Mindestgewinn, sagte sie gegenüber überchaubare Relevanz, und würde einen so genannten Flexigewinn vorziehen, den die Unternehmen zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres selbst festlegen könnten.


Fuck, I love boobs though

7. Mai 2013

Just to get that out of the way. Now, on to the actual content of this post:

I like WeisApple. I really do. She’s funny and entertaining and smart. But I think this video is a very good example for what people don’t get about feminism, and how they pretend to debate its concepts without really addressing them.

I agree with her that some people tend to confuse sexism and sexuality and condemn some content just for being sexually appealing to men, which is, ahem, not a problem in and of itself, from where I’m standing. So there certainly is something to discuss, but, like many critics of feminism, she doesn’t do that but instead attacks a strawman feminist and just invents a completely untenable position to then rail against that. Which is a pity because, while I understand that hers is a humorous channel, she usually manages to combine fun and honest argument in her videos. Not here.

All male sexuality offends a radical feminist

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Schamland

18. April 2013

Ihr wisst ja, dass ich so ganz grundsätzlich das Prinzip Staat ablehne. Ich habe aber auch schon öfter mal geschrieben, dass ich es deshalb nicht für eine gute Idee hielte, ihn gleich morgen ersatzlos abzuschaffen, denn ich neige zwar schon irgendwie zum Idealismus (Ja, lacht ruhig, ich seh mich so.), andererseits liegt mir aber mein Skeptizismus zu sehr am Herzen, um mich einigen durchaus stichhaltigen Argumenten der Statisten (Hihi, so hab ich wenigstens auch was zu lachen.) völlig zu verschließen, die man kurz so zusammenfassen könnte: Es funktioniert doch einigermaßen gut, wie wir es machen. Niemand verhungert, niemand erfriert, man ist einigermaßen sicher vor Kriminalität, und so ziemlich jeder hat eine einigermaßen vernünftige Chance auf halbwegs brauchbare Bildung. Insgesamt sind die Bedingungen, unter denen wir leben recht stabil und zuverlässig, und Risiken sind kalkulierbar. Das fühlt sich für Leute wie mich, die unter solchen Bedingungen geboren wurden und nie andere erlebt haben, selbstverständlich an, weshalb ich sicher dazu neige, den Wert dieses unschätzbaren Glücks zu unterschätzen, in dem ich lebe, aber schon ein kurzer Blick in die Geschichte der Menschheit oder auch einfach nur in andere Länder zeigt uns in grässlicher Anschaulichkeit, wie wenig selbstverständlich es ist, dass wir in einem Luxus leben dürfen, der in der bereits erwähnte Menschheitsgeschichte kein Beispiel kennt.

Und jeder Wechsel des Systems trüge natürlich das Risiko einer Verschlechterung in sich. Ich verstehe also die pragmatischen Argumente für die Erhaltung dieses Staates.

Aber ich tue mich sehr schwer damit, die idellen, die moralischen, die fundamentalen Argumente zu verstehen. Zu denen, die mir besonders abwegig erscheinen, gehört das, auf das ich kürzlich bei heise gestoßen bin:

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SEX! SEX! ES GEHT UM SEX! UND BRÜSTE!

17. April 2013

Bei Religion bin ich nur ein externer Beobachter. Ich war nie in einer religiösen Gemeinschaft involviert und fand schon im Alter von fünf Jahren die halbherzig vorgebrachte Erläuterung meiner Mutter, nach dem Tod kämen wir in den Himmel, und da wäre alles ganz toll, deswegen wäre das mit dem Tod gar nicht schlimm, kein bisschen überzeugend. (Was garantiert nicht daran lag, dass ich irgendwie besonders klug gewesen wäre, sondern einfach daran, dass sie das selbst nicht glaubte und es entsprechend wenig glaubwürdig vortrug.)

Bei einem anderen Feld irrationaler Überzeugungen, das ich hier der Einfachheit halber mit dem Sammelbegriff “Politisch Inkorrekt” zusammenfassen will hingegen kann ich als ehedem Beteiligter mitreden. Nein, ich war nach meiner Erinnerung nie ein idiotischer Muslim-Hasser, das nicht, aber ich habe mich von meines Vaters Ansichten zu den Themen Feminismus, Genderei, Gleichberechtigung Homosexueller, Klimaveränderung, Umweltschutz, Rassismus, und so weiter, maßgeblich beeinflussen lassen und würde sagen, dass ich Jahre gebraucht habe, um mich allmählich davon zu befreien, wenn ich überzeugt wäre, dass dieser Prozess schon abgeschlossen ist. Ich darf sagen, dass ich heilfroh bin, dass ich noch nichts von Blogs wusste, als ich sechzehn war, denn so hatte ich kaum eine Chance, der Welt den Unfug mitzuteilen, den ich damals noch für richtig und vernünftig hielt. Ich sage nur Wolf Schneider.

Bei der Entwicklung hin zu meiner heutigen, für diese Themen sehr aufgeschlossenen Haltung haben mir vorrangig ihre Gegner eine große Hilfe geleistet, denn sogar zu meinen düstersten Zeiten war für mich die Unzulänglichkeit ihrer Argumentation unübersehbar.

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Restebloggen (90)

13. April 2013
  1. Bekanntlich haben ja auch andere Länder ihre Bild-Zeitung.
  2. Ich habe so gelacht: Wie Tiere essen. Ja, ich bin manchmal ein bisschen kindisch. Wisst ihr doch.
  3. Talk or talk not. There is no spoil. Ich kann das Gejammer echt nicht mehr hören. Um Himmels Willen, wenn ich um keinen Preis etwas über den Plot eines Films erfahren will, dann wäre es vielleicht eine naheliegende Idee, mir keinen ver%(/%&§&/ vierstündigen Podcast drüber anzuhören, und wenn ich vier Stunde lang über einen Film reden will, dann wäre es doch schon naheliegend, auch wirklich was über den Plot zu sagen, statt sich dann aus Hilflosigkeit in “Naja, ich will das jetzt nicht spoilern, aber wer ihn gesehen hat, weiß, was ich meine, ich sag mal Stichwort Bierdose, hm, haha, das war geil, oder?” zu flüchten. Diese Spoiler-Nörgler kommen alle in die Hölle. Alle.
  4. Verflixt noch mal, wenn ich nicht aufpasse, dann haben GRR Martin und seine Fans mich irgendwann so weit, dass ich A Song of Ice and Fire nicht mehr mag. Das wäre traurig.
  5. Endlich sagt es mal einer. Der Kleine Prinz ist Mist.
  6. Hat er ganz gut hinbekommen, oder?  
    Und Bonuspunkt für den Tumblr-Titel [DzumLzumIzumRzumIzumUzumM]
  7. Erst dachte ich ja, Jen wäre unnötig gemein zu ihrem Fan, als er schrieb

    Can I just say I’m a new fan of your Programs; I stumbled upon your videos on YouTube (linked from Richard Dawkins/atheism and the bible is wrong). I completely agree with the logic you speak about, especially Matt Dillahunty, and began following your programs into the early hours of the morning. Great stuff and I continued to agree, even speaking out loud with agreement to my computer (Oh I must get a life)

    und sie kommentierte:

    Indeed.

    Und sogar als es dann mit seinem eigentlichen Anliegen losging, fand ich ihn zunächst zumindest noch erträglich, wenn er auch natürlich Unrecht hat

    As I have already stated I do agree that Gay people should have the right to marry, I have no problem with that, but when I consider adoption of a child I find the same logic and moral compass that agrees with gay marry, is now at odds with adoption; and here’s why:

    Aber später wird dann schon sehr offensichtlich, dass man mit dem nicht vernünftig reden kann.

    And finally ask yourself this, and you need to be honest. Picture your own parents, would you like them to have been the same sex? If you feel you are answering this question honestly, you’ll probably have said no, so why would you think an adopted child should be ok with this?

    Immer wieder erschütternd.


Ich bin ein Hundezüchter.

12. April 2013

Und boy howdy, ich kann euch sagen, das ist echt ein hartes Brot. Die blöden Biester machen einfach nicht, was sie sollen.

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Am Anfang hatte ich ja nur zwei Welpen, einen Rüden und ein Weibchen, und das ist schon mal ziemlich schief gegangen. Ich hatte da diesen einen Napf mit Hackfleisch, und obwohl ich immer drauf gezeigt und ihnen gesagt habe, dass sie da nicht rangehen dürfen, sonst bring ich sie um, da komm ich doch eines Tages in den Zwinger und seh die beiden Mistviecher davon fressen. Hab ich sie natürlich sofort rausgeworfen, mit son paar Krankheiten infiziert und aufgehört sie zu füttern.

Hat aber auch nichts gebracht. Ich hab natürlich nicht aufgegeben, aber auch  mit den nächsten Würfen hats irgendwie nicht geklappt. Die waren noch schlimmer. Haben sich miteinander gepaart, wie es ihnen passte, einander blutig gebissen, sich manchmal sogar gegenseitig umgebracht, es war mir ein Gräuel, das kann ich euch sagen. Hab ich alle ersäuft, bis auf ein Pärchen und deren Welpen. Klar, wollte mir ja keinen neuen Job suchen.

Aber die wollten sich auch nicht benehmen. Haben sich auch einfach wieder kreuz und quer gepaart und gefressen und gesoffen, wie es ihnen passte, haben sich auch wieder gegenseitig umgebracht, und stubenrein wurden die irgendwie auch nicht. Hab ichs mal mit Feuer versucht und wollt jetzt doch schon alle verbrennen, weil ich dachte, scheiß drauf, aber meine Frau ist da irgendwie sentimental, und die meinte, hey, kannste nicht machen, guck doch mal, die beiden da sind doch echt lieb, und die süßen kleinen Babys und so. Na gut, hab ich also wieder ein paar leben gelassen, aber als das Weibchen sich dann noch umgeguckt hat, als sie die andern brennenden Hunde winseln und jaulen hörte, da hatt ich echt die Schnauze voll. Die hab ich ausgestopft. Steht jetzt aufm Kamin.

Als es dann später immer noch nicht besser wurde, und immer noch Chaos im Zwinger war, hab ich gedacht, na gut, versuchst dus noch mal ganz anders. Hab ich meinen Sohn reingeworfen. Ne Zeitlang ging das ganz gut, bis er sich irgendwann mit dem Alpharüden anlegte, da gabs dann natürlich Zoff, und am Ende hamse ihn totgebissen. Hat sehr leiden müssen, der arme Junge.

War ich natürlich schon traurig, aber ich muss auch sagen, hat sich irgendwie gelohnt. Also, nicht dass die Viecher sich jetzt besser benehmen. Verdrecken mir immer noch meinen ganzen Garten, beißen immer noch alles, was ihnen vor die Schnauze kommt und gehorsam sind se auch nicht, egal was ich sage. Die lernens einfach nicht, wie verhext ist das. Seit dem Anfang, mit dem Hackfleisch mein ich, seit der Sache sind die irgendwie verdorben, so kommts mir vor. Da liegt glaub ich die Ursache. Weiß der Geier. Also, das ist eigentlich nicht besser geworden. Viele sind auch krank und verrecken dann ganz eklig, und manche verhungern, weil ich sie natürlich auch nicht mehr füttere, hatte ich ja am Anfang gesagt. Das ist schon Scheiße. Kann man aber nichts machen, ne?

Aber ich hab ihnen vergeben, seit dem Ding mit meinem Sohn.

Und darauf kommts ja schließlich an. Oder?


Sockenpuppen; Sockenpuppen überall!

11. April 2013

toy story

Nicht nur in meinem eigenen betulichen kleinen Blog möchte man manchmal wetten, dass die Kommentatoren, die versuchen, dem Verfasser zu widersprechen, in Wahrheit nur dessen Marionetten sind, virtuelle Pappkameraden, die er aufbaut, um die Gegenseite schlecht dastehen zu lassen. Nach meiner Erfahrung ist diese Tendenz am staunenswertesten ausgeprägt, wenn es um Sexismus geht.

Stefan Niggemeier habe ich das jüngste Beispiel für diesen Effekt zu verdanken, der hier mal wieder in so unfassbarer Dummheit Deutlichkeit zu Tage tritt, dass ich schon überlegt habe, einfach mehr zu essen, damit ich irgendwann mal dick genug werde, dass ich es mit meinem Kopf nicht mehr auf die Tischplatte schaffe, denn das tut weh und ist auf Dauer bestimmt auch ungesund, aber ich schweife ab.

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Ich bin ein Faschist.

8. April 2013

Ja. Das mag euch jetzt erst mal irritieren und den Reflex wecken, mich für einen Dummkopf zu halten, für einen realitätsfernen Spinner, der alten Märchenbüchern den Vorrang gibt vor der so genannten modernen Wissenschaft. Wir leben in einer Zeit, in der Menschen sich schämen, sich öffentlich zum Faschismus zu bekennen, und in vielen Gegenden der Welt werden Faschisten sogar verfolgt, verspottet und bedroht, nicht zuletzt hier in Deutschland.

Woran liegt das?

Viele Menschen kennen kein anderes Bild des Faschismus als das irrwitzige Zerrbild, das radikale Antifaschisten gerne von ihm zeichnen. Und ja, natürlich muss ich zugeben, dass es in der Geschichte auch irregeleitete Anhänger des Faschismus gab, die zu diesem Bild beigetragen haben. Sie alle haben die wahre Natur des Faschismus stets verkannt. Was bleibt eigentlich noch übrig von der Kritik dieser selbst ernannten Antifaschisten, wenn man sie sich einmal genauer anschaut? Nicht, viel, wie ihr gleich sehen werdet.

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Restebloggen (89)

7. April 2013
  1. “Hey, wäre es nicht cool, wenn unsere Kunden direkt aus Word heraus ein Dokument mailen könnten?” “Ja, das klingt gut, aber achte bitte drauf, dass sie dann keinerlei Zugriff mehr auf Outlook oder Word haben, bis die Mail verschickt ist, okay?” “Ähm … Was soll ich machen?” “Aufpassen, dass Outlook und Word nicht nutzbar sind, solange das Fenster mit der Mail noch offen ist. Sprech ich Kroatisch?” “Nee, schon klar, hab ich verstanden, aber warum denn?” “Sorry, muss weg, dringendes Meeting!” So oder ähnlich muss das Gespräch gelaufen sein.
  2. Ann Druyan spricht über den Tod ihres Ehemannes Carl Sagan. “Carl faced his death with unflagging courage & never sought refuge in illusions.” Lie down. Try not to cry. Cry a lot.
  3. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich finde zurzeit Thea Gilmore total toll. Und die Idee, ein Neil-Gaiman-Album zu machen, ist natürlich auch grundsätzlich toll, ganz unabhängig davon, dass sie mit drauf ist.
  4. Ich verstehe diese Leute nicht, die mir auf gezielte Nachfrage sagen, alles sei in Ordnung und sie hätten auch keine Verbesserungsvorschläge, um dann zwei Tage später einen Personalcoach zu bitten, mich zu bitten, mit ihnen und ihrem Vorgesetzten mal ein Gespräch zu führen, weil sie dies, das und jenes nicht in Ordnung finden und diesen, jenen und den Verbesserungsvorschlag haben. Ich meine, wenn jemand sich gar nicht traut, sowas zu sagen, das ist schade, aber verständlich. Aber es vorzuziehen, die betroffenen Personen offen anzulügen und ihnen dann über Dritte doch mitzuteilen, was einen stört, mit dem Ziel, dann doch mit ihnen drüber zu sprechen, nur halt über den Umweg, vorher mal ein eventuell bestehendes Vertrauen zu beschädigen und sie ordentlich vor den Kopf zu stoßen, das ist in meinen Augen eine ganz merkwürdige Strategie. (Und ich rede hier nicht über einen cholerischen Vorgesetzen von den Dimensionen eines James Clark Duncan. Der Mann ähnelt in Auftreten und Optik einem archetypischen Kindergärtner. Heißen die so? Egal.)
  5. Wolf von Game One ist nicht mehr bei Game One, sondern hat – wie ist er bloß auf diese crazy Idee gekommen? – jetzt einen YouTube-Kanal mit dem etwas sonderbaren Namen Sexy Cripples, auf dem er mit seiner Frau zusammen (was wirklich eine gute Idee ist, ganz im Ernst, die ist nämlich toll) über Filme, Videospiele und sonstiges Gelöt redet. Ich mag ihn immer noch, aber die unfassbar schlechte Kommunikation mit den Fans macht mich staunen. Also, ja, ich würde an deren Stelle auch nicht mit meinen Fans reden wollen, denn die Game-One-Fans sind leider unfassbare Dooftrottel, man bekommt Kopfkrebs, wenn man da die Koommentare liest, aber trotzdem, die leben doch nun mal von diesem Abschaum, da kann man doch mal kurz einen Post schreiben, in dem sinngemäß steht: “Wolf ist nicht mehr bei uns, wir können leider nicht weiter ins Detail gehen, ihr findet ihn jetzt hier, wenn ihr mögt, wir wünschen ihm alles Gute mit seinem, naja, neuen, ähm… Projekt, oder so, und seinen Job macht jetzt in Zukunft einer dieser kleinen Spielzeugvögel, die automatisch aus einem Wasserglas trinken.” bzw. “Hey, Leute, ich bin jetzt nicht mehr bei Game One, sondern hier, zu den Hintergründen kann ich leider nichts Genaues sagen, aber schaut mal, ich hab ein ganz tolles neues Projekt, mit dem ich … will, und von dem ihr … erwarten könnt, und außerdem gibt es … also kommt mit rüber und habt Spaß mit mir!” Oder so. Tut doch nicht weh, und vielleicht ist dann auch nicht die Kommentarspalte hinter jedem Post voll mit “Wo ist Wolf?” “Wie, ist der nicht mehr bei Game One?” “Nee, der ist jetzt weg.” “Was, Wolf ist weg, warum das denn?” “Wo ist Wolf?” “Ist der echt weg, stimmt das?” “Wir wollen Wolf wieder haben!”
  6. Und weil das heute offenbar das Rant-Restebloggen ist: Ich bin es ja schon ziemlich leid, dass Leute, statt einfach meine Fragen zu beantworten, anfangen, dem zu widersprechen, wovon sie aus von außen schwer ersichtlichen Gründen glauben, dass ich es mit meinen Fragen aussagen will. Hoffentlich ist das kein Trend. Dass man sich nicht immer einigen kann, ist eine Sache, aber wenn man nicht mal drüber reden kann, wo und wie man eigentlich differiert, wird es albern.
  7. Gerade habe ich mit meinem neuen Lieblings-Cover-Designer darüber gesprochen, dass auch eine YouTube-Präsenz für einen aufstrebenden Schriftsteller nicht schlecht wäre, und wie man das machen sollte, da sehe ich diesen Buchtrailer für Das Sterben der Bilder
    Was haltet ihr von sowas?

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