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11. November 2009

Heute gibt es mal Werbung bei überschaubare Relevanz, obwohl mir niemand was dafür zahlt. In den letzten zwei Wochen hatten nämlich erst Amazon und dann DHL jeweils eine Idee, auf die ich schon ziemlich lange warte, und ich möchte das gerne honorieren. Also los:

Amazon hat die Initiative „Frustfreie Verpackung“ ins Leben gerufen und ist damit endlich meinem schon etwas älteren Aufruf gefolgt, doch etwas gegen diese lästigen Panzerkunststofftresore zu unternehmen, in denen manche Hersteller ihre Produkte verkaufen. Die Verpackungen, die von Amazon eine Frustfrei-Siegel bekommen, sollen nicht nur angenehm zu öffnen sein, sondern auch noch umweltfreundlich. Na endlich.

Und DHL hat Borderlinx. Bei Borderlinx bekommt man eine Versandadresse in den USA, zu der man Pakete bei Online- (oder sonstigen) Läden bestellen kann. Man kann sie dort solange lagern lassen, bis man genug zusammenhat, dass es sich lohnt, und dann wird alles zusammen nach Deutschland geschickt. Da viele US-Shops gar nicht ins Ausland versenden oder dafür unverschämte Versandkosten verlangen (Ich erinnere mich an $90 bei Hammacher-Schlemmer, und wie ich gerade sehe, kann das dort je nach Bestellwert sogar noch viel mehr werden.), halte ich das für eine fabelhafte Idee. Amazon.com meckert zwar bei der Adresse, nimmt sie dann aber doch, wenn man sie ein zweites Mal bestätigt, und außerdem verspricht DHL, dass das schon gut gehen wird.

So, Werbung zu Ende, danke für eure Aufmerksamkeit, zurück ins laufende Programm.


Bella Block

10. November 2009

Letzten Freitag bekam meine Freundin einen Brief vom Fachbereich Recht und Ordnung der Landeshauptstadt Hannover. Sie wurde darin gebeten, doch einmal die Sachbearbeiterin Frau B anzurufen, weil sie im Zusammenhang mit einer Verkehrsordnungswidrigkeit als

() Halter/in
() Betroffene/r
(X) Zeugin

gehört werden sollte. (Kann mir jemand erklären, inwiefern dieses Ankreuzverfahren in solchen Behördenbriefen Sinn ergibt? Es wäre doch mindestens genauso einfach, jeweils eine Vorlage für jeden dieser Fälle anzulegen, oder? Und warum gibt es die Zeugin nur weiblich, die anderen aber in beiden Varianten?)

Wir wunderten uns über diesen Brief, weil Keoni sich nicht erinnern konnte, einer Verkehrsordnungswidrigkeit beigewohnt zu haben, und insbesondere hatte garantiert niemand ihren Namen und ihre Adresse notiert, um sie als Zeugin zu vernehmen. Dennoch rief sie im vollen Bewusstsein ihrer bürgerlichen Pflichten bei Frau B an und fragte, wie sie denn helfen könne. Was sie dort erfuhr, finde ich sehr befremdlich, aber vielleicht stelle ich mich ja auch bloß an…

Am 17. August war eine Geschwindigkeitsüberschreitung mit einem Fahrzeug des Unternehmens, bei dem ich arbeite, registriert worden. Der Fachbereich Recht und Ordnung hatte uns daraufhin Ende September angeschrieben, um zu erfragen, wer zur fraglichen Zeit den Wagen gefahren habe, hatte aber keine Antwort erhalten. Frau B sah daraufhin keine Alternative, als kurzerhand mal einen Blick in’s Telefonbuch zu werfen und uns anzurufen uns noch mal anzuschreiben und an ihre ursprüngliche Anfrage zu erinnern über unsere Firmenhomepage oder die Gelben Seiten schnell nachzusehen, ob sie die richtige Adresse hatte über das Melderegister meine Privatadresse herauszufinden, um dann einer anderen dort gemeldeten, mit mir weder verwandten noch verheirateten Person, die mit meinem Unternehmen nichts zu tun hat, einen Brief zu schreiben, um sich zu erkundigen, ob sie möglicherweise Näheres weiß, schließlich war auf dem Foto der Überwachungsanlage ja eine Frau zu erkennen.
Keoni wusste natürlich von gar nichts und verwies Frau B an mich. Die überwand sich daraufhin dann doch noch, mich anzurufen, woraufhin ich die Fahrerin des Wagens anrief und erfuhr, dass das Bußgeld vor zwei Wochen überwiesen worden war. Case closed.

Einen Penny für die Gedanken von Frau B.

[Update, 11. 11. um 12:19 Uhr] Ich habe offenbar gerade mit so jemandem wie einer Vorgesetzten von Frau B gesprochen. Die hat mir gesagt, dass Frau B keineswegs über das Melderegister auf meine Freundin gekommen ist. Vielmehr war sie persönlich bei mir zu Hause und hat dort den Namen auf dem Briefkasten gesehen.
Ein Versuch, die Sache vorher telefonisch zu klären, hätte natürlich einen völlig unverhältnismäßigen Aufwand bedeutet, da Frau B über keinen Internetzugang verfügt und außerdem eine Außendienstmitarbeiterin ist, deren Aufgabe nun einmal darin besteht, vor Ort zu ermitteln.
Dass sie trotzdem nicht versucht hat, einfach mal vor Ort bei dem Unternehmen vorbeizuschauen, dem das Fahrzeug gehört, liegt natürlich daran, dass es datenschutzrechtlich auch nicht ganz einfach ist, die Mitarbeiter dort zu befragen. Außerdem würden die ja vielleicht auch nicht die Wahrheit sagen, weil sie ihre Kollegen oder ihre Vorgesetzten nicht verraten wollen.
Meine Verbesserungsvorschläge für die Zukunft hat sie aber dankbar aufgenommen und wird sie auch an Frau B weitergeben.

Na, dann ist ja alles klar.


Nimmermehr (25)

9. November 2009

Ha, bestimmt dachtet ihr schon, ich würde heute aussetzen, aber nix da, der Klassenfeind schläft nicht, und heute hat der Klassenfeind ein neues Kapitel Nimmermehr für euch geschrieben. Ich hoffe, es schmeckt euch.

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Restebloggen zum Wochenende (15)

8. November 2009
  1. Vor ein paar Tagen hat sich meine Freundin den Kopf an einer Tür gestoßen und sich dabei ziemlich wehgetan. Arme Keoni! Glücklicherweise ist sie dabei nicht ernsthaft zu Schaden gekommen. Wir hätten uns sonst irgendeine Ausrede einfallen lassen müssen, die Wahrheit hätte uns ja keiner geglaubt.
  2. Was Lady Gaga singt, ist nicht unbedingt Kunst, aber was Christopher Walken daraus macht, unbedingt. Kann man sich beim Wortvogel ansehen.
  3. Wir können die Diskussion um Eva C. Schweitzer jetzt wirklich beenden, denn der perfekte Beitrag ist da. Wir haben ihn Lukas zu verdanken. Danke, Lukas! (Wobei Heiko Werming, selber von der taz, es auch ganz gut gemacht hat. Ich zitiere mal lieber nichts aus seinem Blog, sondern verlinke nur.)
  4. Ich habe eine neue Frisur, und alle, die sie sehen, loben sie ganz besonders enthusiastisch. Nun könnte ich mich einfach freuen und geschmeichelt fühlen. Stattdessen frage ich mich aber, wie schlimm denn die alte Frisur gewesen sein muss, dass jetzt alle so begeistert sind.
  5. Wenn ich als Chefredakteur bei Vox öffentlich verkünde, dass ich das neue Programm nicht nach zehn Tagen wieder umwerfe, dann habe ich doch wohl zumindest so viel Respekt vor meiner eigenen Glaubwürdigkeit, mindestens bis zum elften Tag zu warten, oder? Nein? Na gut.
  6. Es gibt einen Neuzugang in meiner Blogroll. Eine Zeitlang war es ziemlich ruhig auf Curus Blog, sonst wäre er da auch schon länger, aber in den letzten Tagen hat er mich mit klugen und pointierten Beiträgen umfassend überzeugt.

Apocolocyntosis

8. November 2009

Nach dem Postillon bin ich ganz sicher die zweitlustigste Bloggerpersönlichkeit Deutschlands, weltweit. Da kann eigentlich kein vernünftiger Mensch dran zweifeln, oder? Ernste Themen recherchiere ich umfassend bis ins letzte Detail, um sie dann mit Taktgefühl und unangreifbarer Untermauerung durch Fakten hier im Blog für euch darzubieten.
Ich meine, sehen wir den Tatsachen ins Auge: Ich bin ein Star. Ich bin ein Virtuose auf der Klaviatur des Humors, und mein Gespür für gesamtgesellschaftlich überragend wichtige Themen ist kaum noch mit naturwissenschaftlichen Gesetzen in Einklang zu bringen.
Mein Stil und meine Argumentationsmuster haben in den vergangenen Monaten Generationen junger Blogger in diesem Land geprägt, ja, definiert, und ich glaube, ich kann sogar sagen, dass es ohne mich die Blogosphäre, wie wir sie heute kennen, nie hätte geben können.
Aber was bekomme ich dafür? Wer bietet mir Werbeverträge an, wer will mich als Berater? Wer nimmt mich in die Blogcharts auf, wer verlinkt mich? Niemand! Nicht mal eine lobende Erwähnung bei Niggemeier oder beim Spreeblick bekomme ich.
Auch meine charakterliche Integrität ist über jeden Zweifel erhaben. Andere haben Werbung für Vodafone gemacht und stehen trotzdem sauber da. Ich war immer korrekt. Im Ausland weiß man das zu schätzen. Diese Wertschätzung habe ich in Deutschland nie bekommen.
Versteht mich nicht falsch: Ich bin vielleicht kein Gott. Ihr müsst nicht vor mir niederknien.
Aber ich finde, wie man mit so einem Idol wie mir umgeht in Deutschland, da muss sich Deutschland schämen.


Sich verabreden mit Markus Schächter

7. November 2009

Für alle, die mit dem Namen Markus Schächter nichts anfangen können: Ich betreibe in diesem Blog eine kleine Serie von Beiträgen, die von medienpiraten.tv inspiriert wurden und kein hehreres Ziel verfolgen, als sich über den ZDF-Intendanten Markus Schächter und seine gelegentlich etwas eigenwillige Rhetorik lustig zu machen.

Klingelingeling
„Schächter?“
„Hallo Markus, schön, dass ich dich erreiche. Ich wollte fragen, ob du diesen Samstag was vorhast? Wir wollten uns da mal wieder alle bei Tonis treffen.“
„Hallo Peter. Bitte lass mich dir zunächst für diese historische Chance, wieder die gesamte Gesellschaft, die sich als Freundeskreisäquivalent konstituiert hat, zu erreichen, danken.“
„Gerne, Markus, und…“
„Du nimmst hier aus meiner Sicht die Rolle eines Pioniers im Interesse eines größeren Gruppennutzens in dieser Ära, in der Tonis Bistro und unsere starke Gemeinschaft, die im Grundwasser unser aller Befindlichkeit angekommen ist, sich ergänzen, sich brauchen und verschmelzen, ein.“
„Kein Problem. Ich wollte eigentlich nur schnell fragen, ob…“
„Ich freue mich, dass die Bistro-Kassandras, die von den Denkmustern der analogen Welt ausgehen, unseren führenden, standardsetzenden und marktfähigen Massentreffpunkt noch nicht in den Transformationsprozess des gesamten Viertels in die systemgastronomische Restaurantwelt, die von den Feinden der Qualitätsgastronomie in einem gewaltigen Maß, das der Gebührenzahler nicht berücksichtigen muss, betrieben wird, ohne dass diese Formate sich im Kollektiven Bewusstsein der Gäste als etwas besonderes mit Mehrwert dargestellt haben, einbeziehen konnten.“
„Markus, ich hab leider gerade nicht so viel Zeit, ich wüsste bloß gerne, ob…“
„Die neue Ansprache von Publikum mit dem Ziel, dass wir in der Diversifikation unserer Ernährungsgewohnheiten zum Schluss mehr diversifizierte Gerichte“
Klick
„in der Reichweite erreichen, als wir es mit dem Einkanalsystem in Venedig früher konnten, hat Tonis Bistro und seine Grammatik“
Tut-tut-tut
„als wichtiges kompetitives Element unserer regelmäßigen Zusammenkünfte als Motor für zukunftsweisende Innovationen mit der Möglichkeit ausgestattet, aus der babylonischen Gefangenschaft des… Peter?“
Tu-tut-tut
„Peter? Bist du noch da?“


Äh… Im Ernst?

6. November 2009

Ich habe da so ein schickes kleines Mikrowellen-Backofen-Kombigerät von Samsung, das sogar Testsieger bei der Stiftung Warentest war und bei „Handhabung“ eine 1,4 bekommen hat. Ich bin sowohl mit dem Design als auch der Funktion sehr glücklich. Mit einer nebensächlichen, aber dennoch für mich unfassbaren Ausnahme.

Heute wurde es mir zu dumm, im Kopf immer eine Stunde abzuziehen, und ich beschloss, dass es Zeit wurde, die Umstellung auf Winterzeit an meinem Mikrowellenherd vorzunehmen. Ich betrachtete eine Weile nachdenklich das Tastenfeld, fand keine geeignete Taste und begann daher, willkürlich auf den anderen herumzudrücken. Irgendwann wurde mir klar, dass ich nicht weiterkam, und ich kramte die Betriebsanleitung hervor, um nachzuschlagen. Dort steht drin, wie man nach Stromausfällen und bei der ersten Inbetriebnahme die Uhrzeit einstellt, nämlich durch einfaches Drehen des Bedienungsrädchens und abschließenden Druck auf die Starttaste. Wie es im Normalbetrieb geht, wird nicht verraten. Und dann steht da noch, wie zum Hohn, dass man bitte nicht vergessen soll, die Umstellung auf Sommer- und Winterzeit von Hand vorzunehmen, weil das Gerät die nicht automatisch durchführt.

Ich nahm Google zu Hilfe und stellte fest, dass ich mit meinem Problem nicht alleine bin, und dass es offenbar wirklich nicht anders geht, als den Stecker rauszuziehen und kurz zu warten. Was ziemlich blöd ist, wenn man das Ding im Schrank stehen hat.

Es ist also nicht einfach so, dass Samsung nicht erkannt hätte, dass man gelegentlich die Uhr umstellen muss. Das belegt ja der Hinweis auf die Sommer- und Winterzeit. Offenbar hat irgendjemand bei Samsung einfach trotzdem entschieden, dass es total unnötig ist, eine entsprechende Funktion in das Gerät einzubauen. Um es mit Stefan Raab zu sagen: Was war da denn los? Man weiß es nicht.


Investigativ

5. November 2009

Ja, na gut, stimmt schon, es ist keine besondere Leistung, in einem regionalen Anzeigenblatt wie der 

Linden-Limmer-Zeitung

eine groteske Entgleisung zu finden. Aber seien wir mal ehrlich, es ist auch keine Heldentat, der Bild-Zeitung journalistische Minderleistungen nachzuweisen, und trotzdem kann man damit ein sehr erfolgreiches Blog betreiben.

Und sowieso fand ich diese Bildbeschriftung einfach zu fantastisch, um sie für mich zu behalten:

Aua

Rumms, Schepper, Aua, Schmerz. Besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können.


Nimmermehr (24)

4. November 2009

Zeit für einen neuen Teil von Nimmermehr, diesmal wieder ohne irreführendes Foto oben drüber! Folgt mir hinter die Abgrenzung und seht, wie es mit Marten und Lenore weitergeht und was sie in Sonias Wohnung finden.

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Vergangene Zeiten

3. November 2009

Jawohl, heute ist das 38. Wochenthema von Projekt 52 dran, und ihr werdet es kaum glauben, ich habe dafür kein Foto aus China gewählt, sondern eines aus York! Tadaa:

Vergangene Zeiten

Ich gebe zu, dass das Foto technisch gesehen nicht so wahnsinnig gut ist. Es ist auch schon ein bisschen älter und mit einer Kamera gemacht worden, die man aus heutiger Sicht nur vorsintflutlich nennen kann. Ich finde es aber trotzdem einfach fabelhaft.